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Zollbestimmungen: Was darf ich aus Drittländern einführen?

Gerade bei Fernreisen sind Souvenirs ein Muss: So bleibt der Urlaub garantiert lange in Erinnerung! Doch was darf ich aus Drittländern kostenfrei einführen?

Zu den sogenannten Drittländern zählen all diejenigen Länder, die nicht zur EU gehören. Hier gelten andere Reglungen als bei Reisen innerhalb der EU. Was genau ihr bei der Rückkehr aus Drittländern beachten müsst, erfahrt ihr in unserem Überblick.

Wo liegen die Reisefreigrenzen?

Drittländer Zoll Informationen: Wo liegen die Reisefreigrenzen

Generell ist es so, dass die Einfuhr von Waren aus Drittländern steuer- und zollpflichtig ist. Es gibt allerdings auch festgelegte Reisefreigrenzen, durch die manche Waren ohne Abgaben nach Deutschland eingeführt werden dürfen. Unter der Voraussetzung, dass die Reisenden die Waren selbst mit sich führen und diese für den privaten Gebrauch bestimmt sind, gelten bei der Einfuhr aus Drittländern folgende Mengen- und Wertgrenzen:

Reisefreigrenzen bei Tabakwaren

Reisefreigrenzen bei Tabakwaren wie Zigarren - Zoll aus Drittländern

Personen, die 17 Jahre oder älter sind, dürfen entweder 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak aus Drittländern abgabefrei mit nach Deutschland bringen. Eine anteilige Kombination der verschiedenen Tabakwaren ist möglich.

Reisefreigrenzen bei alkoholischen Getränken

Zoll bei Wein und anderen alkoholischen Getränken aus Drittländern

Das gleiche Mindestalter gilt bei alkoholhaltigen Getränken. Reisende ab 17 Jahren dürfen entweder einen Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22% vol. oder zwei Liter alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von maximal 22% vol. nach Deutschland einführen; eine anteilsmäßige Kombination davon geht ebenfalls in Ordnung. Zusätzlich ist es erlaubt, bis zu vier Liter nicht-schäumende Weine sowie 16 Liter Bier mit sich zu bringen.

Reisefreigrenzen bei anderen Waren

Zoll und Freigrenzen bei Souvenirs und Kleidung

Zudem dürfen Flug- und Seereisende grundsätzlich weitere Waren bis zu einem Wert von 430€ aus Drittländern nach Deutschland mitbringen. Reist man auf einen anderen Weg ein, etwa mit dem Auto, einem Binnenschiff oder Privatflugzeug bzw. -boot, muss man sich an den niedrigeren Wert von 300€ richten. Bei Kindern unter 15 Jahren senkt sich der maximale Warenwert auf 175€. Generell gilt es zu beachten, dass die Wertgrenzen von mehreren Personen nicht addiert werden können. Darüber hinaus ist es durchaus empfehlenswert, bei den Einkäufen im Urlaub die Kassenbons aufzubewahren, da andernfalls bei einer Kontrolle der Warenwert lediglich geschätzt werden kann

Reisefreigrenzen überschritten! Was nun?

Zollbestimmungen: Was tun bei überschrittener Reisefreigrenze

Liegt der Wert der Waren über der Reisefreigrenze, müssen Steuern gezahlt werden. Als Faustregel gilt, dass bei einem Warenwert bis 700€ eine pauschalisierte Abgabe in Höhe von 17,5% gezahlt werden muss. Übersteigt der Wert der Waren die Grenze von 700€, richten sich die Abgaben nach dem Zolltarif und den einschlägigen Einzelsteuergesetzen. Ausschlaggebend sind dann die Art und der Wert der jeweiligen Waren. Dabei gilt es zu beachten, dass die Steuern und Gebühren vor Ort bezahlt werden müssen. Es besteht aber die Möglichkeit, die Zahlung innerhalb von zehn Tagen nachzuholen. Dann behält der Zoll allerdings sämtliche Waren als Pfand und übergibt diese erst nach der Bezahlung.

Pauschalisierte Abgabesätze dank Zollpräferenzen

Abgabesätze beim Zoll: Präferenzen

Bei der Einfuhr von Waren aus beliebten Urlaubsländern wie beispielsweise aus Thailand, der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island, Südafrika, der Dominikanischen Republik, Indonesien, Tunesien, der Türkei, Marokko und weiteren Mittelmeerländern sowie begünstigten Entwicklungsländern gelten nach einer mündlichen Anmeldung beim Zoll sogenannte Zollpräferenzen. Sofern man einen Gesamtwarenwert von 1.200€ nicht überschreitet und sofern sämtliche Waren für den persönlichen Gebrauch bestimmt sind, gelten pauschalisierte Abgabesätze in Höhe von 15%.

Doch nicht alle Waren dürfen ohne Umstände aus Drittländern mit nach Deutschland gebracht werden. Unter anderem gelten folgende Einschränkungen:

Einschränkungen bei Pflanzen

Zollbestimmungen: Einschränkungen bei Pflanzen aus Drittländern

In der Regel müssen mitgebrachte Pflanzen stets von einem Gesundheitszeugnis begleitet sein, das im Ursprungsland erstellt wurde. Ausnahmen gelten für bis zu 50 Schnittblumen und bis zu 3 kg Früchten pro Person, sofern die Pflanzen oder die pflanzlichen Produkte aus Europa oder dem angrenzenden Mittelmeerraum stammen. Aufgrund des Seuchen- und Artenschutzes empfehlen Experten aber, bei Reisen in Nicht-EU-Länder auf Pflanzen als Souvenirs zu verzichten.

