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Reiseversicherung und Coronavirus: Der ultimative Guide

Wir wissen, dass das Reisen aktuell besonders schwierig ist. Neben den wichtigsten Reisehinweisen und Updates rund um das Coronavirus möchten wir daher eure wichtigsten Fragen rund um das Thema "Reiseversicherung in Pandemiezeiten" beantworten.

Die Welt des Reisens hat sich verändert, dementsprechend haben sich auch unsere Erwartungen an die Reiseversicherung geändert. Bei Skyscanner arbeiten wir stets hart daran, euch Reisenden die wichtigsten Informationen für eure Reisen und die damit verbundene Sicherheit zu liefern. Gerade jetzt, wenn es um Reiseversicherungen in Coronazeiten geht, tun sich oft viele Fragen auf. Zu viel Juristendeutsch und zu viele Fachbegriffe sind häufig ein großes Problem, um die Verträge vieler Versicherer überhaupt zu verstehen. Mit diesem Guide wollen wir euch die wichtigsten Begrifflichkeiten verständlich machen, um euch die Wahl eurer Reiseversicherung zu erleichtern und die Hintergründe verständlich zu machen.

Wir haben uns mit Martin Nolan, leitender Direktor für rechtliche, öffentliche und regulatorische Angelegenheiten bei Skyscanner, zusammengesetzt, um euch seine Empfehlungen für die Wahl der richtigen Reiseversicherungspolice für zukünftige Reisen zu verraten und so einen Überblick im Dschungel der vielen Reiseversicherungen zu verschaffen.

💡 Hinweis: Angesichts der verschärften Kontaktbeschränkungen rät die Bundesregierung derzeit von privaten Reisen, Tagesausflügen und Verwandtenbesuchen im In- und Ausland bis vorerst 14. Februar 2021 ab. Bis dahin dürfen auch Hotels und Pensionen in Deutschland keine Touristen aufnehmen. Informiert euch daher vor jeder Buchung über aktuelle Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes und Hinweise des Robert Koch Instituts (RKI)

Wichtige Informationen zur Reiseversicherung

Die Grundlagen einer Reiseversicherungspolice müssen nicht unweigerlich verwirrend oder kompliziert sein. Im Folgenden liefern wir Antworten auf brennende Fragen, von „Was ist eine Reiseversicherung?“ bis hin zur korrekten Verwendung der Reiseversicherung den Umständen entsprechend.

Stellt euch eine Reiseversicherung wie ein extra „Sicherheitsnetz“ für den Urlaub vor – sie ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, schützt euch jedoch, wenn etwas schief geht. Sie soll euch helfen, auf unvorhergesehene Situationen vorbereitet zu sein, und gibt euch zusätzliche Sicherheit – das lohnt sich besonders in diesen Zeiten, in denen das Vertrauen während des Reisens geringer ist und es viele Ungewissheiten gibt.

Eine gute Reiseversicherung deckt die Kosten vieler plötzlicher oder unvorhersehbarer Ereignisse auf eurer Reise. Diese können von geringen Kosten wie verlorenem oder verspätetem Gepäck oder dem Verlust kleinerer Gegenstände bis hin zu teureren Situationen wie medizinischen Notfällen, Schaden an euren Wertsachen, Verspätungen oder Flugannullierungen reichen, die außerhalb eurer Kontrolle liegen. Die meisten Versicherungen haben sich auf die aktuell häufigen Flugannullierungen wegen COVID Reiserestriktionen eingestellt und bieten entsprechende Verträge und Policen an.

Es gibt viele verschiedene Wege eure Reise zu versichern. Welche die für euch geeignetste ist, hängt von der Art der geplanten Reise ab und davon, wen ihr mit der Police abdecken möchtet.

Der Ausdruck „Reiseversicherung“ bezeichnet dabei nicht nur eine einzige Art von Versicherung: Von Reiserücktrittsversicherungen, über Reisegepäckversicherungen, bis hin zu Auslandskrankenversicherungen, die im Notfall auch den Heimtransport übernehmen, gibt es eine ganze Reihe an Versicherungen, die gegen die unterschiedlichsten Ernstfälle absichern sollen. Einige Versicherer bieten auch Kombinationen oder Komplettpakete an.

Ihr könnt zwischen einer Einzelreiseversicherung für eine Reise, und einer Jahresreiseversicherung für beliebig viele Reisen innerhalb eines Jahres wählen. Diese sind häufig günstiger als der Abschluss mehrerer Einzelreiseversicherungen innerhalb eines Jahres. Mit einer Jahresreiseversicherung spart ihr euch außerdem den Planungsstress bei der darauf folgenden Reise.

