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Wie wird man zum digitalen Nomaden?

Ihr habt Lust, durch die Welt zu ziehen und euer Geld von unterwegs aus zu verdienen? Dann werdet doch digitaler Nomade! Wir verraten euch, wie.

Die Welt entdecken und dabei Geld zu verdienen, das hört sich für viele wie ein unerreichbarer Traum an. Dabei ist es in der heutigen Zeit recht einfach, seine Reiseträume mit der Arbeit zu verbinden. Alles, was ihr dazu braucht, ist ein Laptop und eine Internetverbindung. Und ein bisschen Mut.

Es gibt nicht nur den einen Weg

Unterwegs arbeiten
© Viola Saschowa

Es gibt nicht nur die eine richtige Vorgehensweise. Jeder digitale Nomade ist anders und geht seinen eigenen Weg. Wichtig ist nur, dass ihr euch im Vorfeld umfassend informiert und nicht einfach von heute auf morgen alles aufgebt und das Land verlasst. Hier haben wir ein paar Anregungen, die euch dabei unterstützen können, euer neues Leben als digitaler Nomade erfolgreich zu planen.

Ihr wollt einfach nur Urlaub machen? Kein Problem!

Welche Jobs eignen sich eigentlich für digitale Nomaden?

ortsunabhängig arbeiten

Im Prinzip könnt ihr euch mit fast allen Berufen ortsunabhängig selbstständig machen. Falls ihr also gerade als Automobilfachverkäuferin arbeitet, baut doch mit eurem Wissen einen Online-Marktplatz für Autos auf. Seid ihr Altenpfleger, könntet ihr Reisen für ältere Menschen anbieten. Und so weiter.

Am einfachsten ist es allerdings, mit überwiegend digitalen Berufen ortsunabhängig euer Geld zu verdienen. Dazu gehören unter anderem Grafiker, Texter, Fotografen, Marketingspezialisten, Programmierer, Salesmanager, Social-Media-Experten, Buchhalter oder Online-Shop-Besitzer. Auch einige Coaches, Finanzberater, Rechtsanwälte, Therapeuten oder Unternehmensberater, die ihre Dienste nur noch oder überwiegend digital anbieten, gibt es.

Hier findet ihr weitere Job-Ideen: 15 Jobs, bei denen man viel reist.

Können digitale Nomaden auch fest angestellt sein?

arbeiten unterwegs

Ja klar! Falls ihr in einem Bereich arbeitet, den ihr auch gut von zu Hause aus erledigen könnt, wäre das im Prinzip kein Problem. Fragt in eurer Firma doch mal vorsichtig an, ob es nicht möglich wäre, eure Arbeit nicht mehr vom Büro aus zu erledigen. Bereitet euch gut auf das Gespräch vor und lasst eurem Vorgesetzten ein bisschen Bedenkzeit. Überlegt euch dazu auch einige Vorteile, die das Unternehmen dadurch hat, dass ihr umherreist (zum Beispiel höhere Arbeitnehmerzufriedenheit, weniger Kosten, weil kein extra Büroraum gezahlt werden muss, oder ihr verzichtet auf eine Gehaltserhöhung, usw.). Außerdem könnt ihr eine Art Reiseprobezeit vereinbaren. Falls es nicht klappt und die Ergebnisse nicht mehr stimmen, kommt ihr halt wieder zurück ins Office. Fragen kostet nichts und mehr als ein Nein braucht ihr nicht zu befürchten.

Auf dem Weg in die Selbstständigkeit

digitale Nomaden

Für die meisten bedeutet der Entschluss, digitaler Nomade zu werden, früher oder später dennoch den Weg in die Selbstständigkeit. Bevor ihr allerdings euren Job kündigt und euch als Grafiker, Texterin oder Unternehmensberater selbstständig macht, solltet ihr euch gut darüber informieren, was dazu nötig ist. Ist ein Gewerbeschein erforderlich oder reicht die Anmeldung als Freelancer? Wie und wohin müsst ihr eure Steuern zahlen? Wie sieht es mit der Sozialversicherung aus? Und wie wollt ihr eure Firma aufbauen? All das sind Themen, mit denen ihr euch dringend auseinandersetzen solltet – und zwar am besten aus der Festanstellung heraus. Bedenkt auch, dass euer Business realistischerweise eine Weile brauchen wird, bis es als Solo-Karriere genügend Geld abwirft. Plant also nach der Gründungsphase auch eine Startphase ein, in der ihr Kunden gewinnt und euch einen Namen macht. Tipp: In vielen Städten werden Gründerseminare angeboten und es gibt Beratungsstellen für Menschen, die sich selbstständig machen möchten.

Wie ist das mit der Post?

digitale Nomaden

Als Gewerbetreibende sowie als Freiberufler braucht ihr eine Geschäftsadresse und am besten auch jemanden, der nach eurer Post sieht und sie euch in Kopie nachsendet. Falls ihr niemanden habt, dem ihr in Sachen Post vertrauen wollt, könnt ihr stattdessen auch eine digitale Briefkastenfirma beauftragen und einen Nachsendeauftrag dorthin schalten oder aber direkt eure virtuelle Geschäftsadresse dort einrichten.

