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Interview des Monats: Der Traum vom Schüleraustausch

Kickstarter-Campagne samt Homepage: Ravina und Mama Agnes setzen den Traum Schüleraustausch konsequent um.

Der größte Traum von Schülerin Ravina ist es, einen Schüleraustausch zu absolvieren. Für diesen Traum hat sie zusammen mit ihrer Mama Agnes eine Webseite rund um das Thema samt Kickstarter-Kampagne gestartet, um die nötigen Mittel aufzubringen. Wir haben Ravina und Agnes dazu interviewt.

Ravina, dein großer Traum ist es, ein Austauschjahr zu absolvieren. Wann hast du dir den Plan in den Kopf gesetzt und was erwartest du dir davon?

Schon seit längerer Zeit beschäftige ich mich mit diesem Thema; seit ich 14 bin, wurde der Wunsch nach dem Austauschjahr immer größer und inzwischen kann ich es kaum noch erwarten. Ich erwarte von diesem Jahr schon viel, der größte Aspekt ist sicher der, dass ich die Möglichkeit habe, Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen und mich intensiv mit einer neuen Kultur auseinanderzusetzen und damit verbunden, eine neue Sprache zu lernen.

Deine erste Wahl war eigentlich die USA, es ist jetzt aber doch Paraguay geworden. Warum möchtest du dein Austauschjahr speziell in dem Land verbringen?

In der Bewerbungsphase musste man fünf Länder angeben, das Wunschland und noch vier Ersatzländer, da hatte ich unter anderem Paraguay angegeben. Die eigentliche Auswahl hat dann meine Organisation für mich getroffen. Es war auch für mich eine Überraschung, dass es ausgerechnet Paraguay geworden ist. Aber inzwischen finde ich es richtig gut so.

Paraguay

Agnes, als Mama von Ravina schreibst auch du hin und wieder auf der Homepage deiner Tochter: Ravina Has A Dream. Dabei teilst du deine Gedanken als Elternteil, um eure Erfahrungen anderen Eltern näherzubringen. Worauf und wie sollte man sich als Eltern vorbereiten, wenn das Kind für ein Jahr oder zumindest eine längere Zeit ins Ausland möchte – noch dazu wenn es sehr weit weg geht?

Ich habe Ravina eigentlich von Beginn an auf ihrem Weg unterstützt, weil ich diese Möglichkeit total schön finde. Auf der einen Seite schmerzt natürlich der Gedanke, das eigene Kind so weit entfernt zu wissen, aber auf der anderen Seite bin ich total stolz, dass sie diesen Weg geht. Am wichtigsten finde ich die richtige Auswahl der Organisation und im nächsten Schritt dann die ganzen medizinischen Vorbereitungen (sind ja für jedes Land andere). Falls man auf Förderungen und Stipendien angewiesen ist, sollte man sich schon frühzeitig Gedanken machen und sich um alle notwendigen Unterlagen kümmern, das war einer der Punkte die sehr viel Zeit in Anspruch genommen haben.

Welche Vorbereitungen sind notwendig, bevor man als Schüler für so lange in ein anderes Land gehen kann – vor allem auch in Hinblick auf die neue Schule und Gastfamilie?

Von der Organisation gibt es verschiedene Vorbereitungswochenenden, die auf das Austauschjahr vorbereiten. Da lernt man unter anderem sich selber zu hinterfragen, andere und fremde Kulturen anzunehmen und andere wichtige Aspekte. Privat muss man sich dann um die medizinischen Dinge kümmern, welche Impfungen werden benötigt etc.

Ihr habt auf Ravina’s Blog auch eine Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung des Austauschjahres gestartet. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen und denkt ihr, es wäre auch für andere Austauschschüler und deren Eltern eine interessante Variante der Finanzierung?

Diese Idee entstand völlig spontan. Ravina war von Anfang an bewusst, dass wir als Eltern nicht den Komplettbetrag alleine bezahlen können. Die Idee der Webseite war schnell geboren und ist auch von anderen umsetzbar, allerdings das darf man nicht verschweigen, dass es schwierig ist, die eigene Seite so zu positionieren, dass sie gefunden wird und man fremde Menschen davon überzeugen kann, sich dafür einzusetzen. Aber bei uns hat es gut funktioniert und einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Schüleraustausch

© Ravina & Agnes

 

Ihr habt bereits 91% des Gesamtbetrages zusammen: Wofür genau wird das Geld verwendet und wieviel fehlt euch noch?

Das Geld wird komplett für die Bezahlung des Gesamtpreises des Austauschjahres verwendet, die Organisation bezahlt davon alles was nötig ist und anfällt in dem kompletten Jahr. Es fehlen nun nur noch 660€.

Auf Ravina Has A Dream, findet man aber nicht nur die Kickstarter-Kampagne, sondern auch zahlreiche Infos rund um Paraguay und alles rund um das Thema Austauschjahr. Werdet ihr dieses Projekt auch während und nach dem Austauschjahr weiterführen, um Interessierten eine Plattform zu bieten?

Ja, die Seite wird stetig weiter gefüllt. Ich möchte während meines Austauschjahres den Blog weiterführen, damit auch andere an meinen Erlebnissen Anteil haben können und meine Eltern und Freunde Bescheid wissen, was ich mache und wie es mir geht.

Neue Informationen über Paraguay oder auch den Schüleraustausch an sich werden auch hinzukommen.

Der Abreisetermin rückt näher; wie bereitet ihr euch auf die Abreise vor? Was gibt es noch zu tun?

Die letzten Impfungen stehen noch an, die ultimative Kofferpackliste muss noch erstellt werden und die Abschiedsfeier geplant. Aber ansonsten bereiten wir uns noch nicht besonders auf die Abreise vor.

Traum vom Schüleraustausch

© Ravina & Agnes

 

Worauf freust du dich schon, Ravina, und gibt es auch etwas, wovor du dich vielleicht sogar ein bisschen fürchtest?

Am meisten freue ich mich darauf ein neues Land kennenzulernen, auf meine neue Gastfamilie und auf Treffen mit den anderen Austauschschülern. Ich habe ein bisschen Angst davor, dass ich keine Freunde in Paraguay finde oder mit meiner Gastfamilie nicht gut klar komme. Auch mache ich mir Gedanken ob sich in Deutschland viel verändert, während ich nicht hier bin und es sich dann bei der Rückkehr komisch anfühlt, aber ich glaube das geht jedem Austauschschüler so.

Wie sieht es eigentlich mit deinem Spanisch aus? Sprichst du die Sprache bereits fließend oder ist es ein Ziel von dir, die Sprache dort zu erlernen?

Bis jetzt kann ich noch kein Spanisch, wird also ein Neubeginn für mich. Aber bis zum Abflug übe ich schon ein wenig, es gibt einen Onlinekurs, den AFS (meine Organisation) für die Austauschschüler anbietet.

 

Wer schon aus der Schule raus ist, kann immer noch für längere Zeit ins Ausland, einfach ein Auslandsjahr planen. Wir haben die Tipps:

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