Einige Policen gelten nur für bestimmte Standorte, beispielsweise nur für Europa, während andere praktisch überall auf der Welt greifen. Stellt also sicher, dass ihr an den Orten, an die ihr reist, auch wirklich versichert seid, insbesondere wenn mehrere Orte auf eurer Reiseliste stehen.

Für besondere Zielgruppen (Die Adrenalinjunkies unter euch sind gemeint!), egal ob es sich um Rucksacktourismus, Wander- oder Aktivurlaub handelt, gibt es spezielle Versicherungs-Möglichkeiten. Für derartige Reisen ist es wichtig, die Leistungen eurer Versicherung zu prüfen, da viele Urlaubsaktivitäten möglicherweise nicht durch eure Versicherung abgedeckt sind und ihr möglicherweise sicherstellen müsst, dass ihr einen gezielten Schutz für eure gesamte Ausrüstung habt!

Wenn ihr das Glück habt, längere Zeit reisen zu können, stellt sicher, dass die Police den gesamten Zeitraum abdeckt. Viele decken nämlich nur bis zu 90 oder 180 Tage ab. Eine Versicherung kann währen eines Auslandsaufenthalt allerdings auch erneuert oder verlängert werden, wenn man dies rechtzeitig beim Versicherer beantragt.

Abhängig von euren persönlichen Umständen, gibt es außerdem maßgeschneiderte Policen, die euch möglicherweise die besten Konditionen und den besten Schutz bieten. Dies trifft beispielsweise zu, wenn ihr über 65 Jahre alt seid oder als Familie oder Gruppe verreisen wollt. Ihr solltet eine Versicherung mit dem Leistungsspektrum auswählen, das am besten zu euch und eurer geplanten Reise passt.

Es gibt viele Anbieter. Ihr könnt eine Reiseversicherung grundsätzlich bei Banken, vielen Kreditkartenunternehmen oder lizenzierten oder akkreditierten Versicherungsmaklern abschließen. Manchmal kann euer Kreditkartenunternehmen sogar eine Reiseversicherung als zusätzlichen Service zu eurer Karte anbieten. Reiseveranstalter, Einzelhändler, Reisebüros und Online-Vergleichsportale stellen ebenfalls Versicherungsoptionen bereit. Auch bei der Buchung von Flügen, bieten die Fluggesellschaften selbst eine Reiseversicherung an. Vergleicht am besten diverse Anbieter, um die Versicherungspolice zu finden, die am besten zu euch und eurer Reise passt. Vergesst außerdem nicht, das Kleingedruckte zu lesen! (Lest weiter, um mehr darüber zu erfahren.)

Da sich jeder Reisende und jede Reise voneinander unterscheiden, variieren auch die Leistungsansprüche. Ihr oder jemand in eurer Gruppe hat möglicherweise spezielle Bedürfnisse und Anforderungen. Daher ist es wichtig sich Gedanken darüber zu machen, welcher Reise-Typ ihr seid und welche Art von Reise ihr unternehmen wollt. Das erleichtert euch die Wahl der besten Reiseversicherung. Außerdem macht es Sinn zu überlegen, welcher Schadensfall am wahrscheinlichsten sein könnte. Aktuell empfehlen wir stets eine Versicherung abzuschließen, die den Flug- oder Reiseausfall durch Coronavirus Restriktionen abdeckt, selbst wenn zunächst einmal die Fluggesellschaft oder das Hotel dafür aufkommen muss.

Abenteuersuchende suchen möglicherweise nach einer Police, die auf diese Art von Reisen zugeschnitten ist. Prüft dabei, ob Aktivitäten mit hohem Risiko abgedeckt sind. Einige Versicherungsunternehmen decken beispielsweise Trekking ab, jedoch nur bis zu einer Höhe von 3.000 Metern. Wenn ihr also in über 3.000 Metern Höhe wandern möchtet, braucht ihr eine Police, die wahrscheinlich mehr kostet. Berücksichtigt dies unbedingt bei der Planung eures Reisebudgets. Es gibt auch Versicherungspakete, die auf verschiedene Arten von Feierlichkeiten im Ausland zugeschnitten sind, wie Hochzeiten oder Familienfeste. Egal welche Art der Versicherung ihr bevorzugt, es ist empfehlenswert, vor der Buchung eurer Reise ordnungsgemäß zu recherchieren.