Einschränkungen bei Arznei- und Betäubungsmitteln

Zollbestimmungen Drittländer: Achtung bei der Einfuhr von Arzneimitteln

Reisende, die Arzneimittel in Nicht-EU-Ländern kaufen, dürfen lediglich eine dem persönlichen Bedarf entsprechende Menge einführen. Dies entspricht in der Regel einer Ration für maximal drei Monate. Es ist allerdings verboten, häufig im Doping eingesetzte Stoffe sowie gefälschte Arzneimittel aus Drittländern mit nach Deutschland zu bringen.

Einschränkungen beim Bargeld

 Zollbestimmungen in Nicht-EU-Ländern: Einschränkungen beim Bargeld

Wer mit Bargeld aus Drittländern nach Deutschland reisen möchte, muss dies ab einem Wert von 10.000€ bei der zuständigen Zollstelle in schriftlicher Form anmelden. Die entsprechenden Formulare findet man im Internet auf der Homepage vom Zoll oder mit einem Klick auf den Link.

Einschränkungen bei Feuerwerkskörpern

Auch bei Feuerwerkskörpern gibt es durch den Zoll Einschränkungen bei der Einfuhr

Grundsätzlich sind sämtliche Feuerwerkskörper bei der Einfuhr aus einem Drittland immer an der Zollstelle anzumelden. Dabei ist darauf zu achten, dass es sich dabei um in Deutschland zugelassene Produkte handelt, die mit einem Prüfzeichen versehen sind. Ein klassisches Silvesterfeuerwerk der Kategorie 2 können Personen ab 18 Jahren ganzjährig mit sich führen, wohingegen Feuerwerkskörper höherer Kategorien stets eine gesonderte Erlaubnis erfordern.

Einschränkungen bei Lebensmitteln und tierischen Produkten

Zollbestimmungen bei der Einfuhr aus Drittländern: Fisch, Fleisch und sonstige tierische Produkte

Aufgrund von Krankheiten und Seuchen gelten bei der Einfuhr von Lebensmitteln sensible Reglungen. So dürfen Reisende beispielsweise gar keine Kartoffeln aus Drittländern einführen und auch das Mitbringen von Fleisch, Milch und Milchprodukten sowie Eiern ist verboten. Wer dennoch tierische Produkte mit sich führt, kann nur über bestimmte Eingangsstellen nach Deutschland einreisen und muss spezielle Bescheinigungen und Dokumente vorlegen können.

Zollbestimmungen bei der Einfuhr aus Drittländern: Alkohol mit Schlangen und Ähnlichem

Andere Tiererzeugnisse (wie etwa Produkte mit Schlangenleder, Elfenbein, etc.), aber auch bestimmte Pflanzenarten (Kakteen, Orchideen, etc.) können übrigens unter das Artenschutzgesetz fallen, daher lieber gleich im Urlaubsland die Finger davon lassen. Nimmt man solche Produkte nach Deutschland mit, werden diese nicht nur beschlagnahmt, sondern es droht einem auch eine Geldstrafe.

Einschränkungen bei Haustieren

Zollbestimmungen bei Drittländern: Einschränkungen bei Haustieren

Auch die Einfuhr von Haustieren stellt sich bei der Einreise aus Drittländern als kompliziert heraus. Generell darf man nie mehr als fünf Tiere mit sich führen und diese benötigen unter anderem eine ordnungsgemäße Tollwutschutzimpfung sowie eine amtliche Veterinärbescheinigung, in der die Mikrochipnummer oder die Tätowierung des Tieres eingetragen sind. Zusätzlich sind bestimmte Impfpapiere sowie unter Umständen auch ein Bluttest bei der Einreise erforderlich. Bestimmte als gefährliche Hunderassen eingestufte Hunde dürfen übrigens nicht nach Deutschland eingeführt werden.

Korrektes Verhalten am Flughafen

Zoll-Kontrolle am Flughafen

Sofern man die mitgeführten Waren ausschließlich für den persönlichen Bedarf nutzt und diese innerhalb der Reisefreigrenzen liegen, wählt man am Flughafen den grünen Ausgang. Hier kann es passieren, dass man in eine Kontrolle gerät, die bei Reisenden aus Drittländern routinemäßig durchgeführt werden. Wer Waren mit sich führt, die über die Freimengen hinausgehen, wählt hingegen den roten Ausgang. Diesen Ausgang sollten auch diejenigen nehmen, die sich bezüglich ihrer mitgeführten Waren unsicher sind. Bei den Zollbeamten gibt man dann anschließend sicherheitshalber sämtliche mitgeführten Waren an – auch die, die man für abgabefrei hält. Andernfalls wird man nämlich schnell des Schmuggelns verdächtigt und es drohen Nachzahlungen oder saftige Strafen.

Der Artikel wurde im Oktober 2014 veröffentlicht und im Januar 2017 überarbeitet. Die Regelungen und Informationen sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell, können sich aber jederzeit ändern. Daher empfehlen wir, sich stets im Vorfeld einer Reise über die aktuelle Rechtslage zu informieren.

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