

Die anhaltenden Proteste der Tibetaner gegen die chinesische Besatzungsmacht lassen die Chinesen immer öfter zu diesem Mittel greifen. Im Reich der Mitte will man mit allen Mitteln verhindern, dass westliche Touristen und Journalisten in Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung treten. Die Proteste in Tibet werden von China so gut als möglich unter Verschluss gehalten, auch wenn Aktionen wie die Verbrennung mitten in Lhasa vor wenigen Tagen es natürlich in die Zeitungen und Onlineportale schaffen.
Derzeit können Touristen, die eine Chinarundreise mit Tibet planen noch beruhigt dem Urlaub entgegenblicken. Das kann sich aber jederzeit ändern. Wenn sich die Demonstrationen häufen und China allzu oft einschreiten muss, sollen möglichst keine Zeugen aus dem Ausland zugegen sein. Vor allem während der buddhistischen Feiertage ist in der ehemals eigenständigen Region vermehrt mit Protesten und den dementsprechenden Gegenmaßnahmen Chinas zu rechnen.
Auch die Reiseveranstalter sitzen stets auf heißen Kohlen im Wissen, dass geplante Touren immer unter dem Damoklesschwert der Stornierung stehen. “Es ist uns bewusst, dass wir mit Tibet eine kritische Region im Programm haben. Die Nachfrage allerdings ist hoch. Im Notfall haben die Gäste erstaunlich viel Verständnis für die Situation wenn die Einreiseverbote für Tibet von China verhängt werden,” so Bavaria Fernreisen, Deutschlands größter Reiseveranstalter für China Rundreisen.
Ob und wann es für Tibet wieder ein Einreiseverbot für westliche Touristen gibt, steht noch nicht fest. China handhabt diese Regelung ebenso kurzfristig wie willkürlich und streng. Möglichkeiten sich zu schützen gibt es keine, weder für die Veranstalter noch für die Reisenden.
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