Reisetipps, Infos & Inspiration Die 10 buntesten Berge der Welt

Alle Artikel

Die 10 buntesten Berge der Welt

Es gibt Landschaften, die muss man live erlebt haben, dass man glaubt, was auf dem Foto ersichtlich ist. Bei diesen 10 Bergen schöpfte die Natur aus den vollen Farbtöpfen und das an ganz verschiedenen Ecken der Welt. Für Künstler*innen und alle, die gerne staunen.

Habt ihr wirklich geglaubt, Berge seien grau? Im Winter vielleicht mal weiß? Das ist längst nicht alles, was die Farbpalette der Gebirgsformationen dieser Erde zu bieten hat. Fast kitschig kann es werden und wenn man es nicht gesehen hat, ist es kaum zu glauben. Wer Natur und Farbenspiele liebt, dem stehen folgende bunte Landschaftswunder zur Auswahl.

1. Regenbogenberge, Zhangye Danxia, China

Falls ihr euch fragt, ob es sich um einen Photoshop-Effekt handelt: Nein, die Regenbogenberge oder Rainbow Mountains von China sehen in Wirklichkeit so aus. Im Zhangye Danxia Nationalpark im Nordwesten Chinas, in der Region Gānsù, etwa 40 Kilometer von der Stadt Zhangye entfernt, erheben sich diese bunt gestreiften Formationen, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Ungefähr 24 Millionen Jahre ist es her, als sich verschiedene Sandsteine und Mineralienschichten wie bei einer Cremeschnitte übereinander legten. Eisen und Spurenelemente, die mit abgelagert wurden, bildeten die Voraussetzung für die diversen Farben. Durch eine Verschiebung der Erdplatten wurden die Berge geformt und die bunten Schichten kamen dabei zum Vorschein. Richtig verstehen tun das wohl nur die Geolog*innen. Aber reist doch einfach hin, lasst euch verzaubern und schießt ein neues Bild für euren Bildschirmschoner. Gut ausgebaute Wanderwege durchziehen den Nationalpark Zhangye Danxia und führen euch zu guten Aussichtspunkten und Plattformen.

📆 Beste Reisezeit: Juni bis September
💡Tipp: Besucht die Rainbow Mountains, wenn es am Vortag geregnet hat, dann sind die Farben besonders intensiv.

Mehr China? Eine Reise entlang der Seidenstraße

2. Vinicunca Regenbogenberg, Peru

Wie erklärt ihr jetzt euren Kindern, dass das kein Riesen-Lutscher ist? Diesen Berg gibts in Peru, wo er Vinicunca oder Rainbow Mountain genannt wird. Jedoch ist die Tour dorthin alles andere als kinderleicht und zuckersüß. Der Aufstieg zum 5200 m ü.M. gelegenen Naturwunder bedarf guter Ausrüstung und Vorbereitung. Bemüht euch um einen Guide, der eure Sprache spricht. Stellt sicher, dass die Witterung geeignet für den Aufstieg ist. Da die Regenbogenfarben bis vor wenigen Jahren mit Schnee bedeckt waren und erst durch die Klimaerwärmung zum Vorschein kamen, war die Region auf den plötzlichen Touristenansturm nicht vorbereitet. Deshalb seid ihr es, die euch vorbereiten müsst. Das Wetter in den Anden ist unvorhersehbar, der Zwiebel-Look unausweichlich, inklusive Mütze und Schal. Falls euch die Kräfte verlassen, werdet ihr an diversen Stellen Einheimische sehen, die mit Pferden darauf warten, euch für ein paar Dollar hochzubringen.

📆 Beste Reisezeit: Juni bis August
💡 Tipp: Bucht einen Guide, der euch mit seinem Fahrzeug bereits um 2:30 Uhr in Cusco abholt, sodass ihr um 5:30 Uhr am Ausgangspunkt seid. Damit entkommt ihr den Touristenströmen.

