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Reisen für Frauen: Interview mit Pink Compass

Carina Herrmann beantwortet Fragen rund um ihren Blog und das Thema „Reisen für Frauen“.

Pink Compass ist ein Reiseblog für Frauen. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März haben wir uns also mit der Bloggerin Carina Herrmann über Frauen auf Reisen, ihren Schritt in die völlige Ortsunabhängigkeit, ihre Reise-Coaching-Projekte und ihre Reisepläne für 2014 unterhalten.

Pink Compass‘ Reise-Steckbrief:

  • „Must-have“ Reiseutensil: Meine Ohropax!
  • Bevorzugtes Transportmittel: Zug (am liebsten den Ghan in Australien)
  • Gang- oder Fenstersitz: Fenster!!
  • Lieblingsort: Coral Bay in Westaustralien
  • Nächstes Reiseziel: Ein Kurztrip in Italiens Stiefel, der nächste größere Trip wird hoffentlich Kanada ab Juni

Carina von Pink Compass im Interview

© Carina, Pink Compass

 

Gleich mal zu Beginn: Dein Reiseblog Pink Compass ist speziell für Frauen gedacht; was hat dich dazu bewogen, dich auf das „weibliche Reisen“ zu fokussieren?

Als ich 2011 mit dem Reisen so richtig angefangen habe, gab es keine deutschen Reiseblogs, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, also musst ich mit englischsprachigen Blogs vorlieb nehmen. Letztes Jahr habe ich dann beschlossen, diese Lücke auf dem deutschen Markt zu schließen!

Welche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es deiner Meinung nach, wenn es ums Verreisen geht?

Zum einen müssen sich Männer keine Sorgen darum machen, ob sie genügend Tampons im Rucksack haben, um den Trip durch das tiefste Südostasien zu überstehen oder wie sie mit ihren Tagen auf Reisen zurechtkommen. Zum anderen ist da die Frage der Sicherheit. Ich würde nicht behaupten, dass Männer sicherer reisen, nur anders. Wir bekommen eher unerwünschte Aufmerksamkeit von Männern oder haben es in anderen Kulturen schon mal schwerer.

Ein Motto deines Blogs ist: „Ich zeige dir, dass es machbar ist, auch als Frau alleine die Welt zu bereisen!“. Denkst du, dass Frauen eher zögern, wenn es ums alleine verreisen geht?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es unglaublich viele Frauen gibt, die gerne reisen möchten, aber der Punkt „alleine“ hält sie dann sehr oft davon ab. Sie haben Angst, zu vereinsamen oder dass ihnen auf Reisen furchtbar schlimme Dinge passieren. Männer haben da manchmal ein anderes Selbstbewusstsein und vielleicht auch eher das Gefühl, sich in Notlagen dann schon wehren zu können. Außerdem machen uns die ganzen Medienberichte (Indien als Beispiel) natürlich nicht gerade Mut!

Du hast Ende 2013 nun einen drastischen Schritt gewagt und all deine Besitztümer verkauft, um Dauerreisende zu werden. Wie war diese Zeit für dich, in der du dich von allem Trennen musstest und den Schritt ins Ungewisse gewagt hast?

Ich habe das Gleiche ja 2011 schon einmal durchgemacht und hatte nun dieselben Gefühle: Erleichterung alles wieder hinter mir lassen zu können und ein unbändiges Freiheitsgefühl! Der Schritt in die Selbständigkeit war eigentlich das, was mir etwas Bauchschmerzen gemacht hat, aber das geht ja fast jedem Berufsanfänger so. Es ist ein Abenteuer, aber eines das sich lohnt, gelebt zu werden!

Carina in Queensland

© Carina, Pink Compass

 

Du bietest diverse Reise-Coaching Pakete an, bei denen du Reisenden via Videochats bei der Planung und vor allem während der Reise zur Seite stehst. Wie genau gehst du das an und was sind die gängigsten Fragen, die dabei aufkommen?