Der Leistungsumfang ist mit Sicherheit der komplexeste Bereich der Reiseversicherung und das, worauf ihr besonders achten müsst.

Während der Leistungsumfang jeder Police unterschiedlich ist, sollten praktisch alle Reiseversicherungen bestimmte Grundrisiken bis zu einem bestimmten Umfang und unter bestimmten Bedingungen abdecken.

Die wichtigsten Leistungen einer Versicherungspolice sind die medizinische Versorgung bei plötzlichen Erkrankungen während der Reise, eine persönliche Haftpflichtversicherung, Haftung für Schäden oder Verlust von Wertgegenständen oder Gepäck, als auch Haftung bei Verspätungen oder Annullierungen. Verschiedene Versicherungsanbieter decken diese Risiken in unterschiedlichem Umfang ab. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Höhe des Leistungsanspruchs und dem Kostenanteil, den ihr im Versicherungsfall selbst zu tragen habt (Selbstbeteiligung). Informiert euch daher gut über den jeweiligen Leistungsanspruch und den dazugehörenden Selbstbehalt. So könnt ihr einen erfolgreichen Anspruch geltend machen (siehe Selbstbehalt).

Wenn ihr beispielsweise vorhabt, euer IPad oder den Laptop zum Strand mitzunehmen, stellt sicher, dass eure Police tatsächlich einen Artikel von diesem Wert abdeckt. Gleiches gilt für Kameras, Telefone und Sonnenbrillen. Oft ist das Leistungslimit für einen einzelnen Artikel viel niedriger als ihr denkt, insbesondere bei kostengünstigeren Policen, oder die Selbstbeteiligung ist entsprechend hoch. Überlegt also zweimal, ob ihr Wertgegenstände mitnehmt, und wählt eure Versicherungspolice basierend darauf aus. Überprüft auch, ob eure Hausratversicherung etwas abdeckt, das während eurer Reise passiert. Häufig besteht Versicherungsschutz für alle auf Reisen mitgeführten oder zur Reparatur gegebenen Sachen. In dem Fall könnt ihr auch ein niedrigeres Deckungslimit akzeptieren und Geld sparen. Besonders wichtig ist auch, dass Flugausfälle, wenn möglich, komplett abgedeckt sind, selbst wenn die Airline nicht schuld war (z.B. wegen schlechtem Wetter)!

Was nicht in der Versicherungspolice abgedeckt wird, ist ebenfalls von hoher Bedeutung. Überprüft daher eure Versicherungsbedingungen sorgfältig, um sicherzustellen, dass ihr den benötigten Leistungsumfang habt. Oft decken Versicherungspolicen verpasste Flüge, verlorenes oder verspätetes Gepäck, den Ersatz von Dokumenten (wie z.B. euren Reisepass bei Verlust) und den Krankenrücktransport (besonders wichtig bei einem Abenteuerurlaub) nicht ausreichend ab. Es ist wirklich wichtig, das Kleingedruckte eurer Versicherungspolice zu überprüfen. So könnt ihr sicherstellen, dass ihr das bekommt, was ihr braucht.

Es ist auch wichtig, jene Vertragsdetails zu prüfen, die unter Umständen dazu führen können, dass die Versicherung den Schaden nicht abdeckt. Beispielsweise müsst ihr unter normalen Umständen angemessen auf euch und eure Wertsachen aufpassen. Aus diesem Grund fallen Extremsportarten ebenso wie übermäßiger Alkoholkonsum nicht unter die gültigen Versicherungsgründe. Ihr seid zudem möglicherweise nicht versichert, wenn ihr wertvolle Gegenstände in euer abzugebendes Gepäck packt, da diese dann außerhalb eurer Kontrolle liegen. Das solltet ihr beim Einsteigen in das Flugzeug stets beachten, wenn ihr aufgefordert werdet, euren Kabinenkoffer einzuchecken. Wenn die Einreiseempfehlungen am Zielort die Impfung gegen eine bestimmte Krankheit umfassen, ihr euch vor Einreise jedoch nicht impfen lasst und dann erkrankt, deckt eure Versicherung dies wahrscheinlich ebenfalls nicht ab, da es sich um Selbstverschulden handelt.