Fasziniert von Peru? Von Lima nach Machu Picchu in 14 Tagen

3. Landmannalaugar, Island

Im Herzen von Island, im Fjallabak-Naturreservat, etwa 3 Autofahrtstunden von Reykjavík entfernt, befindet sich die geothermische Oase Landmannalaugar. Der Vulkan mit dem klangvollen Namen Torfajökull formte diese Gegend durch seine Eruptionen. Nun ist er von einem Gletscher bedeckt und gerade hier liegt das zweitgrößte Geothermalgebiet Islands. Die heißen Quellen und Geothermalbäder in Landmannalaugar zeugen von der hohen Geothermalaktivität dieser Region. Hier findet ihr zahlreiche Möglichkeiten, euch im warmen Nass zu entspannen. Landmannalaugar bedeutet nicht zufällig Bad der Leute. Das eigentliche Highlight sind aber auch hier die Farben der Berge. Sie sind vor allem aus dem vulkanischen Gestein Rhyolith. Dazu kommen Schwefel und Eisen. Daraus entstehen Farbtöne aus Braun, Gelb, Rosa, Rot und Blau. Die beiden attraktivsten Berge heißen Brennisteinsalda, auf Deutsch Schwefel-Welle und Bláhnúkur, Blaue Gipfel. Obwohl sie sehr verschieden sind, befinden sie sich nahe beieinander.

📆 Beste Reisezeit: Juni bis August, da ihr dann selbst fahren könnt und die Farben am intensivsten sind. 
💡 Tipp: Besucht den Grænagil Canyon, seine Wände sind surreal grün, die Ausblicke herrlich und die Wanderung leicht. Auch für Familien geeignet!

Verliebt in Island? Findet hier die 10 schönsten Sehenswürdigkeiten

4. Artist Palette, Death Valley National Park, Kalifornien, USA

Im Death Valley ist sogar der Wind heiss! Anfangs ist es sicherlich toll, diesen Haarfön ständig um sich zu haben. Doch spätestens in der Nacht werdet ihr euch abkühlen müssen. Das Death Valley, das Tal des Todes, ist also nichts für Leute, die mit Hitze nicht umgehen können. Doch wenn ihr das schafft, dann lohnt es sich, vom Devil’s Golf Course aus, auf die Artist’s Drive abzuzweigen. Die asphaltierte Seitenstraße beschreibt einen Rundkurs, entlang dessen ihr eine bunte Hügellandschaft bewundern könnt, die zu Recht Artist’s Palette genannt wird. Dank Eisen, Erzen und verschiedenen Mineralien, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, ist hier im staubigen Nichts eine bemerkenswerte Farbenvielfalt entstanden. Fast als wollte die Natur die Blumen ersetzen. Der nächstgelegenste Flughafen vom Death Valley ist in Las Vegas.

📆 Beste Reisezeit: April, Mai sowie September, Oktober (nicht allzu heiß)
💡 Tipp: Tankt unbedingt vor dem Death Valley auf, denn bei der einzigen Tankstelle in Furnace Creek zahlt ihr fast das Doppelte.

Extra-Tipp: Spart mit den Skyscanner-Tools „Ganzer Monat“ bzw. „Günstigster Monat“ bei der Flugbuchung

5. Polychrome Mountains, Alaska

Nicht mehr ganz so grell, aber dennoch schöne Rot- und Gelbtöne findet ihr in Alaska bei den Polychrome Mountains. Sie befinden sich im Denali Nationalpark. Dieser ist nach dem höchsten Berg Nordamerikas benannt, dem 6190 Meter hohen Denali, auch bekannt als Mount McKinley. Seit 2015 trägt der Berg offiziell wieder seinen ursprünglichen Namen Denali – der Hohe – wie ihn die Ureinwohner immer nannten. Einen tollen Blick auf den Denali habt ihr vom Polychrome Pass aus. Dort gibt es auch Alaska-Schneeschafe mit beeindruckendem Kopfschmuck zu bestaunen. Apropos Kopfschmuck: Im Denali Nationalpark könnt ihr Elche, amerikanisch moose, live beobachten. Die Ruhe, mit der sie sich fortbewegen und die Schönheit ihres Geweihs wird euch in Erinnerung bleiben. Darüber hinaus habt ihr hier große Chancen, einen echten Grizzly zu sichten oder aber die Nordlichter zu erblicken. Der nächstgelegene Flughafen ist in Fairbanks.

📆 Beste Reisezeit: Juni bis August, relativ kühl mit Höchsttemperatur von 15° Celsius im Juli, aber kaum Niederschlag
💡 Tipp: Reist im August hin, dann habt ihr gute Chancen, die Nordlichter zu sehen.

