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Warum Georgien eine Reise wert ist

In Georgiens Städten findet ihr ein reizvolles Nebeneinander von geschichtsträchtiger Vergangenheit und aufstrebendem Fortschritt. Auf dem Land reist ihr durch weite Streifen noch fast unberührter Wildnis. Geht nach Georgien, solange ihr da noch beinah alleine unterwegs seid!

Georgien, das Heimatland des charismatischen Popstars Katie Melua, gilt in Sachen Reisen noch als Geheimtipp. Wenn ihr Outdoor-Abenteuer in beeindruckenden Landschaften sucht und euch gerne zwischen geschichtsträchtigen Bauten und einer aufstrebenden, hippen Kultur-Szene bewegt, solltet ihr das Land unbedingt unter die Lupe nehmen.
Es kann durchaus verwirrend sein, sich in Georgien zu bewegen, denn die Einflüsse seiner ehemaligen Eroberer sind vielfältig. Da waren unter anderem die Römer, Mongolen, Araber, Perser, Türken und bis zum Ende der Sowjetunion die Russen. Jedoch machen gerade das multikulturelle sowie das archaisch-futuristische Nebeneinander das Land so spannend. Ein Land, das stolz sein kann auf seine Schönheit und auf seine unermüdliche Energie des Wiederaufbaus.

Die beste Reisezeit für Georgien

Grundsätzlich kann man mit Ausnahme des Winters – in dem es außer an der Schwarzmeerküste ziemlich kalt und schneereich wird – immer nach Georgien reisen. Die optimalen Zeiten für Reisen durch das gesamte Land ist im Frühling (April bis Juni) und im Herbst (September und Oktober). Dann ist es sonnig, recht trocken und angenehm warm. Der Sommer ist vor allem in den Küstengebieten sehr schön und auch für einen Badeurlaub gut geeignet, allerdings teilweise recht schwül. Im Inland kann es dann äußerst heiß werden.

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11 gute Gründe für eine Reise nach Georgien

1. Die Hauptstadt Tiflis

Tiflis, von den Einheimischen Tbilisi genannt, hat etwas Schwermütiges, das jedoch an jeder Ecke von einer pulsierenden Subkultur aufgewühlt wird. Zwischen unzähligen Kirchen und wunderschön morbiden Jugendstilvillen findet man high-tech Bauten sowie alte, die auf hip gestylt sind: Da ist die mit Graffiti bedeckte alte Fabrik, genannt Fabrika, wo sich elektronische Musik und neuste Kunst treffen. Oder das Stamba Hotel, das in den historischen Räumen einer riesigen ehemaligen Druckerei die sich ständig neu erfindende Kunst-Szene in Tiflis zelebriert. Im Café Littera, wo sich einst Schriftsteller die Türklinke in die Hand drücken, kann man im lauschigen Garten philosophieren. Wer noch mehr Geschichte der feinen Art erleben möchte, besucht das Staatliche Seidenmuseum. Danach wollt ihr sicher mal den Kopf auslüften, am besten am Dry Bridge Market, den ihr unter selbigem Namen auf dem Stadtplan findet. An diesem Flohmarkt könnt ihr stundenlang verweilen, da wird wirklich fast alles angeboten.

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2. Die Sameba Kathedrale in Tiflis

Die nächtlich beleuchtete Sameba Kathedrale. credits: Simon Schaufelberger

Nach Plänen des Architekten mit dem klangvollen Namen Artschil Mindiaschwili wurde zwischen 1995 und 2004 hoch oben auf dem Elia-Hügel die Dreifaltigkeits-Kathedrale, auf georgisch Samebas Tadsaro erbaut. Mit dem 105 Meter hohen Turm ist sie die dritthöchste christlich-orthodoxe Kathedrale der Welt. Sie gilt heute als Symbol der nationalen und religiösen Wiedererstehung Georgiens. Das goldene Spitzdach des Turms der Kathedrale ist fast von jedem Punkt in der Stadt zu sehen und somit nicht nur Wahrzeichen, sondern auch ein idealer Orientierungspunkt. Dies funktioniert auch nachts, da der Turm dann herrlich beleuchtet ist. Neben dem Eingang gibt es auch ein gemütliches Café namens Lagitze Waters, wo man leckere Acharuli Khachapuri, Limonaden und Kaffee bekommt. Vom Vorplatz der Kathedrale aus hat man eine wunderschöne Aussicht über die ganze Stadt.

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3. Friedensbrücke

Lässt man den Blick über die Altstadt von Tiflis schweifen, sticht eine futuristische Glas-Stahlkonstruktion ins Auge. Es ist die Friedensbrücke, die sich schwungvoll und leicht über den Fluss Mtkwari – auch Kura genannt – beugt. Auf Georgisch heißt sie Mschwidobis Chidi. Wegen ihrer Form nennen sie die Einheimischen auch gerne „Always Ultra“. Die Friedensbrücke verbindet die Gassen der Altsstadt und den Rike-Park, einer der wenigen autofreien Zonen von Tiflis. Die 250 Glasscheiben der Brücke werden tagsüber von den Sonnenstrahlen erhellt und nachts durch zahlreiche LEDs beleuchtet. Versucht die Brücke bei Tag wie bei Nacht zu besuchen. Am schönsten ist das Erlebnis, wenn man die Brücke nachts im Lichtermeer zu Fuß überquert. Die Lampen leuchten nicht bloß, sie senden Botschaften mit Morsealphabet. Diese enthält die Namen der Hauptelemente, aus denen der menschliche Körper besteht.  

