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Die 10 wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bukarest

Bukarest verfügt über viele sehenswerte Attraktionen, die einen Besuch der rumänischen Hauptstadt zu einem richtigen Erlebnis machen.

Bukarest galt aufgrund seiner neoklassizistischen Häuserzeilen und breiten Boulevards dereinst als das „Paris des Balkans“. Dann kam der sozialistische Diktator Nicolae Ceauşescu, ließ viele historische Straßenzüge und sogar ein ganzes mittelalterliches Stadtviertel abreißen und durch Betonbauten ersetzen. Zum Glück hat genügend alte Bausubstanz überdauert, an die selbst Ceauşescu nie Hand anlegte. Tatsächlich sind heute sogar einige seiner eigenen Bauten zu Touristenattraktionen geworden. Wir zeigen euch, was es in Bukarest so alles zu sehen und bestaunen gibt!

1. Parlamentspalast

Parlamentspalast Bukarest

Der ehemalige „Palast des Volkes“ war das ambitionierteste – und viele sagen auch wahnsinnigste – Prestigeprojekt Ceauşescus und brachte Rumänien an den Rand des Staatsbankrotts. Um Platz für die im Jahr 1984 begonnene Monstrosität mitten im Herzen Bukarests zu schaffen, wurde die mittelalterliche Altstadt größtenteils eingeebnet. Das klotzige Gebäude nimmt eine Grundfläche von 330.000 Quadratmetern (33 Hektar) ein und besitzt mehr als 3.000 Räumlichkeiten. Beim Sturz des Diktators im Jahr 1989 war es noch immer unvollendet – und ist es bis heute geblieben. Es gilt nach dem Pentagon als das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt. Heute ist ein Teil des Baus vom rumänischen Parlament belegt, ein weiterer Teil von der Bukarester Stadtverwaltung. Ironischerweise ist der inzwischen in „Parlamentspalast“ umgetaufte Bau nun die bei Weitem populärste Sehenswürdigkeit der rumänischen Hauptstadt; man kann ihn jedoch ausschließlich im Zug einer geführten Tour besichtigen, die vorgebucht werden muss, was man in praktisch jedem örtlichen Reisebüro tun kann. Achtung: Zur Tour muss unbedingt der Reisepass mitgenommen werden, ansonsten wird der Einlass verweigert!

2. Ceauşescu Villa

Rund zwei Jahrzehnte lang bis zu ihrem Ende vor einem Erschießungskommando am 1. Weihnachtsfeiertag 1989 lebten Nicolae Ceauşescu und seine Gattin Elena in dieser obszön luxuriösen Villa. Das Gebäude wurde renoviert und sämtliche Einrichtung ist authentisch erhalten geblieben, geradeso, als ob der Diktator noch immer dort weilte. Besichtigt werden können unter anderem ein im Keller eingerichtetes Privatkino, die Privatquartiere von Elena und der Ceauşescu-Kinder, sowie natürlich das gemeinsame Schlafzimmer des Ehepaares. Die Einrichtung besteht größtenteils aus modernen, jedoch exquisit ausgeführten Nachahmungen antiker Möbel. Trotz des Luxus ist die Atmosphäre aber steril, kalt, unpersönlich und fast möchte man sagen depressiv. Eine Führung durch die Villa muss im Voraus gebucht werden, was jedes Reisebüro erledigen kann.

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3. Rumänisches Athenäum

Rumänisches Athenäum

Mit seiner von ionischen Säulen gestützten Vorhalle und dem typischen Flachgiebel war das 1888 erbaute Athenäum einem griechischen Tempel nachempfunden, jedoch von Anfang an als Konzerthalle konzipiert. Seinen Namen entlehnt der Bau dabei nicht der griechischen Hauptstadt Athen, sondern der Göttin Athene, die ihrerseits wieder Athen den Namen verlieh. Das Athenäum ist heute Heimatbasis des zelebrierten George Enescu Philharmonischen Orchesters und üblicherweise nur zu Konzertveranstaltungen geöffnet. Nichtsdestotrotz ist auch die äußerst elegante Fassade sicherlich eine Besichtigung (und einige Erinnerungsfotos) wert – und wer Glück hat, der kann auch außerhalb der angesetzten Konzerttermine bisweilen ins Innere schlüpfen.