Es ist unglaublich wichtig, den Leistungsumfang und die damit einhergehende Deckung zu überprüfen, wenn ihr Vorerkrankungen habt. Diese beeinflußen häufig eure Police und ihr seid im schlimmsten Fall gar nicht versichert. Das liegt daran, dass dann die Wahrscheinlichkeit, im Ausland medizinisch behandelt werden zu müssen, häufig höher liegt. Spezialversicherungsunternehmen bieten einen hervorragenden Leistungsumfang für Personen mit Vorerkrankungen. Sie bieten euch die Leistungserbringung und Sicherheit, die ihr beim Reisen benötigt. Achtet unbedingt auf die Leistungshöhe und die Selbstbeteiligung und stellt auch sicher, dass die Versicherung das Reiseziel beinhaltet.

Das Fachjargon für Reiseversicherungen ist häufig ein Stressauslöser bei Versicherungssuchenden. Es kann die Wahl einer Police unnötig schwer und verwirrend machen.

Ein Begriff, auf den Reisende achten sollten, ist wie bereits erwähnt die „Selbstbeteiligung“ bzw. der „Selbstbehalt“. Der Selbstbehalt ist im Versicherungswesen der Anteil, den der Versicherungsnehmer im Versicherungsfall selbst zu tragen hat. Die Versicherung zahlt dagegen alle Schäden, die über den vereinbarten Selbstbehalt hinausgehen.

Stellt euch zum Beispiel vor, Kim Kardashian hätte sich einen Solo-Spa-Urlaub auf Bali gebucht, aber einer ihrer Louis Vuitton-Koffer ist unterwegs verloren gegangen. Mit ihrer theoretischen Reiseversicherung würden die Kosten für den Gepäckverlust auf 4.000 € begrenzt, mit einer Selbstbeteiligung von 100 €. Kims Louis Vuitton-Koffer ist 3.500 Euro wert. Nachdem Kim die Selbstbeteiligung von 100 Euro bezahlt hätte, würde ihre Reiseversicherung die restlichen 3.400 Euro übernehmen.

Achtet darauf, das Kleingedrucktes zu lesen. Die Selbstbeteiligung kann für jede Person gültig sein, die einen Anspruch geltend machen muss (z. B. für alle Mitglieder einer Gruppe, die einen Flug verpasst haben), oder für jede weitere Kategorie, für die ihr einen Anspruch geltend machen müsst (z.B. habt ihr euren Koffer verloren und euer Reisepass war in dem Koffer – d.h. fehlendes Gepäck plus fehlende Dokumente). Umso mehr Schaden entsteht, desto besser zeigt sich, ob die Wahl eurer Police gut war.

Wie gut auch immer man sich absichert, man hofft dennoch darauf, die abgeschlossenen Versicherungen nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Kommt es jedoch zum Ernstfall, ist es wichtig, zu wissen, was zu tun ist.

Wenn etwas schief geht (der Flug ist etwa wegen Reiserestriktionen im Zielland ausgefallen) und ihr einen Anspruch geltend machen müsst, ist dies normalerweise ein recht unkomplizierter Vorgang. Bleibt also ruhig – so ist das Leben und euer Versicherer ist da, um euch zu helfen. Dafür habt ihr ja immerhin bezahlt. Überprüft die Bedingungen eurer Police, um festzustellen, was nun zu tun ist. Normalerweise müsst ihr innerhalb von etwa einem Monat nach dem letzten Tag eurer Reise den jeweiligen Anspruch einreichen. Heutzutage geht das häufig schnell und einfach per Online-Formular.

Es ist empfehlenswert, eine Kopie eures Versicherungsschreibens auf eurer Reise mitzuführen. Speichert euch daher eine Kopie auf eurem Smartphone und stellt sicher, dass ihr sie im Notfall parat habt – insbesondere die Informationen zur medizinischen Notfallversorgung.

Für verlorene Gepäckstücke braucht ihr im Normalfall eine Bestätigung eurer Fluggesellschaft oder der Flughafen-Bodenabfertigung, um zu belegen, dass das Gepäckstück fehlt oder verloren gegangen ist. Holt es euch also am Flughafen ab und bewahrt es sicher auf. Wenn während eurer Abwesenheit etwas verloren geht oder gestohlen wird, solltet ihr versuchen, euch einen Bericht von einer örtlichen Polizeistation aushändigen zu lassen, und euch mit diesem so schnell wie möglich bei eurer Versicherung zu melden. Bei manchen Versicherungspolicen müsst ihr dies schon innerhalb von 24 Stunden nach dem Vorfall tun. Wenn ihr für Ersatz oder andere Kosten aufkommen müsst, inklusive Arztrechnungen, solltet ihr die Zahlungsbelege sicher aufbewahren, falls ihr sie eurem Versicherer vorlegen müsst. Sie beschleunigen den Antragsprozess.

