Für Reisende von und nach Großbritannien hat sich dank des Handelsabkommens zwischen Großbritannien und der EU nicht allzu viel geändert. Der Brexit hindert euch also keinesfalls daran, einen Städtetrip in London oder Cardiff zu genießen, die Highlands von Schottland zu erkunden oder Nordirland zu entdecken. Gewisse Dinge sind jedoch nicht mehr wie zuvor.
Im folgenden Artikel sind für euch die wichtigsten Reiseaspekte des Brexits zusammengefasst, um euch die Planung eurer nächsten Reise nach Großbritannien zu erleichtern. Hier das Wichtigste:
- Welche sind die Brexit-Länder?
- Brauche ich nun nach dem Brexit ein Visum, um nach Großbritannien zu reisen?
- Brauche ich nun einen Reisepass, um nach Großbritannien einzureisen?
- Was hat sich bei den Grenzkontrollen geändert?
- Was bedeutet der Brexit für Geschäftsreisende?
- Welche Veränderungen gibt es jetzt im Flugverkehr?
- Gelten die EU-Fluggastrechte nun noch?
- Was muss ich beachten, wenn ich in Großbritannien Auto fahren will?
- Ist jetzt eine Auslandskrankenversicherung nötig?
- Reisen mit Tieren: Dürfen mein Hund oder meine Katze immer noch mitkommen?
- Wird es nun wieder Roaming-Gebühren?
- FAQs
Welche sind die Brexit-Länder?
Dem Brexit unterliegen die Länder des Vereinigtes Königreiches, auf Englisch United Kingdom, kurz UK genannt. In Deutschland sprechen wir kaum vom „Vereinigten Königreich“, sondern vielmehr von den einzelnen Ländern, das sind einerseits England, Schottland und Wales, die zusammen die Insel Großbritannien bilden. Andererseits gehört noch Nordirland dazu, ein kleiner Teil der irischen Insel. Diese Länder sind vom Brexit betroffen. Wenn ihr also nach Irland, z.B. Dublin reisen wollt, bleibt ihr weiterhin in der EU.
Die Brexit-Länder sind also England, Schottland, Wales und Nordirland. Der Einfachheit halber wird im Folgenden nur noch von Großbritannien gesprochen, wie es allgemein in den Medien im Zusammenhang mit dem Brexit üblich ist. Bitte beachtet, dass teilweise für England, Schottland, Wales und Nordirland unterschiedliche Regelungen gelten.

Brauche ich nun nach dem Brexit ein Visum, um nach Großbritannien zu reisen?
Ein Visum ist für Reisen und Besuche mit Aufenthalt bis zu 180 Tagen für Deutsche weiter nicht nötig. Die britische Regierung will jedoch bis 2025 stufenweise ein elektronisches Anmeldeverfahren einführen.
Brauche ich nun nach dem Brexit einen Reisepass, um nach Großbritannien einzureisen?
Seit dem 1. Oktober 2021 benötigt ihr für die Einreise nach Großbritannien einen Reisepass, der bis zum Ende eures Aufenthaltes gültig ist. Dies ist die wichtigste Änderung nach dem Brexit, die alle Großbritannien-Fans sich merken müssen! Falls ihr noch keinen Pass habt, bemüht euch bitte rechtzeitig darum. Denn 1. müsst ihr einen persönlichen Termin in der Deutschen Botschaft oder einem Generalkonsulat vereinbaren und 2. dabei eine Reihe von Unterlagen vorlegen. Hier findet ihr alle nötigen Informationen.