4. Neue St. Georgskirche

So ganz „neu“ ist die Neue St. Georgskirche trotz ihres Namens nicht mehr, denn sie wurde bereits 1699 errichtet. Ceauşescu war trotz seiner politischen Gesinnung und seines Größenwahns Zeit seines Lebens gläubiger Katholik und es ist wohl alleinig diesem Umstand zu verdanken, dass diese Kirche zusammen mit vielen weiteren in Bukarest seine Regierungszeit überstanden hat. Die Neue St. Georgskirche ist vor allem als Grabstätte eines rumänischen Nationalhelden, des wallachischen Fürsten Constantin Brâncoveanu (1688–1714), berühmt. Rumänien war Teil des Osmanischen Reichs und Brâncoveanu hatte sich 1711 geweigert, Truppen für den Russisch-Türkischen Krieg beizusteuern. Zur Bestrafung wurden er und seine vier Söhne 1714 nach Istanbul gebracht und dort geköpft. Seine sterblichen Überreste wurden Jahre später nach Bukarest überführt und in der Kirche beigesetzt.

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5. Patriarchen-Kathedrale

Hinter grauen, uninspirierten Wohnblocks der Ceauşescu-Ära versteckt sich diese exquisite Kathedrale, Sitz des Patriarchen der Rumänisch-Orthodoxen Kirche. Erbaut zwischen 1656 und 1658 ersetzte das heutige prachtvolle Gebäude eine einfache Holzkirche aus dem 15. Jahrhundert. Ursprünglich war die Patriarchen-Kathedrale mit leuchtenden Wandgemälden ausgeschmückt, von denen jedoch praktisch nichts überlebt hat. Die Ausnahme ist eine Wand-Ikone, die den römischen Kaiser Konstantin den Großen und seine Gemahlin Kaiserin Helena darstellt, denen die Kathedrale gewidmet ist.

6. Trajan-Statue

Erst im Jahr 2012 wurde die Bronzestatue des römischen Kaiser Trajan errichtet und ist damit eine der jüngsten Attraktionen Bukarests. Der unbekleidete Trajan hält eine Wölfin auf dem Arm, Sinnbild sowohl Roms (Stadtgründer Romulus soll als ausgesetztes Kleinkind dereinst von einer Wölfin genährt worden sein) als auch Rumäniens (die Ureinwohner führten die Nachbildung einer Wölfin auf ihren Kriegsstandarten). Doch Trajans Standbild ist unter Umständen auch das wohl einzige Beispiel auf der Welt, in dem eine dereinst unterworfene Nation dem Eroberer ein Denkmal setzte – wenn auch rund 2000 Jahre nach dem betreffenden Feldzug. Trajan eroberte das heutige Staatsgebiet Rumäniens nämlich in einem blutigen Krieg und verleibte es als römische Provinz Dacia seinem Imperium ein. Währenddessen scheidet die Trajan-Statue auch die Gemüter: Manche Einwohner Bukarests haben kritisiert, dass der Kaiser splitternackt dargestellt wurde, während die Wölfin von einem Schal umschlungen ist; wieder andere verteidigen die Statue als großartiges modernes Kunstwerk.