Wenn eure Reise annulliert wurde, müsst ihr normalerweise zuerst versuchen, eine Rückerstattung von eurem Reiseanbieter oder der Fluggesellschaft zu beantragen. Er ist die erste Anlaufstelle, bevor ihr euch an euren Versicherer wendet. Das liegt daran, dass die meisten Versicherer nur Kosten bezahlen, die vom Reiseanbieter nicht erstattet werden können. Daher werden die Versicherten meist darauf hingewiesen, zunächst den Reiseanbieter zu kontaktieren. Lehnt dieser ab (aus welchen Gründen auch immer), wendet ihr euch an die Versicherung, die dann häufig nach der Korrespondenz mit dem Anbieter oder einer Bestätigung von diesem fragen wird.

zusätzlicher Versicherungsschutz

Reiseversicherungsinformationen für Flüge

Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob euer Flug von eurer Reiseversicherung abgedeckt wird oder eure Versicherung bei einer Airline-Insolvenz für die Kosten aufkommt, dann lest weiter. Wir zeigen euch, wie Flüge in die Reiseversicherungsgleichung passen und welche Informationen ihr für euren nächsten Flug benötigt.

Flugverspätungen, Annulierungen oder Störungen werden in der Regel bis zu einer bestimmten Grenze durch eine Reiseversicherung abgedeckt. Reiseversicherer decken jedoch keine vom Coronavirus betroffenen Flüge mehr ab, die gebucht wurden, nachdem COVID-19 am 11. März 2020 als Pandemie eingestuft wurde. Wenn ihr am Virus erkrankt und die Reise nicht antreten könnt, besteht grundsätzlich also kein versicherter Rücktrittsgrund. Umgekehrt kann Anspruch auf Schadensersatz bestehen, wenn der Flug von der Airline aus Ausfällt oder verschoben wird. Für weitere Informationen kontaktiert bitte euren Versicherer oder die Airline. Häufig werden Rückerstattungen oder kostenlose Umbuchungen direkt von der Airline angeboten und es ist nicht nötig, die Reiseversicherung einzuschalten (siehe nächste Frage).

Wenn eurer Flug annulliert wird, habt ihr von Seiten der Fluggesellschaft Anspruch auf eine Rückerstattung, einen Gutschein oder die Möglichkeit einer kostenlosen Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt. Wenn ihr eine dieser Optionen akzeptiert, zahlt eure Versicherung nicht zusätzlich zu dem, was ihr von der Fluggesellschaft erhaltet. Wenn euch keine der Optionen zusteht, sollte dagegen eure Versicherung greifen (abhängig von dem Leistungsufang der Police).

Solltet ihr euren Flug stornieren wollen, muss der Flug aus einem der in der Versicherung genannten Gründe storniert werden. Ansonsten ist dies meist nicht abgedeckt. Bei einer abgeschlossenen Reiserücktrittsversicherung kann bei Nichtantritt des gebuchten Urlaubs je nach Art der Versicherung sowie dem zeitlichen Abstand zur geplanten Abreise die volle Kostensumme der Buchung oder zumindest ein Großteil davon zurückerstattet werden. Wenn sich eine Fluggesellschaft wegen eines Ausbruchs des Virus dafür entscheidet, Flüge zu streichen, wird dies von den meisten Policen nicht gedeckt sein und die Last der Entschädigung des Reisenden für seine Verluste fällt auf die Fluggesellschaft. Sollte eure Reise betroffen sein, informiert euch am besten direkt bei eurem Versicherungsanbieter oder lest in den Versicherungsbedingungen nach, welche Leistungen abgedeckt sind und wie ihr nun weiter verfahren sollt. Prüft auch, ob sich das Coronavirus nicht auf eure Versicherungspolice auswirkt.

Seid vorsichtig und überprüft eure Versicherungsbedingungen genau, bevor ihr freiwillig einen Flug storniert, um sicherzustellen, dass euer Rücktrittsgrund versichert ist.

