Italien Food Guide: 12 Gerichte, die ihr unbedingt probieren solltet

Eine kulinarische Reise durch die schönsten Regionen Italiens.

Von neapolitanischer Pizza über cremige Carbonara bis zum Tiramisù: Entdeckt die Spezialitäten, die ihr auf eurer nächsten Italien-Reise probieren solltet.

Italienische Küche: Ein Land, unzählige Spezialitäten

Essen gehört in Italien genauso zur Reise wie historische Städte, Strände und beeindruckende Landschaften. Viele Rezepte werden seit Generationen weitergegeben und sind eng mit ihrer jeweiligen Region verbunden. Eine Carbonara schmeckt in Rom anders als irgendwo sonst, Pizza gehört zu Neapel und für echte Tagliatelle al Ragù solltet ihr nach Bologna reisen. Wir nehmen euch mit auf eine kulinarische Reise durch Italien und zeigen euch zwölf Spezialitäten, die ihr unbedingt probieren solltet.

1. Pizza Napoletana, Neapel

Eine Reise nach Neapel ohne Pizza? Kaum vorstellbar. Die Pizza Napoletana gehört zu den berühmtesten Gerichten Italiens und begeistert mit einem dünnen, weichen Teig und einem luftigen, leicht verkohlten Rand. Der Teig wird bei sehr hoher Temperatur nur kurz im Holzofen gebacken, wodurch die Pizza ihre charakteristische Konsistenz erhält. Der Klassiker ist die Pizza Margherita mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum. Ebenso traditionell ist die noch schlichtere Marinara mit Tomaten, Knoblauch, Oregano und Olivenöl. Statt einer überladenen Zutatenliste stehen bei einer guten neapolitanischen Pizza wenige hochwertige Produkte im Mittelpunkt. Die Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers gehört sogar zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Wo probieren? Natürlich in Neapel. Besonders rund um das historische Zentrum findet ihr zahlreiche traditionsreiche Pizzerien.

2. Carbonara, Rom

Cremig, würzig und überraschend schlicht: Carbonara gehört zu den berühmtesten Gerichten Roms und zeigt perfekt, wie aus wenigen Zutaten etwas Besonderes entstehen kann. Das traditionelle Rezept besteht aus Pasta, Ei, Pecorino Romano, Guanciale und schwarzem Pfeffer. Sahne gehört dagegen nicht in eine klassische römische Carbonara. Ihre cremige Konsistenz entsteht allein durch die Verbindung von Ei, Käse, ausgelassenem Fett des Guanciale und etwas heißem Pastawasser. Besonders häufig wird Carbonara mit Spaghetti oder Rigatoni serviert. Gemeinsam mit Cacio e Pepe, Amatriciana und Gricia gehört sie zu den vier großen Klassikern der römischen Pastaküche. Wenn ihr Rom besucht, lohnt es sich deshalb, nicht nur Carbonara zu bestellen, sondern euch einmal durch mehrere dieser traditionellen Gerichte zu probieren. Wo probieren? In Rom, insbesondere in traditionellen Trattorien in Vierteln wie Testaccio oder Trastevere.

3. Tagliatelle al Ragù, Bologna

Was außerhalb Italiens häufig als Spaghetti Bolognese serviert wird, sieht in Bologna ganz anders aus. Hier kommt das langsam gekochte Ragù traditionell mit frischen Tagliatelle auf den Teller. Die breiten Eiernudeln nehmen die kräftige Fleischsoße besonders gut auf und sorgen dafür, dass sich Pasta und Ragù perfekt miteinander verbinden. Das Gericht ist typisch für die Emilia-Romagna, die nicht ohne Grund zu den kulinarischen Hochburgen Italiens zählt. Aus der Region stammen auch Tortellini, Parmigiano Reggiano, Prosciutto di Parma und der traditionelle Aceto Balsamico. Wer Bologna besucht, sollte deshalb genügend Zeit für ausgedehnte Mittagessen, kleine Feinkostläden und einen Besuch der historischen Märkte einplanen. Wo probieren? Bologna ist die erste Adresse. In den traditionellen Trattorien der Altstadt steht das Gericht fast überall auf der Speisekarte.

4. Risotto alla Milanese, Mailand

Leuchtend gelb, wunderbar cremig und intensiv aromatisch: Risotto alla Milanese gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der Lombardei. Seine charakteristische goldgelbe Farbe und sein feines Aroma verdankt das Gericht dem Safran. Für die typische cremige Konsistenz wird der Reis langsam gegart und immer wieder mit Brühe aufgegossen, bevor Butter und Käse für den letzten Schliff sorgen. Das Gericht zeigt, wie sehr sich die norditalienische Küche von der des Südens unterscheidet. Während dort Pasta, Tomaten und Olivenöl eine große Rolle spielen, begegnen euch in der Lombardei häufiger Reis, Butter und Käse. Risotto alla Milanese wird als eigenständiger Gang serviert, ist aber auch die klassische Begleitung zu Ossobuco, geschmorter Kalbshaxe nach Mailänder Art. Wo probieren? In traditionellen Trattorien und Restaurants in Mailand und der Lombardei.