7. Triumphbogen

Fast gerade so, als ob Bukarest seinen damaligen Ruf als „Paris des Balkans“ aktiv zu festigen gedachte, ließ die Stadt im Jahr 1935 ihren eigenen Triumphbogen errichten. Was dabei auffällt ist, dass das Bukarester Monument fast haargenau nach dem Arc de Triomphe in Paris modelliert wurde – allerdings ist es mit 27 Metern weniger als halb so hoch wie das französische „Original“. Während der Arc de Triomphe jedoch die erfolgreichen Eroberungszüge Napoleons verewigt, war der Anlass für den Bukarester Bau das Gedenken an die Wiedervereinigung Rumäniens im Jahr 1918. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg musste Ungarn (das ja Teil des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn gewesen war) rund ein Drittel seines Staatsgebietes im Südosten an Rumänien abtreten, weil die dortige Bevölkerung angeblich zum großen Teil rumänischer Abstammung war. An den Seiten des Triumphbogens sind Schlachten der rumänischen Armee im 1. Weltkrieg vermerkt, und zwar ungeachtet der Tatsache, dass sie praktisch jede dieser Schlachten verloren hatte und fast ganz Rumänien bis zum Kriegsende zudem noch von deutschen, österreichisch-ungarischen und bulgarischen Truppen besetzt war. Doch nationalistisch inspirierte Geschichtsschreibung ist nicht immer unbedingt mit faktischer Geschichte gleichzusetzen – ob in Rumänien oder anderswo spielt eigentlich keine Rolle.

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8. Alte Fürstliche Hofkirche und Ruinen des Fürstenpalastes

Zwischen 1546 und 1559, während der Herrschaft des walachischen Fürsten Mircea Ciobanul erbaut, ist diese atmosphärisch reizvolle Kirche das einzige intakt geblieben Bauwerk des ehemaligen Fürstenpalastes und gilt außerdem als der älteste erhaltene Sakralbau Bukarests. Obwohl sie mittlerweile ziemlich ausgebleicht sind und eine Restaurierung vertragen könnten, sind die links und rechts neben dem Altar zu sehenden Wandfresken aus der Zeit des Kirchenbaus stammende Originale; die eindrucksvoll gestaltete Steineinrahmung des Hauptportals wurde jedoch erst 1715 angebracht. Direkt neben der Kirche liegt ein ausgedehntes Ruinenareal aus Fundamenten und alten Mauern. Hierbei handelt es sich um die Überreste des ehemaligen Fürstenpalastes, der zur gleichen Zeit wie die Kirche erbaut wurde. Das Ruinenfeld wird noch immer archäologisch erschlossen und dürfte daher im Gegensatz zur gut erhaltenen Kirche nur für echte Archäologie-Freunde von Interesse sein. Beim Haupteingang zu den Ausgrabungen steht jedoch eine Statue von Vlad Ţepeş (Vlad der Pfähler), eines Walachenfürsten, der aufgrund seiner Grausamkeit und seines Blutdursts dem irischen Schriftsteller Bram Stoker als Inspiration für seine Romanfigur des Grafen Dracula gedient haben soll.

9. Nationales Kunstmuseum

Untergebracht in einem ehemaligen Königspalast aus dem 19. Jahrhundert, ist dieses massive und interessante Museum in zwei Hauptabteilungen untergliedert: In der einen werden Skulpturen und Gemälde rumänischer Künstler ausgestellt, wobei der Schwerpunkt bei antiken und mittelalterlichen Stücken liegt, die andere, mit rund 12.000 Ausstellungstücken weitaus umfangreichere Sektion, ist europäischen Meistern gewidmet. Die Exponate sind dabei nach Nationalitäten geordnet.

10. Museum des rumänischen Bauern

Über die Jahrhunderte hinweg haben vor allem die Bauern Rumäniens bzw. seiner Teilregionen die Geschicke des Landes auf ihren Schultern getragen – und zwar meistens in Leid und weitaus weniger oft in Freude. Die Existenz dieses interessanten Museums – eines der am meisten besuchten in ganz Bukarest – erscheint deswegen nur allzu angemessen. Über das Gelände verstreut kann man mehrere originale alte Bauernkaten und sogar eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Dorfkirche besichtigen. In den Innenräumen sind Feldgeräte, Haushaltsgegenstände und Trachten aus verschiedenen Epochen des rumänischen Landlebens ausgestellt. Nicht verpassen sollte man auch eine etwas bedrückende Ausstellung im Untergeschoss, welche das katastrophale kommunistische Landkollektivierungsprogramm unter Ceauşescu dokumentiert.

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