Leider ist das finanzielle Versagen oder die Insolvenz von Fluggesellschaften und Reiseanbietern in vielen Reiseversicherungen nicht abgedeckt. Das heißt, Tickets, die ihr direkt bei der Airline gebucht habt, verlieren ihre Gültigkeit, sobald das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt hat. Was die Versicherung bei der Pleite einer Fluggesellschaft genau beinhaltet, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab. Einige Reiseversicherungen bieten eine Versicherung gegen die Insolvenz von Fluggesellschaften an, die je nach Versicherungsbedingungen den Ticketpreis erstattet, einen Anteil der Kosten für ein neues Ticket deckt, oder ein Ersatzticket anbietet.

Bei Pauschalreisenden greift dagegen die Pauschalreiserichtlinie. Dieses Absicherungssystem sieht vor, Reisende umfassend vor der Zahlungsunfähigkeit von Reiseveranstaltern zu schützen. Euer Reiseanbieter ist für den gesamten Ablauf der Reise verantwortlich und muss sich dementsprechend um eine konstenlose Ersatzbeförderung kümmern. Auch Mehrkosten entstehen dabei für euch nicht: Findet etwa der Rückflug einen Tag später statt, muss der Reiseveranstalter die zusätzliche Übernachtung zahlen. Durch Einschaltung eines sogenannten „Kundengeldabsicherers“ (Versicherer oder Kreditinstitut) wird dafür gesorgt, dass den Reisenden im Fall der Insolvenz des Reiseveranstalters vor Erbringung der gesamten Reiseleistung der gezahlte Reisepreis für ausgefallene Reiseleistungen erstattet wird.

Neben der Reiseversicherung gibt es noch einige weitere Möglichkeiten, durch die eure Reise geschützt ist.

Bei Pauschalreisen greift die Pau­schal­rei­se­richtlinie. Wenn der Reiseveranstalter die Reise absagt oder Reiseleistungen ausfallen, haben die Reisenden einen Anspruch auf Rück­er­stattung. Unter Umständen kann die Pauschalreiserichtlinie auch im Fall von Einzelbuchungen greifen, und zwar wenn es sich um eine sogenannte „verbundene Reiseleistung“ handelt. Diese kann dann vorliegen, wenn der Kunde im Reisebüro mindestens zwei verschiedene Leistungen für dieselbe Reise bucht.

Beim Buchen mit einer Kreditkarte werdet ihr zusätzlich geschützt. Wird der Schaden von der Insolvenz­versicherung nicht oder nur teil­weise getragen, könnt ihr bei eurer Bank ein sogenanntes Char­geback-Verfahren einleiten lassen. Das Verfahren ist eine Möglich­keit für Kunden, Zahlungen, die sie mit der Kreditkarte geleistet haben, zurück­zurufen. Das heißt, ein Chargeback kann auch bei einer Flugannullierung der Airline hilfreich sein, wenn die Fluggesellschaft sich weigert, das Geld zu erstatten und z.B. nur einen Gutschein anbietet. Voraussetzung dafür ist, dass ihr euren Flug mit einer Kreditkarte bezahlt habt.

Reiseversicherung und Coronavirus

Ein Guide zur Reiseversicherung in Zeiten des Coronavirus

Das Coronavirus (COVID-19) hat das Reisen auf vielfältige Weise beeinflusst. Lest weiter und erfahrt, wie – oder ob – sich eure Reiseversicherung infolge der globalen Pandemie geändert hat und was das für künftige Leistungsansprüche bedeutet.

Wenn ihr eine Reiseversicherung abgeschlossen habt, bevor das Coronavirus zu einer Pandemie erklärt wurde, seid ihr im Normalfall abgesichert. Das relevante Datum variiert je nach Versicherer, aber am 12. März 2020 könnte sich einiges geändert haben (das ist das Datum, an dem das Coronavirus von der WHO zur Pandemie erklärt wurde).

Die Reiseversicherung deckt normalerweise keine Annullierung für Reisen ab, die gebucht wurden, nachdem das Coronavirus zu einer Pandemie erklärt wurde, es sei denn, die Versicherung deckt dieses Risiko ausdrücklich ab. Einige Versicherungen bieten mittlerweile einen CORONA-Reiseschutz als Zusatzversicherung zu einer bestehenden Reiserücktritts-und Reiseabbruchversicherung an.

Die Kostenerstattung für eine Stornierung eurer Reise oder einen Reiseabbruch ist also abhängig von den jeweiligen Versicherungsbedingungen und -leistungen. Informiert euch dazu auch auf der Webseite eurer Versicherung oder prüft eure Versicherungsunterlagen.