Rücklagen machen das Leben einfacher

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Mit ein paar Rücklagen reist es sich einfach besser. Es kann immer mal etwas dazwischen kommen oder schieflaufen: Vielleicht kommt ihr in eine Gegend, in der es mit dem Internet nicht so reibungslos läuft, sodass ihr ein paar offline Tage überbrücken müsst. Oder eure Kunden sind in Sommerpause. Oder eure Reise zum nächsten Spot kostet doch 200 Euro mehr, als einkalkuliert. Oder ihr wollt euch einen Mietwagen leisten, weil die Landschaft einfach so wundervoll ist. Oder, oder, oder. Da ihr als digitaler Nomade einfach immer wieder eure gewohnte Umgebung verlassen und ständig neuen Herausforderungen gegenüberstehen werdet, ist es entsprechend wichtig, euch einen kleinen, finanziellen Spielraum zu verschaffen. Wie viel hierbei nötig ist, müsst ihr selbst entscheiden – der eine braucht ein dickeres Polster und der andere kommt mit ein paar hundert Euro aus. Schaut einfach, womit ihr euch wohlfühlt.

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Besser gut versichert

unterwegs arbeiten

In Deutschland ist es verpflichtend, krankenversichert zu sein. Falls ihr euch längere Zeit im Ausland aufhalten wollt, könnt ihr hierbei auch eine Auslandskrankenversicherung abschließen und eure inländische Krankenversicherung auf Anwartschaft legen. Informiert euch in jedem Fall gründlich, was eure Auslandskrankenversicherung im Ernstfall an Kosten mit übernimmt. Überlegt euch zudem, ob ihr weitere Versicherungen benötigt – zum Beispiel könnten eine Unfallversicherung oder eine Auslandshaftpflichtversicherung ebenfalls sinnvoll sein, während ihr die Welt erobert.

Falls es erst mal doch nur ein Arbeitsurlaub sein soll, reicht auch eine Reiseversicherung: Tipps zur Reiseversicherung: Welche Versicherung brauche ich?

Ausweis und Visa-Bestimmungen

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Bevor ihr euch auf den Weg macht, stellt auf jeden Fall auch sicher, dass euer Reisepass noch lange genug gültig ist. In viele Länder kommt ihr nur mit einem Pass, der noch mindestens sechs Monate bis zum Ablaufdatum hat. Und auch, falls der deutsche Reisepass als einer der stärksten gilt und ihr in viele Länder ohne Visum einreisen dürft: Informiert euch für jedes Land vorab, was für die Einreise und euren Aufenthalt dort erforderlich ist. Übrigens: Viele Länder möchten direkt bei Ankunft auch gleich euer Rück- oder Weiterreiseticket sehen. Bevor ihr dieses für teures Geld am Flughafen kaufen müsst, organisiert es euch am besten schon im Voraus.

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Telefonische Erreichbarkeit

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Macht euch auch Gedanken über eure telefonische Erreichbarkeit. Gerade, falls ihr mit Kunden Umgang habt, könnte das eine wichtige Voraussetzung für euer Business sein. Es gibt hierbei verschiedene Möglichkeiten: Manche nutzen Dienste wie Sipgate (VoIP), andere laden sich Guthaben auf ihr Skype-Konto, und wieder andere sind nur über Whats App erreichbar. Falls ihr auf Kontinenten wie Asien oder Amerika unterwegs seid, könnte auch das Thema Zeitverschiebung wichtig sein. Bereitet eure Kunden am besten ehestmöglich darauf vor.

Arbeiten, wo andere Urlaub machen

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Macht euch auch klar, dass ihr dort arbeitet, wo andere Urlaub machen. Das ist nicht immer leicht. Während eure neuen Freunde am Strand chillen, wartet euer Kunde vielleicht auf einen dringenden Auftrag von euch. Was hier wirklich hilft, sind Cafés oder Co-working-Spaces, wo auch andere mit ihrem Laptop hinkommen. Dahab (Ägypten) oder Bali (Indonesien) sind unter anderem Hotspots für digitale Nomaden, genau wie etwa auch Lissabon (Portugal).

Abmeldung aus Deutschland

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Ein Thema, das viele digitalen Nomaden beschäftigt, ist auch, ob sie sich nicht doch vollständig aus Deutschland abmelden sollten. Dies bringt verschiedene Vor- und Nachteile mit sich: Zu den Vorteile zählt etwa, dass ihr bei der Kündigung bestimmter Verträge das außerordentliche Kündigungsrecht geltend machen könnt, und manchmal können auch steuerliche Vorteile entstehen. Die Nachteile hingegen sind, dass ihr während der Zeit, in der ihr abgemeldet seid, keinen Anspruch auf Sozialleistungen habt, nicht wählen gehen dürft, und es unter Umständen auch schwierig wird, ein Bankkonto in Deutschland zu eröffnen.

Hinweis: Natürlich ist es jederzeit möglich, euch wieder in Deutschland anzumelden und damit wieder die Vorteile des deutschen Systems zu nutzen.

Alles klar? Fehlt nur noch der Flug!

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