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4. Chronik von Georgien

Die Chronik von Georgien, ein Monument aus den 80ern. credits: Simon Schaufelberger

Die Chronik von Georgien – auch Stonehenge von Tiflis genannt – thront auf dem Berg Keeni in der Nähe des Tiflis Sees. Auf einer breiten Treppe gelangt ihr hoch zum Monument. Was alt wirkt, ist ziemlich jung, nämlich aus den 1980er-Jahren. Es ist das Werk des georgischen Künstlers Zurab Zereteli. Im unteren Teil der Säulen ist das Leben von Jesus Christus dargestellt. Dies ist durchaus bemerkenswert, denn als das Werk entstand, befand sich Georgien unter sowjetisch-kommunistischer Vorherrschaft, welche der Kirche nicht wirklich zugeneigt war. Im oberen Teil des Denkmals sind Königinnen, Könige und weitere berühmten Persönlichkeiten aus der georgischen Geschichte chronologisch dargestellt. Auch Feste, die in der georgischen Tradition tief verankert sind, sind auf den Säulen verewigt. Sie sind ein Spiegel der Geschichte und der Traditionen des georgischen Volkes. Im Schatten des Monuments kommt ihr euch winzig klein vor. Es ist nicht möglich, sich nicht beeindrucken zu lassen.

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5. Vashlovani Nationalpark

Weite und Einsamkeit im Vashlovani Nationalpark. credits: Simon Schaufelberger

Naturliebhaber und Outdoorfans kommen im Vashlovani oder Waschlowani Nationalpark voll und ganz auf ihre Kosten. Dieser abgelegene Teil Georgiens bietet alles von Canyons, Halbwüsten und Blumenteppichen über Berge, Wiesen und grünen Hügeln bis zu kargen, hellbeigen Felslandschaften. Außerdem findet ihr Pistazienbäume, wilde Orchideen, Granatapfelbäume und Apfelbäume, die dem Park seinen Namen gegeben haben. Vashlovani bedeutet auf Georgisch nämlich Apfelgarten. Auch in Sachen Einsamkeit ist diese Ecke der Welt ein Geheimtipp. Da sich die Straßen nur für geübte Offroader eignen, werdet ihr kaum anderen Leuten begegnen. Um den Nationalpark besuchen zu dürfen, müsst ihr euch in Dedoplistskaro im Informationszentrum registrieren lassen und eine Eintrittsgebühr bezahlen. Dort bucht ihr auch die Übernachtungen und kauft eine Wegekarte. Verlasst euch nicht auf Wegweiser. Ihr seid hier echt in der Pampa – eine der letzten fast unberührten Landschaften dieser Erde.

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6. Takthi Tepa Schlammvulkane

Farbenspiele unterwegs zu den Schlammvulkanen. credits: Simon Schaufelberger

Wenn ihr schon beim Vashlovani Nationalpark gewesen seid, lohnt es sich, auch gleich noch die nahe gelegenen Takthi Tepa Schlammvulkane zu besuchen. Der Weg dorthin allein ist voller spektakulärer Landschaften, in denen ihr die Einsamkeit auf euch wirken lassen könnt, wie auch die Stille. Und dann: Mitten im Nichts hört ihr es plötzlich zischen, blubbern und brodeln. Den kleinen Vulkanen, die mehr wie blubbernde Schlammlöcher aussehen, kann man sich gefahrlos nähern, explodieren tun sie nicht. Außer dem grauen Schlamm entweichen dort Gase und Erdöl in unbedenklichen Mengen, jedoch kein Schwefel, weshalb es auch nicht nach faulen Eiern riecht. Ihr könnt euch auch nicht verbrennen, der Schlamm und die Tümpel sind kalt. Daher könnt ihr diese Vulkane sorglos erkunden und sie aus der Nähe fotografieren. Einfach nur genießen, diese Landschaft wie von einer anderen Welt, die ihr mit größter Wahrscheinlichkeit (noch) ganz für euch allein haben werdet.

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7. Tuschetien

In der nordgeorgischen Bergregion Tuschetien liegt auf 1.880 Metern über dem Meeresspiegel das Dorf Omalo. Es ist idealer Ausgangspunkt für Mountainbiking oder Wanderungen. Beispielsweise kann man von Omalo aus eine mehrtägige Wanderung quer durch den Nationalpark Tuschetiens bis nach Schatili in Chewsuretien starten. Vorbei an mittelalterlichen Dörfern führt der Trail über den mehr als 3.400 Meter hohen Atsunta-Pass. Für die 75 km lange Wanderung sollte man je nach Fitnessgrad fünf bis acht Tage einplanen. Ideal sind der Juli und der August. Das Schönste: Ihr dürft hier überall wild campieren! Daher solltet ihr ein leichtes Zelt mitnehmen und ein unvergessliches Outdoor-Abenteuer mit strahlendem Sternenhimmel erleben.

