Reisetipps, Infos & Inspiration Der perfekte Fluggast (Teil 3): Während des Fluges

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Der perfekte Fluggast (Teil 3): Während des Fluges

Werdet mit unserer Artikelreihe zum perfekten Flugreisenden oder checkt, ob ihr es bereits seid!

Der Sitzplatz ist gefunden, das Handgepäck verstaut und den Sicherheitshinweisen wurde gelauscht. Jetzt heißt es nur noch zurücklehnen, durchatmen und relaxen; schließlich ist der entspannteste Abschnitt einer jeden Flugreise üblicherweise der Flug selbst – vorausgesetzt zumindest, keiner an Bord sorgt für unnötigen Stress. Im dritten Teil unseres Specials verraten wir euch, wie ihr auch auf Flughöhe zum Mustergast werdet.

1. Die Sache mit den Fensterläden

Flug-Etikette: Die Sache mit den Fensterläden

Wer beruflich viel unterwegs ist, der weiß, wie wichtig ein paar Stunden Schlaf im Flieger sein können – und schlafen geht nun mal am besten, wenn es möglichst dunkel ist. Wer hingegen vorwiegend in den Urlaub fliegt, der möchte verständlicherweise auch schon während des Anflugs etwas von der Gegend sehen oder einfach nur das sonnenbestrahlte Wolkenmeer von oben betrachten. Was also tun, Fensterläden rauf oder runter? Prinzipiell empfiehlt sich hier dasselbe Vorgehen wie bei praktisch allen (potentiellen) Meinungsverschiedenheiten: Am besten zunächst mal freundlich fragen – immerhin besteht die Chance, dass der andere ja überhaupt nichts dagegen hat, die zugezogene Markise hochzumachen oder die offene zu schließen. Kann man sich hingegen nicht so einfach einigen, dann gibt es klare Regeln, wer entscheiden darf, und zwar derjenige, der den Fensterplatz ergattert hat. Wem die Aussicht egal ist, weil er während der Reise ohnehin ausruhen möchte, es dabei jedoch gerne dunkler hat, der sollte sich also trotzdem um einen Fensterplatz bemühen, um die Macht über die Jalousie beanspruchen zu können. Zugezogene Fensterläden helfen übrigens auch dem einen oder anderen beim Überwinden seiner Flugangst – wer sich angesprochen fühlt, sollte diesen Punkt bei der Platzwahl also eventuell ebenfalls berücksichtigen.

2. Sitze so stellen, dass es möglichst alle bequem haben

Flug-Etikette: Sitze so stellen, dass es möglichst alle bequem haben

Die Sitze im Flieger können bekanntlich zurückgestellt werden, um gerade bei längeren Flügen mehr Komfort zu gewährleisten – was durchaus Sinn macht. Das Problem an der Sache: Wenn man den Sitz in Liegeposition bringt, kann sich der oder die Passagier/in hinter einem leicht ein wenig eingeengt fühlen. Um böse Blicke oder noch unangenehmere Reaktionen zu vermeiden, sollte deshalb vorm Umlegen des Sitzes ein kurzer Hinweis an den/die Betroffene erfolgen, um zu fragen, ob das denn in Ordnung wäre, beziehungsweise einfach um vorzuwarnen. Meistens reicht es zudem auch schon aus, den Sitz nicht ganz, sondern nur ein wenig zurückzustellen, um es weitaus bequemer zu haben – was dann auch für den Hintermann/die Hinterfrau um ein Vielfaches angenehmer ist. Während des Starts, der Landung sowie den Mahlzeiten an Bord müssen sich die Sitze übrigens aus Sicherheits- bzw. praktischen Gründen (der kleine Tisch zum Essen befindet sich schließlich an der Rückseite des Vordersitzes) in ihrer Ausgangsposition befinden.

Wolltet ihr schon immer mal wissen, mit welchen Fluglinien ihr besonders komfortabel reisen könnt? Dann seht hier: Airline-Test: Welche Fluglinie hat die bequemsten Sitze?