Was hat sich nach dem Brexit bei den Grenzkontrollen geändert?
Großbritannien war nie Teil des Schengener-Abkommens. Deshalb hat es immer Grenz- und Passkontrollen gegeben. Dies wird sich deshalb auch nach dem Brexit nicht ändern. Ab sofort solltet ihr mehr Zeit für die Grenzkontrollen einplanen, da es möglicherweise getrennte Warteschlangen für britische und EU-Bürger*innen geben wird.
Was bedeutet der Brexit für Geschäftsreisende?
Wie kurz der Businesstrip auch sei, jede*r Geschäftsreisende, der oder die ins Ausland geht, muss eine A1-Bescheinigung vorweisen können. Bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland DVKA findet ihr alle Details über die Antragstellung der A1-Bescheinigung für Großbritannien.
📱 Nicht vergessen: Prüft eure Möglichkeiten betreffend der Nutzung eures Mobiltelefons rechtzeitig.

Welche Veränderungen gibt es nun nach dem Brexit im Flugverkehr?
Ein Sonderausschuss für Luftverkehr sowie einer für Flugsicherheit gewährleisten, dass trotz neuer Regelungen auch jetzt und in Zukunft alles reibungslos ablaufen kann.
Gelten die EU-Fluggastrechte nun noch nach dem Brexit?
Die EU-Fluggastrechte regeln die Höhe von Entschädigungen, zum Beispiel wenn ein Flug ausfällt oder sich deutlich verspätet. Sie gelten grundsätzlich einmal für alle Flüge, die innerhalb der EU starten und für alle Flüge, die in der EU landen, wenn die Airline ihren Sitz in der EU hat.
Nun nach dem Brexit gelten diese Fluggastrechte auch weiterhin für alle Flüge aus Großbritannien wie auch für Flüge aus der EU nach Großbritannien von Fluggesellschaften mit Sitz in der EU. Sie gelten aber nicht mehr, wenn man aus einem Drittstaat wie beispielsweise den USA mit einer britischen Fluggesellschaft in die EU fliegt.
Kurzum: Solltet ihr von einem deutschen Flughafen nach Großbritannien oder umgekehrt fliegen, habt ihr dank der EU-Fluggastrechteverordnung weiterhin einen Anspruch auf klar definierte Fluggastrechte.

Was muss ich beachten, wenn ich in Großbritannien Auto fahren will?
Das ist wirklich praktisch: Wenn ihr für eine Rundreise in Großbritannien einen Mietwagen leiht, könnt ihr weiterhin den deutschen, europäischen oder internationalen Führerschein nutzen. Falls ihr mit eurem eigenen in Deutschland registrierten Wagen oder Wohnmobil in Großbritannien herumreisen wollt, müsst ihr eine Green Card Autoversicherung abschließen. Tut dies bitte vor eurer Abreise. Mehr Infos dazu hier.
🚙 Nicht vergessen: In Großbritannien herrscht Linksverkehr.

