Im Folgenden zeigen wir euch die besten Orte in Deutschland für euren nächsten Surftrip.
Surfen in Deutschland zwischen Natur und Gezeiten
Deutschland bietet überraschend viele Möglichkeiten für das Wellenreiten, vom rauen Nordseestrand über ausgewählte Ostsee-Spots bis hin zu stehenden Flusswellen und modernen Surfparks. Je nach Jahreszeit, Windrichtung und Erfahrungslevel lassen sich sehr unterschiedliche Surf-Erlebnisse finden. Dieser Guide gibt euch einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Surfspots des Landes, zeigt die Unterschiede zwischen Küste, Fluss und künstlicher Welle und hilft euch dabei, den passenden Spot für euer nächstes Surfabenteuer auszuwählen.
1. Sylt
Saison: September bis April
Sylt gilt als das bekannteste Surfgebiet Deutschlands und bietet entlang seiner rund 40 Kilometer langen Westküste die konstantesten Wellenbedingungen. Besonders die Strände bei Westerland, am Brandenburger Strand und in Kampen sind bei Wellenreitern beliebt. Während Westerland sich auch für Einsteiger eignet, finden Fortgeschrittene in Kampen meist stärkere Wellen und etwas weniger Betrieb. Die beste Zeit für das Wellenreiten liegt zwischen Herbst und Frühjahr, wenn die Nordsee regelmäßig Swell liefert. Zahlreiche Surfschulen und eine gut ausgebaute Infrastruktur machen Sylt zum wichtigsten Zentrum der deutschen Surfkultur.
2. Norderney
Saison: März bis Oktober
Norderney bietet überraschend konstante Bedingungen für das Wellenreiten an der Nordsee. Der bekannteste Spot ist der Januskopf am westlichen Inselende, wo sich insbesondere rund um das Hochwasser gute Beachbreaks bilden. Auch der Nordstrand nahe des Ortszentrums eignet sich gut für euch, wenn ihr erste Erfahrungen auf dem Board sammeln möchtet. Die Insel verbindet gute surfbare Bedingungen mit norddeutscher Inselatmosphäre und kurzer Anreise per Fähre vom Festland. Die beste Saison liegt im Frühjahr und im Herbst. Durch die gute Erreichbarkeit per Bahn und Fähre eignet sich Norderney zudem ideal für einen spontanen Surftrip oder ein verlängertes Wochenende.
3. St. Peter-Ording
Saison: September bis März
St. Peter-Ording ist vor allem für seine kilometerweiten Sandstrände und die besonderen Gezeitenbedingungen bekannt. Die besten Bedingungen für das Wellenreiten entstehen rund um die Hochwasserzeiten, insbesondere am Strandabschnitt Ording Nord. Die Wellen sind hier meist weich und damit gut für Einsteiger geeignet. Durch das flache Wattenmeer sind die Wege zum Wasser bei Ebbe allerdings lang. Neben dem klassischen Wellenreiten ist der Ort eines der wichtigsten Reviere für Wind- und Kitesurfen in Deutschland.
4. Ostsee
Saison: Oktober bis März
Die Ostsee bietet zwar seltener perfekte Wellen als die Nordsee, kann euch dafür aber bei passenden Wetterlagen mit überraschend schönen Surf-Sessions belohnen. Zu den bekanntesten Spots zählen der Timmendorfer Strand sowie Warnemünde mit der Westmole. Bei kräftigem Nord- bis Nordostwind entstehen hier saubere, oft langgezogene Wellen, die sich besonders gut für Longboards und entspannte Rides eignen. Wenn ihr spontan Lust auf Wasserzeit bekommt, ist die Ostsee ideal, da viele Orte schnell erreichbar sind und sich Surfen perfekt mit einem Kurzurlaub am Meer verbinden lässt. Gerade im Frühling und Herbst findet ihr häufig gute Bedingungen ohne großen Trubel. Auch als Einsteiger könnt ihr hier bei kleineren Wellen erste sichere Erfahrungen sammeln und euch langsam an das Wellenreiten herantasten.
5. Stehende Wellen und Flusswellen in Deutschland
Beste Bedingungen: Herbst bis Frühjahr
Neben den Küstenspots spielen stehende Wellen und Flusswellen eine zentrale Rolle für das Wellenreiten im Binnenland. Zu den bekanntesten Spots zählen der Eisbach in München, die Floßlände in München-Thalkirchen, die Blackforestwave in Pforzheim, die Leinewelle in Hannover sowie die Fuchslochwelle in Nürnberg. Diese Wellen ermöglichen euch ganzjähriges Training unabhängig von Wind und Gezeiten. Die Bedingungen sind meist technisch anspruchsvoll, eignen sich aber hervorragend zur Verbesserung von Turns, Balance und Boardkontrolle. Gerade für alle, die regelmäßig trainieren möchten, sind Flusswellen eine verlässliche Alternative zwischen zwei Trips an Nord- oder Ostsee.
6. Künstliche Wellen und Wavepools in Deutschland
Saison: ganzjährig
Wenn ihr unabhängig von Wind, Wetter und Jahreszeit surfen möchtet, bieten Surfparks und Citywaves eine verlässliche Ergänzung zu den Küstenspots. Anlagen wie der O2 Surftown MUC bei München, das Wellenwerk in Berlin oder RheinRiff in Düsseldorf ermöglichen konstante Surfbedingungen auf künstlich erzeugten Wellen. Gesurft wird hier in klar definierten Sessions auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen, was besonders für Einsteiger ideale Trainingsbedingungen schafft. Auch für Fortgeschrittene eignen sich die Anlagen zur Technikverbesserung zwischen zwei Trips an die Küste. Wenn ihr spontan surfen möchtet oder keinen Zugang zu Nord- oder Ostsee habt, sind diese Spots eine praktische Alternative.