5. Pesto Genovese mit Trofie, Ligurien

Frisches Basilikum, Pinienkerne, Knoblauch, Parmigiano Reggiano, Pecorino und Olivenöl bilden die Grundlage für eines der bekanntesten Pestos der Welt. In seiner Heimat Ligurien wird Pesto Genovese besonders gerne mit Trofie kombiniert. Die kurzen, leicht gedrehten Nudeln nehmen die aromatische Sauce hervorragend auf und gehören deshalb zu den Klassikern der regionalen Küche. Traditionell wird Pesto im Mörser zubereitet, wodurch das Basilikum möglichst schonend verarbeitet wird. In Ligurien begegnet euch außerdem eine Variante, bei der Kartoffeln und grüne Bohnen gemeinsam mit den Trofie gekocht werden. Besonders schön schmeckt das Gericht natürlich dort, wo es herkommt, mit Blick auf die ligurische Küste und einem Glas lokalen Weißwein dazu. Wo probieren? In Genua sowie entlang der ligurischen Küste, etwa in den Orten der Cinque Terre.

6. Arancini, Sizilien

Außen goldbraun und knusprig, innen weich und herzhaft gefüllt: Arancini gehören zu den bekanntesten Streetfood-Spezialitäten Siziliens. Grundlage ist gekochter Reis, der mit verschiedenen Zutaten gefüllt, paniert und anschließend frittiert wird. Zu den klassischen Varianten gehören Füllungen mit Ragù, Erbsen und Käse, daneben findet ihr inzwischen zahlreiche weitere Kombinationen. Schon beim Namen zeigt sich, wie vielfältig die sizilianische Esskultur ist. In Palermo werden die Reisbällchen häufig als Arancine bezeichnet und rund geformt, während im Osten der Insel eher die Bezeichnung Arancini und eine kegelförmige Variante verbreitet sind. Für Reisende sind sie der perfekte Snack, da ihr sie in Bäckereien, Bars und kleinen Streetfood-Läden praktisch überall bekommt. Wo probieren? Besonders Palermo und Catania sind hervorragende Ziele für sizilianisches Streetfood.

7. Orecchiette con Cime di Rapa, Apulien

Die kleinen, an Ohren erinnernden Orecchiette gehören zu den kulinarischen Wahrzeichen Apuliens. Besonders typisch ist die Kombination mit Cime di Rapa, einem leicht bitteren Blattgemüse, das meist mit Knoblauch, Olivenöl und häufig auch Sardellen zubereitet wird. Das Ergebnis ist ein unkompliziertes, aber ausgesprochen aromatisches Pastagericht, das die bodenständige Küche Süditaliens hervorragend widerspiegelt. In Bari könnt ihr teilweise sogar dabei zusehen, wie die Orecchiette von Hand hergestellt werden. Besonders bekannt dafür ist die Strada delle Orecchiette in der Altstadt, wo die Pasta traditionell vor den Häusern geformt wird. Wer Apulien kulinarisch entdecken möchte, sollte neben Orecchiette auch Focaccia Barese, Burrata und Panzerotti probieren. Wo probieren? In Bari und vielen traditionellen Trattorien in ganz Apulien.

8. Bistecca alla Fiorentina, Florenz

Wer gerne Fleisch isst, sollte sich in der Toskana die Bistecca alla Fiorentina nicht entgehen lassen. Das mächtige Steak wird besonders dick geschnitten und traditionell über sehr hoher Hitze gegrillt. Im Inneren bleibt das Fleisch ausgesprochen rosa bis blutig, während außen eine kräftige Kruste entsteht. Viel braucht es anschließend nicht mehr, denn meist wird lediglich mit Salz und manchmal etwas Pfeffer oder Olivenöl gewürzt. Entscheidend sind vor allem die Qualität des Fleisches, die Dicke des Steaks und die richtige Zubereitung. Eine echte Fiorentina kann weit über ein Kilogramm wiegen und wird deshalb häufig von mehreren Personen geteilt. Zusammen mit einem Glas toskanischem Rotwein wird daraus eines der klassischen kulinarischen Erlebnisse einer Reise nach Florenz. Wo probieren? In traditionellen Trattorien und Steakrestaurants in Florenz und der Toskana.

9. Cicchetti, Venedig

Wer Venedig abseits der klassischen Restaurantbesuche kulinarisch kennenlernen möchte, sollte sich durch die traditionellen Bacari der Stadt probieren. Dort werden Cicchetti serviert, kleine venezianische Snacks, die ein wenig an spanische Tapas erinnern. Je nach Lokal findet ihr kleine Brotscheiben mit Fisch, Käse oder Gemüse, Polpette, eingelegte Spezialitäten und verschiedene Meeresfrüchte. Am besten bestellt ihr mehrere unterschiedliche Cicchetti und kombiniert sie mit einem kleinen Glas Wein, das in Venedig als Ombra bezeichnet wird. Besonders rund um den Rialto-Markt, in Cannaregio und in Dorsoduro findet ihr zahlreiche Bacari. Eine kleine Tour von Lokal zu Lokal ist deshalb eine hervorragende Möglichkeit, Venedig von seiner genussvollen Seite kennenzulernen. Wo probieren? In traditionellen Bacari rund um Rialto sowie in Cannaregio und Dorsoduro.