Die meisten Versicherer teilen den Versicherten mit, ob sich das Coronavirus auf ihre zukünftigen Reisepläne auswirkt. Überprüft auf den offiziellen Websites, ob die Richtlinien geändert wurden, oder wendet euch an euren Anbieter, um weitere Informationen zu erhalten. Bestimmte bestehende Richtlinien haben jetzt möglicherweise auch strengere Fristen, zu denen ihr eine Entschädigung für eine annullierte Reise beantragen könnt. Versäumt also nicht, einen Anspruch geltend zu machen. Wenn sich seit dem Abschluss eurer Police etwas geändert hat, sollte der Anbieter euch kontaktieren, um euch dies mitzuteilen. Stellt sicher, dass ihr auch euren E-Mail-Spam-Ordner überprüft – nur für den Fall.

Im Normalfall wird dies nicht der Fall sein (es sei denn, ihr wart zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Pandemie bereits dort), dennoch solltet ihr eure Police überprüfen und mit eurem Versicherer sprechen.

Wenn ihr eine Versicherung abgeschlossen habt, nachdem das Coronavirus zur Pandemie erklärt worden ist, ist es unwahrscheinlich, dass ihr dagegen versichert seid. Achtet darauf, auch die Empfehlungen eurer Regierungen zu verfolgen, da einige Versicherungen sich nach den offiziellen Regierungsempfehlungen richten werden (z. B. nach den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes).

Wenn das Auswärtige Amt vor allen nicht notwendigen Reisen warnt, passen sich die Versicherungspolicen an – in vielen Fällen sogar dann, wenn Fluggesellschaften euren Flug noch nicht gestrichen haben. Einige Versicherungen bieten jedoch mittlerweile einen CORONA-Reiseschutz als Zusatzversicherung zu einer bestehenden Reiserücktritts-und Reiseabbruchversicherung an. Informiert euch diesbezüglich.

Wenn ihr bereits davor eine Versicherungspolice abgeschlossen hattet, z. B. eine jährliche Police, eure Reise jedoch erst gebucht habt, nachdem das Coronavirus ausgebrochen ist, ist diese wahrscheinlich auch nicht abgedeckt.

Übrigens: Wenn das Auswärtige Amt nicht vor Reisen zu einem Ziel gewarnt hat, ihr euch jedoch trotzdem für eine Stornierung entscheidet, wird das als freiwillige Stornierung gewertet, und eure Versicherung deckt dies dementsprechend nicht ab.

Grundsätzlich sind Versicherungsfälle aufgrund von Epidemien oder Pandemien nicht abgesichert, allerdings leisten einige Versicherungen weiterhin bei Reiserücktritt, Reiseabbruch und im Rahmen der Reise-Krankenversicherung, wenn eine COVID-19 Erkrankung diagnostiziert wird. Einige Anbieter wiederum bieten mittlerweile einen erweiterten Corona-Versicherungsschutz an. Informiert euch dazu bei eurem jeweiligen Anbieter.

Zudem raten viele Regierungen immer noch von Reisen zu bestimmten Zielen ab, und die Versicherer richten sich im Regelfall nach den offiziellen Reisewarnungen bzw. -hinweisen.

Wenn ihr aufgrund von Reisebeschränkungen nicht reisen könnt und vor der Coronakrise eine Reiseversicherung abgeschlossen habt, solltet ihr berechtigt sein, eure Police kündigen zu können.

Wendet euch an euren Versicherungsanbieter, da einige möglicherweise Fristen für Rückerstattungen festgelegt haben oder bestimmte Regeln für Coronavirus-Stornierungen gelten, z. B. anteilige Rückerstattungen.

Beachtet auch, dass ihr eure Police nur kündigen könnt, wenn ihr noch keinen Anspruch darauf geltend gemacht habt. Wenn ihr ausstehende Ansprüche von Reisen habt, die aufgrund des Coronavirus gestrichen wurden, werden diese ungültig, sobald ihr eure Versicherung kündigt.

Überlegt außerdem, ob ihr demnächst Reisen buchen möchtet, da es zurzeit viel schwieriger ist, eine neue Reiseversicherung abzuschließen.

Ihr könnt eine Versicherungspolice in der Regel auch innerhalb von 14 Tagen nach Abschluss kündigen. Wenn ihr die Versicherung also gerade erst abgeschlossen habt, ist dies sicherlich eine Überlegung wert.