Extra-Tipp: Die beste Zeit, um Flüge zu buchen? Wir haben die Antwort!

6. Die farbigen Berge von Tabriz, Iran

Diese spektakulären Berge befinden sich im Iran. Ein Reiseland für alle, die unberührte Natur lieben. Die farbige Berglandschaft erstreckt sich hinter Tabriz. In dieser Region werden viele Rohstoffe abgebaut, deren Mineralien-Vielfalt an der Oberfläche als Farbenpracht in Erscheinung treten. Deshalb spricht man auch von den farbigen Bergen von Tabriz. Wenn ihr zum ersten Mal im Iran seid, verbringt am besten zuerst einige Tage in Tabriz zur Akklimatisierung und Orientierung in der iranischen Kultur. Macht zuerst kleine Exkursionen in der Stadt, besucht zum Beispiel die Blaue Moschee mit ihren farbigen Wandmalereien. Und es lohnt sich, die Dienste eines Guide anzunehmen. Sehr viele von ihnen haben ein großes Wissen, viele Ideen, was noch sehenswert wäre und sind sehr gastfreundlich und gesprächig. Die Guides müsst ihr nicht suchen, sie werden euch finden, sobald ihr in Tabriz unterwegs seid. Entscheidet nach Sympathie, Bauchgefühl und Sprachkenntnissen.

📆 Beste Reisezeit: Mai bis September, da warme Temperaturen und kaum Niederschlag herrschen.
💡 Tipp: Das Kopftuch ist für Frauen ein Muss, ansonsten müsst ihr euch aber nicht in Hippie-Fahnen schwingen, die jungen Iranerinnen sind modebewusst.

Neugierig auf den Iran? Lest mehr: Eine Rundreise durch den Iran

7. Quebrada de Humahuaca, Argentinien

Die Quebrada de Humahuaca ist eine Schlucht in der Provinz Jujuy im Nordwesten Argentiniens. Entlang der Ruta Nacional No. 9 gelangt ihr zum Dorf Humahuaca auf rund 3000 m ü.M. Schon auf dem Weg dorthin werdet ihr staunen über leuchtend roten Sandstein, der durch den benachbarten schwarzen Fels noch mehr zur Geltung kommt. Der Höhepunkt ist der Berg am Fuße der Siedlung Purmamarca, der Cerro de los Siete Colores, auf Deutsch: Berg der 7 Farben genannt wird. Seine Hänge sind gelb, türkis, weiß, rot, blau, orange und lila gefärbt. In Purmamarca werden Übernachtungsmöglichkeiten geboten, ihr könnt den siebenfarbigen Berg also auch bei Sonnenaufgang genießen. Auch im Dorf Humahuaca lohnt es sich, zu verweilen. Es wurde Ende des 16. Jahrhunderts im Kolonialstil errichtet. Auf dem großen Platz findet ein lebendiger Wochenmarkt statt, auf dem ihr wertvolle Wandteppiche bewundern und Schnitzereien aus Kaktusholz als Souvenir kaufen könnt.

📆 Beste Reisezeit: von Oktober bis Mitte Dezember (Frühling/ früher Sommer) und von April bis Mitte Juni (Herbst/ früher Winter)
💡 Tipp: Erkundet die Gegend mit dem Mietauto, Busse sind überfüllt und halten nur in den Ortschaften Tilcara, Purmamarca und Humahuaca.

Gleich weiterreisen nach Chile? Entdeckt das längste Land der Welt

8. Vermilion Cliffs, Arizona, USA

Das Vermilion Cliffs National Monument erstreckt sich auf knapp 1.200 Quadratkilometern im Norden Arizonas. Das Schutzgebiet umfasst in erster Linie das Paria Plateau, eine Hochebene, an dessen Rändern die eigentlichen Klippen, die Vermillon Cliffs, zu finden sind. Namensgebend ist das Mineral Vermilion, dessen Zinnoberrot für einige der Farbeffekte sorgt. Doch nicht nur die Klippen sind bunt gestreift, auch Hügel, Berge und Canyons sind so farbintensiv, dass es fast kitschig scheint. Empfehlenswert ist die Wanderung zu The Wave. Wenn ihr euch in dieser rot-orange gestreiften Schlucht bewegt, fühlt ihr euch wie ein winziges Wesen, das gerade von einem Monster verschlungen wurde und sich durch dessen Organe hindurch bewegt. The Wave ist komplett abseits von allem, was irdisch erscheint. Die Tagestour durch die Wüste ohne erkennbaren Weg lohnt sich. Der nächstgelegene Flughafen ist in Las Vegas.