10. Parmigiana di Melanzane, Süditalien

Auberginen, Tomatensoße, Käse und Basilikum werden bei der Parmigiana di Melanzane Schicht für Schicht miteinander kombiniert und anschließend im Ofen gebacken. Das Ergebnis ist ein herzhaftes, aromatisches Gericht, das zeigt, dass die italienische Küche auch ohne Fleisch wunderbar auskommt. Je nach Rezept werden die Auberginenscheiben vorher gebraten oder frittiert, wodurch die Parmigiana besonders saftig und intensiv schmeckt. Über die genaue Herkunft des Gerichts wird bis heute diskutiert. Besonders eng ist die Parmigiana jedoch mit der Küche Siziliens und Kampaniens verbunden. Wie bei vielen italienischen Klassikern existieren zahlreiche Familienrezepte und regionale Varianten, sodass das Gericht von Restaurant zu Restaurant ein wenig anders schmecken kann. Wo probieren? Besonders in Sizilien und Kampanien findet ihr Parmigiana di Melanzane auf vielen traditionellen Speisekarten.

11. Gelato

Ein Spaziergang durch eine italienische Stadt mit einem Gelato in der Hand gehört für viele genauso zum Urlaub wie Espresso und Pizza. Gutes italienisches Gelato zeichnet sich durch seine besonders cremige Konsistenz und intensive Aromen aus. Zu den Klassikern gehören Pistazie, Haselnuss, Stracciatella, Schokolade und verschiedene Fruchtsorten, doch viele Gelaterien experimentieren inzwischen auch mit saisonalen und regionalen Zutaten. Bei der Wahl einer Gelateria lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Sehr grelle Farben und riesige, hoch aufgetürmte Eisberge sind nicht unbedingt ein Zeichen für handwerklich hergestelltes Gelato. Gute Gelaterien setzen häufig auf natürliche Farben, saisonale Sorten und eine überschaubare Auswahl. Besonders spannend ist es, regionale Geschmacksrichtungen zu probieren, etwa Pistazie auf Sizilien oder Haselnuss im Piemont. Wo probieren? Hervorragende Gelaterien findet ihr in ganz Italien, besonders groß ist die Auswahl in Städten wie Bologna, Florenz und Rom.

12. Tiramisù, Venetien

Mascarpone, Kaffee, Löffelbiskuits und Kakao reichen aus, um eines der berühmtesten Desserts Italiens zu kreieren. Beim klassischen Tiramisù werden in Kaffee getränkte Löffelbiskuits mit einer cremigen Mascarponemasse geschichtet und anschließend großzügig mit Kakao bestäubt. Der Name bedeutet sinngemäß „Zieh mich hoch“ und wird häufig mit der belebenden Wirkung von Kaffee und Zucker in Verbindung gebracht. Über die genaue Entstehungsgeschichte des Tiramisù gibt es unterschiedliche Erzählungen. Besonders eng wird das Dessert jedoch mit Venetien und der Gegend um Treviso verbunden. Heute bekommt ihr Tiramisù praktisch überall in Italien, neben der klassischen Version auch in modernen Varianten mit Pistazien, Früchten oder anderen regionalen Zutaten. Wo probieren? Treviso und Venetien bieten sich besonders an, aber gutes Tiramisù findet ihr mittlerweile in ganz Italien.

Häufige Fragen zum Essen in Italien

Zu den bekanntesten italienischen Spezialitäten gehören Pizza Napoletana, Carbonara, Tagliatelle al Ragù, Risotto, Pesto Genovese und Tiramisù. Welche Gerichte ihr unbedingt probieren solltet, hängt aber stark von eurer Reiseregion ab. Am besten bestellt ihr Spezialitäten, die tatsächlich aus der jeweiligen Region stammen.

Pizza und Pasta sind international die bekanntesten Vertreter der italienischen Küche. Tatsächlich unterscheidet sich die Küche jedoch stark zwischen den Regionen. Norditalien ist beispielsweise für Risotto, Polenta und Käse bekannt, während in Süditalien Tomaten, Olivenöl, Gemüse, Pasta und Meeresfrüchte eine größere Rolle spielen.

Das italienische Frühstück ist meist eher klein und süß. Typisch sind ein Cappuccino oder Espresso und ein Cornetto, das einem Croissant ähnelt und beispielsweise mit Crema, Marmelade oder Schokolade gefüllt sein kann.

Das Abendessen beginnt in Italien häufig später als in Deutschland. Viele Restaurants füllen sich erst ab etwa 20 Uhr, besonders im Süden teilweise noch später. In touristischen Orten öffnen Restaurants jedoch häufig bereits früher.

Der Aperitivo findet traditionell am späten Nachmittag oder frühen Abend statt. Zu einem Getränk wie Aperol Spritz, Campari oder Wein werden kleine Snacks gereicht. In manchen Bars fällt die Auswahl so großzügig aus, dass daraus beinahe eine kleine Mahlzeit wird.

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