3. Dem Mittelplatz die Armlehnen überlassen

Flug-Etikette: Dem Mittelplatz die Armlehnen überlassen

In den meisten Passagierflugzeugen befindet sich je ein Sitzblock mit drei Sitzen rechts sowie links des Ganges, was bedeutet, dass pro Reihe zwei Leute mit dem unangenehmeren Platz in der Mitte vorliebnehmen müssen. Besonders unangenehm wird der Platz aber erst dann, wenn einem die Reisenden auf den Nebensitzen fremd sind und dann auch noch die Sitzlehnen beanspruchen – eingepferchter kann man sich während des Fluges kaum fühlen. Aus Rücksicht sollten sich die Passagiere auf den Fenster- beziehungswiese Gangplätzen also mit den äußeren Lehnen begnügen und die beiden mittleren dem Dritten im Bunde überlassen. Solltet ihr selbst einmal in der Situation sein, euch eingepfercht zwischen zwei Lehnen-Gierschlunden wiederzufinden, seht davon ab, mehr oder weniger subtil um euren Platz zu kämpfen, sondern sprecht eure Nachbarn lieber freundlich darauf an – die meisten werden wohl Verständnis haben. Sollte das nicht der Fall sein und ihr fühlt euch allzu eingeengt, könnt ihr euch auch mit der Bitte um Vermittlung oder einen eventuellen Platzwechsel an das Flugpersonal wenden.

4. Auf Zugluft-empfindliche Gäste Rücksicht nehmen

Flug-Etikette: Auf Zugluft-empfindliche Gäste Rücksicht nehmen

Über den Plätzen im Flugzeug befinden sich meist separate Klima-Regulatoren, die bei Bedarf für kühlen Luftzug sorgen. Viele Menschen reagieren auf solche Kaltluft-Gebläse jedoch schnell mit Nacken- und Kopfschmerzen oder gar Erkältungen, was einem die Reise verständlicherweise gehörig verderben kann. Im Flugzeug wird es selten wirklich heiß – auf Flughöhe ist es schließlich auch im Hochsommer eisig kalt und während jedes Fluges muss geheizt werden. Mit anderen Worten: Der Luftzug mag für viele angenehm sein, aufgrund der Temperaturen wirklich notwendig ist er aber kaum; insofern seid doch so freundlich und nehmt lieber ein oder zwei gefühlte Grad mehr in Kauf als jemandem – wörtlich – Kopfschmerzen oder gar Krankheiten zu bescheren.
Das oft gehörte Gerücht, über diese Klimaanlagen würden sich schnell Viren und Bakterien verbreiten, ist übrigens genau das – ein Gerücht: Die Luft im Flugzeug wird ununterbrochen gefiltert und ist somit reiner als in den meisten öffentlichen Räumlichkeiten.

5. Die Toiletten nicht als Aufenthaltsraum nutzen

Flug-Etikette: Die Toiletten nicht als Aufenthaltsraum nutzen

In einem durchschnittlichen Flugzeug gibt es zwei Toiletten für knapp 200 Passagiere – dass es hier schon mal zu Wartezeiten kommt, ist demnach nicht verwunderlich. Besonders lästig wird es aber dann, wenn sich ein Passagier für zehn Minuten oder länger in den Waschraum zurückzieht, um sich etwa kurz vor der Landung (ohnehin meist „Stoßzeit“ in Sachen WC-Besuchen) nochmals frisch zu machen oder sein Make-up zu erneuern. Dass man sich nach einem langen Flug gerne ein wenig zurechtmachen möchte, ist verständlich – allerdings sollte man sich die Fragen stellen, ob derlei Körperpflege nicht bis nach der Landung und somit bis zu den Toilettenanlagen am Flughafen warten kann, beziehungsweise ob man sich nicht auch mit einem kleinen Handspiegel am Sitzplatz zufriedengeben könnte – den unaufschiebbaren Bedürfnissen der anderen Gäste zuliebe.
Ein kleiner Hinweis an dieser Stelle an alle Raucher: Trotz Verboten und Hinweisen passiert es immer noch ab und an, dass jemand die Bordtoiletten nutzen möchte, um sich ungesehen seiner Zigarettensucht hinzugeben – mit äußerst unangenehmen Folgen. Der Rauch wird vom Sicherheitssystem der Maschine als Feuer interpretiert und der zugehörige Alarm ausgelöst, was nicht nur äußerst unangenehm für die Crew und sämtliche Gäste ist, sondern dem puffenden Übeltäter auch sehr teuer kommen kann.

Der Zeit in der Luft ist zumeist der längste Teil der Reise via Flugzeug und insofern sollte man besonders hier darauf achten, dass sich jeder an Bord – inklusive einem selbst – möglichst wohlfühlt. Rücksicht und Höflichkeit stehen dabei wie immer an erster Stelle, aber spätestens nach dem Lesen unserer Tipps seid ihr unter Garantie der absolute Liebling eurer Mitreisenden. In dem Sinne wie immer: Schönen Urlaub!

Zu den anderen Teilen unseres Fluggast-Specials:

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