Hinweis: Das Naturschutzgebiet hat ein limitiertes Zugangssystem; Kümmert euch frühzeitig um eine Genehmigung (permit), denn im Inneren des Gebiets gibt es keinerlei Infrastruktur, dafür aber durchaus reale Gefahren wie lose Felsen oder plötzliche Sturzbäche in den Canyons.

📆 Beste Reisezeit: März bis November, warm, kaum Niederschlag bei einer Höchsttemperatur von 38°C im Juni.
💡 Tipp: für The Wave: viel Beef Jerky (Trockenfleisch) und Wasser in den Rucksack packen; früh loswandern, Zeit für den Rückweg einplanen

Wenn ihr schon da seid: Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in Las Vegas

9. Die Berge Ladakh, Indien

Ladakh wird auch Klein-Tibet genannt. Es liegt im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir. Die Farben dieser kargen Hochgebirgslandschaft, werdet ihr an keinem anderen Ort dieser Welt so gesehen haben. Denn Ladakh ist ein gigantisches Meisterwerk in Pastelltönen. Über die Felsen und Gebirge ziehen sich Farbkleckser oder Pinselstriche in Hellgrün, Veilchenblau oder zartem Rosa. Ihr könnt diese Landschaft bequem vom Auto aus genießen. Möchtet ihr die Natur hautnah erleben und seid fit genug, könnt ihr ein Trekking wagen. Bereitet euch minuziös vor, lasst euch betreffend Ausrüstung gut beraten, trainiert im Voraus, sprecht mit Leuten, die das schon gemacht haben und informiert euch über die Schwierigkeitsgrade der verschiedenen Routen, zum Beispiel hier.

📆 Beste Reisezeit: Mai bis September, angenehme Temperaturen, kaum Niederschlag bei einer Höchsttemperatur von 26°C im Juli.
💡 Tipp: Gönnt euch einen 1.5 Std.-Flug, um von Delhi nach Leh und somit Ladakh zu kommen. Über den Bergspitzen des Himalaya zu fliegen ist spektakulär.

Mehr erfahren über Indien? Die 10 schönsten Städte in Indien

10. Zuckerstangenberge, Aserbaidschan

Im Nordosten von Aserbaidschan liegt die Bergregion Khizi, 70 Kilometer von der Hauptstadt Baku entfernt. Khizi ist berühmt für seine faszinierende Natur, manchmal wird es auch Rand der roten Berge genannt. Hauptmagnet sind die Candy Cane Mountains, auf Deutsch Zuckerstangenberge. Tatsächlich erinnern die weiß-rot gestreiften Berge an Lutscher. Die Farben sind durch die Einwirkung von Grundwasser auf den Eisengehalt im Fels erzeugt worden. Die Straße ist asphaltiert, aber kaum befahren. Ihr könnt die Landschaft bequem vom Auto aus bewundern oder – etwas weniger bequem, dafür intensiver – vom Fahrradsattel aus. In den Hügeln findet ihr überall Fossilien von Belemniten. Das waren kleine Lebewesen mit 10 Fangarmen, die vor etwa 358 bis vor 66 Millionen Jahren gelebt haben. Deren Versteinerungen weisen darauf hin, dass sich in prähistorischer Zeit bei den Candy Cane Mountains ein Flussdelta befand.

📆 Beste Reisezeit: Mai bis September, warm, kaum Regen bei einer Höchsttemperatur von 30°C im Juli.
💡 Tipp: Besucht den nahegelegenen Altiagac Nationalpark. Dort könnt ihr Braun- und Waschbären, Wölfe, Fasane und Wüstenadler bestaunen.

Neugierig auf Aserbaidschan? Das Beste von Ost & West: Aserbaidschan

Ihr liebt Gebirgslandschaften? Hier kommen weitere Inspirationen:

Karte