Ist jetzt nach dem Brexit eine Auslandskrankenversicherung nötig?
Darüber könnt ihr Reisefans nun wirklich erleichtert sein: Die von deutschen Krankenkassen ausgestellte Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) sind für touristische Reisezwecke weiterhin gültig.
Mit der EHIC könnt ihr in Großbritannien in Notfällen zum Arzt gehen und bekommt die gleichen Leistungen wie britische Bürgerinnen und Bürger. Die Kosten für die Notfallbehandlung werden in diesem Fall von eurer Krankenkasse übernommen.
Allerdings ist für Reisen außerhalb Deutschlands eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung empfehlenswert, weil die Krankenkassen oft nicht alle Behandlungskosten erstatten. Schnell können weitere Kosten entstehen, die nicht im Rahmen der Notfallbehandlung liegen, aber in dem Moment wichtig sind.
⚠️ Bitte beachtet: Für England, Schottland, Wales und Nordirland können unterschiedliche Regelungen gelten. Hier findet ihr die entsprechenden Links.
Reisen mit Tieren: Dürfen mein Hund oder meine Katze immer noch mitkommen?
Ihr dürft eure geliebten Vierbeiner weiterhin mit nach Großbritannien nehmen. Folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft euch bei der Vorbereitung der Reise mit Hund, Katze oder Frettchen:
- Bucht bei einer Airline, die Tiertransporte bewilligt. Manche Fluggesellschaften wünschen ein Schreiben eures Tierarztes, dass das Tier gesund ist. Bitte erkundigt euch frühzeitig.
- Falls es diesen nicht schon hat, besorgt eurem Haustier unbedingt einen EU-Heimtierausweis. Ein vor 1.1. 2021 in der EU ausgestellter Heimtierausweis wird weiterhin anerkannt.
- Lasst euer Haustier mit dem obligatorischen Mikrochip versehen. Dies muss entweder bevor oder gleichzeitig mit der Tollwut-Impfung geschehen (siehe Punkt 4). Stellt sicher, dass eure Tierärztin die Mikrochip-Nummer in den Heimtierausweis einträgt.
- Lasst euer Haustier zwingend gegen Tollwut impfen. Es darf dafür nicht jünger als 12 Wochen alt sein. Stellt sicher, dass eure Tierärztin prüft, dass der Impfstoff in Grossbritannien zugelassen ist. Die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor Einreise stattgefunden haben. Regelmäßige Boosterimpfungen werden anerkannt, wenn sie im geforderten Intervall stattgefunden haben.
- Bei Hunden ist zusätzlich eine Behandlung gegen Bandwürmer notwendig. Sie muss mindestens 24 Stunden und höchstens 120 Stunden (5 Tage) vor Einreise gemacht worden sein. Die Entwurmung muss ebenfalls im Heimtierausweis eingetragen werden (Wirkstoff, Datum, Uhrzeit).
- Füllt diese Deklaration aus, dass ihr euer Haustier in Grossbritannien nicht verkaufen wollt.
Für britische Hunde, Katzen oder Frettchen hingegen ist es schwieriger, in die EU zu reisen. Denn die EU Kommission hat Großbritannien den Status eines „gelisteten Drittlandes Teil 2“ zugesprochen. Dies bedeutet, dass die Tollwutsituation in Großbritannien problematischer ist als in der EU. Somit haben britische Hunde, Katzen und Frettchen ihre EU-Heimtierausweise per 31. Dezember 2020 verloren. Damit steigen für diese die bürokratischen Hürden für eine Einreise in die EU. Unter Beachtung der Vorgaben ist die Einreise jedoch nach wie vor möglich.

Gibt es nun wieder Roaming-Gebühren?
Hier heißt es aufgepasst: Mobile Kommunikationsdienste sind nun nach dem Brexit – sobald ihr euch in Großbritannien befindet – nicht mehr an die EU-Roamingvorschriften gebunden und können Aufschläge berechnen. Das kann teuer werden! Mit welchen Kosten die Nutzung eures Handys in Großbritannien nun genau verbunden ist, hängt von eurem Mobilfunkanbieter ab.
💡 Tipp: Fragt vor der Reise bei eurem Provider nach, welche Kosten konkret anfallen und welche Lösungen er euch anbieten kann.

Das Reisen ist zurzeit erschwert. Nichts desto trotz lohnt es sich, vielseitige, kulturträchtige Länder wie die des Vereinigten Königreiches zu erkunden. Lasst euch nicht aufhalten von den organisatorischen Hürden. Vielleicht sind etwas weniger Leute unterwegs zurzeit, das kann auch ein Vorteil sein für Globetrotter und Reisefans. Auf und davon!
FAQs zum Reisen nach dem Brexit
Der Begriff Brexit setzt sich zusammen aus „British“ und „Exit“, übersetzt „britischer Ausstieg“. Der Begriff beschreibt den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.
Falls zwischen Großbritannien und der EU bis zum Ende der Übergangsfrist kein Vertrag zu Stande gekommen wäre, hätte man von einem harten Brexit „No-Deal-Brexit“ gesprochen. Bei dem nun in Kraft getretenen geregelten Brexit, dem „Deal-Brexit“, sind wichtige Themen wie das Freihandelsabkommen und Zölle geregelt.
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