Bevor ihr also eure Versicherung kündigt, stellt sicher, dass ihr sie nicht brauchen werdet. Sobald sie gekündigt wurde, ist die Möglichkeit, Ansprüche geltend zu machen, vertan.

Reiseversicherung in Coronazeiten

Glossar rund um das Thema Reiseversicherung

Ein Chargeback ist dafür gedacht, Verbraucher vor Kreditkartenbetrug, aber auch nicht erbrachten Leistungen, wie Flugausfällen, zu schützen.

EHIC steht für Europäische Reisekrankenversichertenkarte und ist ein Dokument, mit dem EU-Bürger während ihres Urlaubs kostenlos oder zu reduzierten Kosten in EU- und EWR-Ländern medizinisch behandelt werden können. Davon sind Reisen, die ausschließlich zur medizinischen Behandlung in diesen Ländern gebucht wurden, ausgeschlossen. EHIC ersetzt keine Reiseversicherung, kann aber hilfreich sein.

Finanzielles Versagen eines Reiseanbieters, wie beispielsweise im Falle einer Insolvenz oder Liquidation.

Zu einer Flugstornierung kommt es, wenn ein Fluggast von seinem Flug freiwillig zurücktritt.

Anders als bei einer Flugstornierung, streicht bei einer Flugannullierung die Fluggesellschaft selbst den Flug.

Eine Haftpflichversicherung ist dann wichtig, wenn ihr während einer Reise anderen Menschen versehentlich einen Schaden zufügt. Die Privathaftpflicht springt in dieser Situation ein und fängt die Kosten auf. Dies sind generell Leistungen, die nicht von der Reiseversicherung abgedeckt sind.

Ein von außen kommendes, unvorhersehbares und unkontrollierbares außergewöhnliches Ereignis, das auch durch äußerste Sorgfalt nicht vermieden werden kann (z.B. Blitzschlag, Erdbeben, Pandemie).

Eine Richtlinie des Deutschen Reiserechts, die Reiseveranstalter dazu verpflichtet, durch Einschaltung eines Versicherers oder Kreditinstitutes dafür sorgen muss, dass dem Reisenden im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters vor Erbringung der gesamten Reiseleistung der gezahlte Reisepreis für ausgefallene Reiseleistungen erstattet wird.

Räumlicher Bereich, in dem eure Reiseversicherung gültig ist. Achtet darauf, ob euer Reiseziel in eurer Police abgedeckt ist.

Wenn ihr im Reiseland krank werdet oder euch verletzt und nicht angemessen behandelt werden könnt, ist ein Rücktransport ins Heimatland erforderlich und medizinisch notwendig. Die Kosten werden von eurer Reiseversicherung getragen.

Wenn eine bereits angetretene Reise nicht planmäßig beendet werden kann, handelt es sich um einen Reiseabbruch.

Die Reisehinweise vom Auswärtigen Amt enthalten Informationen zu den relevanten Besonderheiten eines Landes, den Einreisebestimmungen in fremde Länder, zu Zollvorschriften und strafrechtlichen Vorschriften und zu medizinischen Hinweisen.

Reisewarnungen werden vom Auswärtigen Amt ausgesprochen, wenn davon ausgegangen werden muss, dass in dem Reiseland eine konkrete Gefahr für das Wohlbefinden oder gar das Leben der Reisenden besteht.

Die finanzielle Beteiligung in bestimmter Höhe, die der Versicherte bei einem Schadensfall selbst zu zahlen hat. Die Höhe der Selbstbeteiligung ist abhängig von der vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Versicherer und dem Versicherungsnehmer.

Ein Anspruch liegt vor, wenn eure Versicherung für eine Leistung aufkommen muss, die unter eure Versicherungspolice fällt.

Ausschlüsse sind Schäden oder Vorfälle, die eure Reiseversicherung nicht abdeckt. Diese sollten in euren Versicherungsvereinbarungen klar festgelegt sein.

Eine Krankheit, an der die zu versichernde Person zum Zeitpunkt des Abschlusses der Versicherung bereits leidet. Ihr solltet alle Erkrankungen angeben, die euch beim Abschließen der Versicherung bekannt sind. In einigen Fällen kann das bedeuten, dass ihr euch an spezialisierte Versicherungsunternehmen wenden müsst, die euch die Leistungsbedingungen bieten, die ihr benötigt. Dies beinhaltet normalerweise auch „nicht diagnostizierte Erkrankungen“.

Reiseversicherung in Coronazeiten

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Reisebeschränkungen

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