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Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in Kiew

Kiew wird auch als „Jerusalem des Ostens“ bekannt und besticht durch seine fantastische Lage am Ufer des Dnjepr – wir verraten euch, was ihr dort alles unbedingt sehen müsst!

Laut mancher historischen Quellen soll Kiew bereits Anfang des 6. Jahrhunderts von vier Geschwistern aus der ostslawischen Volkgruppe der Poljanen gegründet worden sein. Der Stadtname geht wohl auf Kyj, einen der Gründer, zurück. Andere Quellen datieren die Stadtgründung jedoch auf gut 200 Jahre später. Wie dem auch sei, sicher ist, dass sich die Stadt am Dnjepr in der Nachfolgezeit zu einem sehr einflussreichen Machtzentrum des Kiewer Rus Reiches entwickelte, eines Vorgängerstaates des heutigen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine. Heute ist Kiew mit seinen fast drei Millionen Einwohnern die bei weitem größte Stadt der unabhängigen Ukraine und das allerwichtigste Zentrum für Kultur, Bildung, Handel und Industrie im Land. Lest hier, was es dort alles zu sehen und entdecken gibt!

1. Sophienkathedrale

Sophienkathedrale Kiew

Dieses Musterbeispiel traditioneller Kirchenbaukunst während des Kiewer Rus war das allererste Monument der Ukraine, welches UNESCO-Weltkulturerbe-Status erlangte und zählt zu den am häufigsten besuchten Attraktionen Kiews. Benannt wurde die Kathedrale in Anlehnung an die Hagia Sophia in Istanbul, ist also der Göttlichen Weisheit im Allgemeinen gewidmet und nicht etwa einer Heiligen namens Sophia. Je nachdem, welchen Historikern man glauben will, wurden die Fundamente entweder im Jahr 1011 oder im Jahr 1037 gelegt; in den 1920er-Jahren wollte der ukrainische Sowjet die Kathedrale indessen abreißen und an ihrer Stelle einen Park einrichten lassen. Dazu kam es glücklicherweise nicht – zur Begeisterung der Besucher, welche im Kircheninneren die unwahrscheinlich schönen, im byzantinischen Stil gestalteten Original-Mosaike und -Fresken bestaunen können.

2. St.-Andreas-Kirche

Kiew ist tatsächlich eine Stadt der Kirchen und Klöster, wie der Besucher schon bald nach seiner Ankunft erkennen wird. Die St-Andreas-Kirche ist ein weiteres atemberaubendes Beispiel. Anders als die oben genannte Sophienkathedrale wurde sie jedoch von 1747 bis 1754 im Barockstil errichtet. Ihre prominente Hügellage lässt sie noch imposanter erscheinen, als sie es ohnehin schon ist. Im Kircheninneren ist besonders die barocke Kanzel erwähnenswert – eine absolute Seltenheit in christlich-orthodoxen Kirchenbauten. Man erreicht die Kirche über eine lange, relativ flach ansteigende Freitreppe mit gusseisernen Geländern, sodass ein Besuch auch für weniger fitte Besucher problemlos möglich sein dürfte.

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3. Wladimirkathedrale

Und weiter geht es im Reigen der Kiewer Kirchen mit der 1882 fertiggestellten Wladimirkathedrale. Dieses Mal wird der Besucher mit einem Bauwerk im neobyzantinischen Stil konfrontiert. Die Kirche wurde vollständig aus Spendengeldern finanziert, die aus dem gesamten russischen Reich zusammenkamen (damals war die Ukraine ein Teilstaat des Zarenreichs). Benannt ist sie nach St. Wladimir, der um das Jahr 950 das Christentum im Kiewer Rus einführte. In der prächtig mit Mosaiken und Fresken ausgeschmückten Kirche werden jedoch nicht etwa dessen Reliquien, sondern jene der Heiligen Barbara verwahrt. Die Kathedrale ist außerdem der Hauptsitz des Kiewer Patriarchats der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche.

4. Nationalmuseum der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg

In einem südlichen Außenbezirk Kiews liegt eines der ungewöhnlichsten Museen der ukrainischen Hauptstadt. Der mit rund zehn Hektar Fläche äußerst weitläufige Komplex wurde 1981 von Leonid Breschnew, dem damaligen Parteichef der KPdSU, eröffnet. Die auf dem Gelände verstreut liegenden Gebäude enthalten Ausstellungsstücke, die mit dem „Großen Mutterländischen Krieg“ – also dem Kampf der Sowjetunion gegen die deutschen Invasoren – in Verbindung stehen. Auf dem Freigelände können außerdem unter anderem zahlreiche originale sowjetische, aber auch deutsche Panzer und Artilleriestücke besichtigt werden; gerade diese Sammlung ist einzigartig in der Welt. Im Juni 1996 erhob der damalige ukrainische Staatspräsident Leonid Kutschma den Komplex in den Status eines Nationalmuseums.

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5. Mutter-Heimat-Statue

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Kiew

Wer die Ukraine und Kiew besucht, muss sich zwangsläufig auch mit der Geschichte des Landes als Teilrepublik der Sowjetunion auseinandersetzen. Man kommt nicht darum herum, denn selbstverständlich haben sich auch viele Gebäude und Denkmäler aus der kommunistischen Zeit als historische Zeugen erhalten. Das bekannteste Monument dieser Art ist sicherlich die absolut gigantische Mutter-Heimat-Statue; sie bildet die wichtigste und am häufigsten besichtigte Attraktion innerhalb des Nationalmuseums der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg. Die allegorische, Mutter Russland verkörpernde und aus rostfreiem Stahl geschaffene Frauengestalt ist mit ihren 62 Metern Höhe auch schwerlich zu übersehen. Alleine das Schwert in ihrer rechten Hand ist 16 Meter lang und wiegt stattliche neun Tonnen. In ihrer Linken hält sie einen 13 Meter hohen und acht Meter breiten Schild mit dem Staatsemblem der Sowjetunion.