Meist kommt vorab eine etwas unsichere Anfrage von Frauen, die schon einen groben Plan haben, aber nicht genau wissen, wie sie ihn umsetzen können oder unsicher sind, ob das wirklich so eine gute Idee ist. Ich sehe meine Aufgabe vor allem in der Bestärkung und dem Niederknüppeln ihrer Ängste. Die Planung und Strategie ist zwar dann ein großer Teil und natürlich inbegriffen, aber oft fehlen einfach die richtigen Argumente und Motivationen, auch für sich selbst, um die Traumreise dann tatsächlich anzugehen. Deshalb mache ich das auch über Skype, denn ein „persönliches“ Gespräch mit einer Stimme und einem Gesicht bewirkt da so viel mehr als eine E-Mail. Anschließend erstelle ich dann einen Strategieplan, der genaue Anleitungen und Tipps bis zum Reisestart enthält, und schaue schon auch immer, dass ich den Kontakt anschließend halte, bis ich das Gefühl habe, sie haben nun Stabilität und Sicherheit in sich und ihrem Vorhaben gewonnen.

Denkst du, dass Reise-Coaching in Zukunft immer interessanter werden könnte, um vor allem jungen Menschen, aber auch Quereinsteigern das Individualreisen leichter zu machen bzw. die Angst davor zu nehmen?

Ich glaube, es spielt gar keine Rolle, an welchem Punkt die Frauen in ihrem Leben stehen, Reise-Coaching kann so vielen von ihnen nutzen! Ich hatte schon Anfragen von Schülerinnen, die noch mitten in der Ausbildung stecken, Aussteigern, die sich selbst finden möchten und auch über 50-jährigen Frauen, die nicht akzeptieren wollen, dass es schon zu spät ist, mit dem Reisen jetzt noch anzufangen. Das finde ich toll und beeindruckt mich jeden Tag!

Welche generellen Tipps und Ratschläge würdest du vor allem Frauen, aber auch allen Reisenden geben, die weg vom Komfort hin zu Abenteuer und längerfristigen Reisen, eventuell auch alleine, aufbrechen wollen?

In Babyschritten anfangen! Nicht jede von uns ist zur Individualreisenden geboren, manche brauchen eine Weile, um sich mit den Situationen, die dabei auf einen zukommen, anzufreunden. Ich war und bin immer noch ein totaler Angsthase und vielen geht es ähnlich. Wenn du dich selbst dann überforderst, verlierst du leicht den Spaß daran oder kommst gar nicht erst an den Punkt, es auch genießen zu können! Deshalb vielleicht erst mal in Länder reisen, die als alleinreisende Frau wirklich leicht zu bereisen sind, wie zum Beispiel europäische Länder, Thailand, Bali oder Australien. Hier ist man an alleinreisende Frauen und den Tourismus gewöhnt und es finden sich leicht andere Reisende zum Austausch oder für gemeinsame Aktivitäten.

Carina in Jordanien

© Carina, Pink Compass

 

Was hat sich seit September 2013 jetzt alles bei dir? Welche Länder hast du bereist, welche Erfahrungen gesammelt?

Ich bin in Schottland und Irland gestartet, bin in den schottischen Highland geklettert und habe Dublin erobert. Von dort ging es nach einem kurzen Zwischenstop in Istanbul, weiter nach Israel und Jordanien. Zwei unglaubliche Länder, deren schlechter Ruf ihnen leider die Besucher raubt. Auf den Tempelberg und die Klagemauer in Jerusalem herabschauen zu können oder in der Felsenstadt Petra in Jordanien mit offenem Mund durch die berühmte Schlucht zu laufen, waren unglaubliche Highlights. Schließlich bin ich in Südostasien gelandet und durch Thailand, Vietnam und Malaysia gereist. Es ist kaum irgendwo als Frau so einfach alleine zu reisen, absolut zu empfehlen! Mein letzter Abschnitt war dann Indonesien. In Sumatra die letzten frei lebenden Orang Utans in Dschungel zu erleben ist einfach unglaublich! Dort sollte jede mal gewesen sein! Bali war dann quasi mit einem kurzen Stop in Singapur noch das letzte Schmankerl und ich wollte von dort fast nicht mehr zurück nach Deutschland

Und noch zum Schluss: Wie sehen die Reisepläne für 2014 aus?

Ich stecke gerade bis zum Hals in Planungen und möchte mir gerne endlich den Westen der Weltkarte vorknöpfen: Ab Juni soll es mit dem Working Holiday Visum nach Kanada gehen. Im Oktober würde ich mir zum Geburtstag gerne den Traum von New York erfüllen und danach vielleicht per Roadtrip die USA Ostküste hinunter bis nach Mexiko. Guatemala, Peru und einige andere Länder Mittel- und Südamerikas würde ich dann gerne im Winter bereisen. Ich hoffe meine Pläne funktionieren, also drückt mir die Daumen!

 

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