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Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in Reykjavik

Islands Hauptstadt lässt den Trubel so mancher anderer Weltmetropole vermissen, wartet aber dennoch mit etlichen Attraktionen auf. Hier stellen wir die besten vor.

Rund 125.000 Einwohner leben in Reykjavik, der am nördlichsten gelegenen Hauptstadt der Welt – das sind nahezu 40 Prozent der Gesamtbevölkerung Islands. Aufgrund ihrer geografischen Lage wird es in Reykjavik auch im Hochsommer tagsüber selten wärmer als etwa 20 Grad. Wolkenkratzer sucht man hier zwar vergeblich und auch die aus anderen Metropolen bekannten Verkehrsstaus sind unbekannt – dennoch weist Reykjavik besonders im Zentrum einige bemerkenswerte supermoderne Gebäude auf. Dazu kommt eine Handvoll historischer Bauwerke sowie eine Reihe teils recht skurriler Museen. Lange Partynächte sollte man sich jedoch nicht ausmalen, denn Reykjavik ist eher etwas für Individualreisende, die ein ungewöhnliches Reiseziel zu schätzen wissen. Hier erfahrt ihr mehr über die 10 besten Sehenswürdigkeiten der isländischen Stadt!

1. Hallgrimskirche (Hallgrímskirkja)

Hallgrimskirche, Hallgrímskirkja

Dieses ohne Zweifel markanteste historische Bauwerk Reykjaviks ist nicht nur die größte Kirche Islands, sondern auch das zweithöchste Gebäude des ganzen Landes. Ihr Bau zog sich dabei jahrzehntelang hin, denn 60 Prozent der Baukosten wurden aus Spendengeldern finanziert. Die Planung der Kirche geht auf das Jahr 1929 zurück, doch erst 1945 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Drei Jahre später konnte die unter dem Chor liegende Krypta geweiht werden. Der Kirchturm wurde 1974 vollendet und es dauerte sodann noch weitere zwölf Jahre bis 1986 schließlich auch das Kirchenschiff fertiggestellt war. Da die Kirche mit ihrem 74,5 Meter hohen Turm auf einem Hügel thront, dominiert sie das Stadtbild Reykjaviks und kann von praktisch jedem Ort der Stadt aus gesehen werden.

2. Isländisches Nationalmuseum (Þjóðminjasafn Íslands)

Im Jahr 1863 als „Antiquitätenmuseum“ gegründet, wurde die Ausstellung des Isländischen Nationalmuseums seitdem wesentlich erweitert und befasst sich nun mit allen Aspekten der kulturhistorischen Geschichte Islands über die vergangenen 1.200 Jahre hinweg. Die faszinierendsten Exponate sind aber nach wie vor sicherlich die archäologischen Fundstücke in der Dauerausstellung. Dazu zählen unter anderem eine aus dem Jahr 1.000 stammende kleine Bronzefigur des altnordischen Gottes Thor, Waffen und Gebrauchsgegenstände der Wikinger, sowie auch eine unschätzbar wertvolle, komplett erhaltene Inkunabel (früher Buchdruck) aus dem Spätmittelalter, die erste Bibel in isländischer Sprache.

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3. Reykjavík 871±2 Museum

Es ist allgemein bekannt, dass Island dereinst zuerst von den Wikingern besiedelt wurde. Auch Leif Eriksson soll von hier aus aufgebrochen sein, um schließlich Nordamerika zu entdecken, welches er aufgrund der dort wachsenden wilden Trauben „Vinland“ (Weinland) nannte. Reykjavik selbst soll um das Jahr 870 gegründet worden sein. Die Ausstellung von Reykjavík 871±2 beweist diese Datierung mittels der Überreste eines Erdwalls, der im Jahr 871 mit einer möglichen Abweichung von plus oder minus zwei Jahren (daher der Name des Museums) erbaut wurde. Die eigentliche Sensation der Ausstellung ist aber ein Wikinger-Langhaus, dessen Ruinen erst 2001 entdeckt wurden und welches laut Archäologen von circa 930 bis 1.000 bewohnt war. Es ist damit eine der ältesten menschlichen Behausungen, die jemals in Island nachgewiesen wurden.

4. Harpa Konzerthalle

Direkt am Hafen erhebt sich eines der modernsten Gebäude Reykjaviks, die 2011 eröffnete Harpa Konzerthalle, der auch ein Konferenzzentrum angeschlossen ist. Das Gebäude ist heute die Heimatbasis des Isländischen Symphonieorchesters sowie der Isländischen Oper. Die kubische Gebäudeform mit ihren abrupten Winkeln und die grau-schwarze Farbe der Außenfassade sollen an die vulkanischen Basaltsteinlager erinnern, die so charakteristisch für die Landschaft Islands sind. Ursprünglich sollte der Komplex auch noch ein Hotel, ein Einkaufszentrum, eine Restaurant-Zone und das Hauptquartier der Isländischen Nationalbank umfassen – diese Pläne wurden jedoch im Verlauf der Finanzkrise, die Island 2008 rüttelte, verworfen.