6. Haus mit den Chimären

Wer zum ersten Mal am Haus mit den Chimären vorüberschreitet, könnte glatt auf den Gedanken kommen, dass vielleicht gleich die Addams Family durch die Vordertür spähen könnte. Die skurrile Fassade ist über und über mit Skulpturen und Reliefs seltsamer (eben „chimärenhafter“) Tiergestalten und Jagdszenen geschmückt. Die fast gotisch anmutenden Winkel und Fensterdurchbrüche tun ihr Übriges, um das Gebäude wie ein Spukhaus wirken zu lassen. In Wirklichkeit wurde es aber von 1901 bis 1902 vom polnischen Architekten Władysław Horodecki als Privatresidenz errichtet. Aufgrund seines bizarren architektonischen Stils erlangte er in Anlehnung an seinen weitaus berühmteren spanischen Kollegen auch den Spitznamen „Kiews Antonio Gaudi“. Bis 2005 war das Haus Residenz der ukrainischen Präsidenten; heute wird es noch immer gelegentlich für offizielle oder diplomatische Anlässe genutzt und kann im Inneren deshalb nicht besichtigt werden.

7. St. Michaelskloster

Unter den etlichen, über das gesamte Stadtgebiet Kiews verstreut liegenden, Klöstern ist das altehrwürdige St. Michaelskloster mit seinen Goldkuppeln und dem weiß getünchten Mauerwerk wohl das attraktivste. Auch die Lage am rechten Dnjepr-Ufer auf einem Felsvorsprung ist atemberaubend schön. Die ersten Klosterbauten wurden hier bereits im 11. Jahrhundert errichtet. Bis zum 19. Jahrhundert wurde die Anlage jedoch immer wieder erweitert, erneuert, ausgebaut und umgebaut. Das Zentralstück ist die Anfang des 18. Jahrhunderts erbaute barocke Klosterkirche. Sie wurde in den 1930er-Jahren im antireligiösen Übereifer des Sowjetstaates jedoch wie viele andere Kirchen ohne jegliche Rücksicht auf deren kulturhistorischen Wert gesprengt und abgetragen. Nach der Unabhängigkeit der Ukraine wurde sie in den Jahren 1997 und 1998 wieder Stein für Stein rekonstruiert.

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8. Nationales Tschernobyl-Museum

Eine reiche Auswahl an Kunst- oder Geschichtsmuseen findet man in jeder größeren Stadt Europas, doch nur in Kiew kann man ein Museum besuchen, das sich mit der schlimmsten zivilnuklearen Katastrophe beschäftigt, die sich jemals ereignet hat. Der Unfall im Atomkraftwerk des ukrainischen Ortes Tschernobyl im Jahr 1986 ist noch so manchem in Erinnerung, denn er löste auf dem ganzen Kontinent Notalarm aus. Es ist den ukrainischen Behörden hoch anzurechnen, die Umstände und vor allen Dingen der bis heute anhaltenden Nachwirkungen der Katastrophe in diesem ungewöhnlichen Museum auszustellen.

9. Nationales Historisches Museum der Ukraine

Zwischen 1937 und 1939 errichtete der Architekt Josef Karakis einen mehrflügeligen neoklassizistischen Monumentalbau zur Unterbringung der Staatlichen Schewtschenko Kunstschule. Sie siedelte jedoch bereits 1944 erneut um und das imposante Gebäude wurde dem Nationalen Historischen Museum der Ukraine zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung gliedert sich in archäologische, ethnografische und weitere Abteilungen, die einen umfassenden Überblick über die reiche Geschichte des Landes und seine Volksgruppen gestatten. Besonders eindrucksvoll sind beispielsweise die kunstvoll gearbeiteten Schmuckstücke des antiken kriegerischen Volksstamms der Skythen, genauso wie eine fantastische Sammlung frühmittelalterlicher Handschriften und Bücher.

10. Marienpalast

Zarina Jelisaweta Petrowna Romanowa erteilte den Auftrag zur Errichtung dieser prunkvollen Residenz direkt am Ufer des Dnjepr. Obwohl er aber bereits 1752 und noch zu ihrer Regierungszeit fertig gestellt wurde, hat sie ihn niemals besucht; stattdessen wurde er ab dem späten 18. Jahrhundert zum Amtssitz des Kiewer Generalgouverneurs. Nach einem verheerenden Brand wurde der Palast 1870 im Auftrag Zar Alexanders II wieder restauriert und diente dann bis 1917 als Unterbringung für Gäste der Zarenfamilie. Seinen Namen Marienpalast erhielt er nach der Gattin Alexanders, Zarina Maria Alexandrowna. Auch im Zweiten Weltkrieg wurde der Prunkbau durch deutsche Bombenangriffe schwer zerstört, Ende der 1940er-Jahre aber erneut wieder aufgebaut. Der Marienpalast ist heute die offizielle zeremonielle Residenz des ukrainischen Präsidenten.

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