⚠️Hinweis: Omalo ist einzig über die abenteuerliche Tusheti Road mit dem Rest der Welt verbunden. Da die Straße einen großen Teil des Jahres geschlossen ist, könnt ihr Omalo in der Regel nur zwischen Mai und September bereisen.

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8. Kaspek

Wollt ihr eine richtige Bergtour wagen, habt ihr im Kaukasusgebirge die Möglichkeit, einen 5000er zu machen: den 5.047 Meter hohen majestätischen Kaspek. Ausgangspunkt ist die Ortschaft Stepanzminda. Nach etwa drei Stunden Fahrt erhebt er sich vor euch Kaspek, der erloschene Vulkan, gekleidet in Gletschereis. Diesen Riesen zu bezwingen, geht nicht ohne Bergführer. Dieser kommt mit Pferden, die euer Gepäck auf das 3.600 Höhenmeter gelegene Basislager bringen. Über einen Gletscher und Geröllfelder gelangt ihr nach einem Tag zur ersten Hütte. Dort heißt es erstmal, auf günstige Bedingungen zum Aufstieg warten. Seid nicht enttäuscht, wenn sich der Bergführer entscheidet, umzukehren. Für den Kaspek braucht es Mut, Durchhaltewillen und den Segen der Wettergötter. Aber ihr könnt ihn auch von Stepanzminda aus bewundern und dort im gemütlichen Café 5047 bei Loungemusik und Kaffee ganz entspannt das wechselnde Wetter rund um den Gipfel beobachten.

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9. Svanetien

In Svanetien begegnen euch imposante Aussichten mit schneebedeckten Bergen, tiefen Schluchten, tosenden Flüssen und einmal mehr Straßen, die nichts für nervöse Fahrer*innen sind. Die geschwungenen Bergsträßchen führen zu versteckten Dörfern, in denen mittelalterliche Wachtürme nicht fehlen dürfen. In Svanetien fühlt ihr euch, als wäre die Zeit stehengeblieben. Die Svanen – die Bewohner*innen Svanetiens – haben ihre eigene Sprache, Baustile und Bräuche, die wichtiger Bestandteil ihres Alltags sind. In Svanetien könnt ihr herrliche Wanderungen unternehmen, zum Beispiel von Dorf zu Dorf wie von Mulachi nach Mestia. In Mestia befindet sich zudem das historisch-ethnographische Museum von Svanetien. Dort können noch echte Goldschätze bewundert werden, denn jahrhundertelang war Swanetien der Ort, wo die Goldschätze Georgiens aufbewahrt wurden.

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10. Batumi: das bizarre L.A. von Georgien

Nach tagelangen Abenteuern in den Bergen in Landschaften der Weite und Einsamkeit, wo die Zeit stillgestanden scheint, kommt euch ein Besuch in Batumi mit Recht grotesk vor: In der vibrierenden Küstenstadt am Schwarzen Meer schnellen glänzende Wolkenkratzer neben historischen Gebäuden dreist in die Höhe, als könnten sie nicht schnell genug in der Zukunft ankommen. Neben sperrigen Wohnblöcken aus Sovietzeiten blitzen Glaspaläste. Das Nachtleben erinnert an Las Vegas, aber alles irgendwie schräg. Für Fans von David Lynch, Absurdem Theater und allen, die dem Surrealen einen Reiz abgewinnen können. Stürzt euch in den Rausch der Unterhaltung und staunt einmal mehr über die Vielseitigkeit des immer noch rätselhaften Georgiens. Die architektonische Wunderkiste Batumi trifft nicht jeden Geschmack, sie gehört aber zu den sehenswerten Überraschungen dieses Landes, in dem es wirklich noch etwas zu entdecken gibt.

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11. Sairme

Sucht ihr als Abschluss eurer abenteuerlichen Georgienreise einen Ort zum Entspannen, reist nach Sairme. Es liegt in der Region Imereti, in der Nähe der Stadt Kutaissi. Dort gibt es nicht nur schöne Landschaften, sondern ganz besondere Quellen. Der Legende nach sollen im 19. Jahrhundert Jäger einem verwundeten Hirschen gefolgt sein und gesehen haben, wie er aus einer Quelle trank und danach anfing, drumherum Salz zu lecken. Sairme bedeutet Ort eines Hirsches. Später fand man dort Mineralwasser. Sairme-Wasser kommt aus der Tiefe der Nadelwälder und wird in den Krusten der Erde natürlich gefiltert. Seit 1930 gilt Sairme als Sanatorium und wird von allen Herren Ländern bereist von Menschen, die ihre Gesundheit verbessern oder einfach entspannen wollen. Die heilsamen Thermalwässer gepaart mit der frischen Luft und den schönen Landschaften sind wahrhaft ein Ort zum Energie tanken und Erlebtes revue passieren zu lassen.

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