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5. Isländische Nationalgalerie (Listasafn)

Mit ihrem Schwerpunkt auf isländischen Künstlern wie beispielsweise Jóhannes Sveinsson Kjarval und Ásgrímur Jónsson bietet Islands Nationalgalerie einen exzellenten Einblick in die kunsthistorische Entwicklung des Landes. Die Sammlung mit ihren gegenwärtig rund 5.000 Kunstwerken umfasst jedoch auch Arbeiten ausländischer Künstler, vor allen Dingen aus dem skandinavischen Raum. Der ältere Teil des Museumskomplexes ist interessanterweise in einem ehemaligen, 1916-1917 erbauten Eishaus untergebracht, in dem Fische konserviert wurden. Zwischen 1980 und 1988 wurde das Museum um einen modernen Neubau erweitert.

6. Isländisches Phallusmuseum (Hið Íslenzka Reðasafn)

Wohl eines der eigenwilligsten Museen der Welt befindet sich in Reykjaviks Haupteinkaufsstraße Laugavegur. Das 1997 von dem Privatmann Sigurdur Hjartarson gegründete und seit dessen Pensionierung von seinem Sohn Hjörtur Gísli Sigurdsson weitergeführte Isländische Phallusmuseum beschäftigt sich einzig und ausschließlich mit dem männlichen Geschlechtsteil. Inzwischen umfasst die Sammlung rund 200 konservierte Penisse unterschiedlicher Säugetierarten. Seit 2011 hat sich zu ihr auch erstmals ein menschlicher Penis hinzugesellt – wobei die Identität des „Spenders“ streng geheim gehalten wird. Neben den physischen Exponaten wird die Sammlung durch – wenn wir es einmal so ausdrücken dürfen – „themenverwandte“ Kunstwerke wie Gemälde und Plastiken ergänzt.

7. Sagen-Museum (Saga Museum)

Weniger bierernst als vielmehr ein „Erlebnis-Museum“, lockt diese Einrichtung in der Nähe des Hafens vor allem Familien an. Die Ausstellung umfasst zahlreiche Szenen, in denen lebensgroße Figurengruppen die Geschichte Islands nachstellen. Ein Schwerpunkt liegt natürlich auf der Wikinger-Vergangenheit des Landes und so kann der Besucher beispielsweise Zeuge davon werden, wie sich Leif Eriksson (oder zumindest sein Ebenbild) mit seiner Truppe zur Entdeckung Nordamerikas aufmacht. Sehr viel Spaß haben hier vor allem auch Kinder (und Junggebliebene gleichermaßen), wenn sie in Wikingerkostüme schlüpfen dürfen, um sich sodann für ein Erinnerungsfoto ablichten zu lassen.

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8. Freilichtmuseum Árbæjarsafn

Das größte Freilichtmuseum ganz Islands liegt zwar innerhalb der Hauptstadt, aber irgendwie dennoch auf dem Land – schließlich lassen die außer im dicht besiedelten Stadtzentrum ziemlich weit auseinander liegenden Gebäude der Außenbezirke keine Großstadtatmosphäre aufkommen. Das Árbæjarsafn Museum besteht aus einer Ansammlung von etwa 30 historischen Holzgebäuden aus Reykjavik und anderen Landstrichen Islands, die abgebaut und hier wieder Stück für Stück zusammengesetzt wurden. Darunter befinden sich beispielsweise alte Bauernhäuser und eine traditionelle Grassodenkirche, sowie verschiedene Handwerkerhäuser, in denen freiwillige Mitarbeiter Besuchern bis heute ihre althergebrachte Kunst vorführen. Es gibt sogar ein originales Druckereihaus, in dem eine historische Druckerpresse steht, auf der Island dereinst für kurze Zeit seine Banknoten druckte (heute werden sie bei spezialisierten Firmen im Ausland in Auftrag gegeben).

9. Austurvöllur Platz

Bei den Einwohnern Reykjaviks ist Austurvöllur seit jeher beliebt als Treffpunkt für einen Plausch oder um auch nur ganz einfach bei sonnigem Wetter auf einer Parkbank die Wärme zu genießen. Danach begibt man sich gerne in eines der zahlreichen Cafés, welche die direkt angrenzenden Straßen Vallarstræti und Pósthússtræti säumen. Auf dem Platz, der in der Vergangenheit aufgrund seiner Nähe zum Parlamentsgebäude öfter auch als Versammlungsort für Demonstrationen diente, erhebt sich eine Statue von Jón Sigurdsson, einem einstigen Anführer der Unabhängigkeitsbewegung Islands von Dänemark. Für Besucher ist Austurvöllur außerdem ein hervorragender Ausgangspunkt zu Erkundung der Stadt, denn viele Sehenswürdigkeiten liegen von hier aus in bequemer Gehweite.

10. Isländisches Parlamentsgebäude (Alþingishúsið)

Während viele Wohnhäuser auch in Reykjavik noch heute vorwiegend aus Holz erbaut werden, besteht Islands Parlamentsgebäude aus weitaus beständigerem Material, nämlich Blöcken des mittelkörnigen subvulkanischen Gesteins Dolerit, welches an der Luft durch Oxidation meist eine tiefgrüne, fast moosartig wirkende Farbe annimmt. In dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden und in seiner schlichten Architektur wie ein altes Schulhaus wirkenden Bau tagt der Althing (Alþingi), wie sich Islands Nationalversammlung in Anlehnung an die Wikingerzeit nennt.

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