Archäologische Grabungen haben belegt, dass an der Stelle des heutigen Sofia bereits vor 8.000 Jahren eine erheblich große steinzeitliche Siedlung bestand. Dies macht Bulgariens Hauptstadt zu einer der ältesten Städte ganz Europas. Seitdem hat die Stadt so einiges miterlebt, was sich in ihren zahlreichen interessanten Sehenswürdigkeiten widerspiegelt. Wir verraten euch, welche 10 Attraktionen ihr dort auf keinen Fall verpassen solltet!
1. Alexander Nevsky Kathedrale

Die von dem russischen Architekten Alexander Pomerantsev im neobyzantinischen Stil erbaute Kirche mit ihren markanten Kuppeldächern gilt nicht nur als eines der bekanntesten Wahrzeichen Sofias, sondern auch als das wichtigste Symbol Bulgariens. Erbaut wurde sie nämlich von 1882 bis 1912 zum Gedenken an die 200.000 russischen Soldaten, die im Kampf gegen das Osmanische Reich fielen und durch ihr Opfer Bulgariens Unabhängigkeit erkämpft hatten. Ihren Namen erhielt sie jedoch zu Ehren des berühmten, im 13. Jahrhundert lebenden, russischen Fürsten Alexander Nevsky, welcher die slawischen Siedlungsgebiete erheblich ausgeweitet hatte.
2. Nationalmuseum für Archäologie
Untergebracht in einer ehemaligen, im Jahr 1496 erbauten Moschee, enthält dieses Museum dank der jahrtausendealten Geschichte Bulgarien eine unglaubliche Fülle archäologischer Fundstücke. Besonders hervorzuheben sind die Exponate aus thrakischer Zeit, welche die sehr hohe kulturelle Entwicklung dieses Volksstamms belegen. Bemerkenswert ist beispielsweise eine aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. stammende goldene Grabmaske sowie der wundervoll gearbeitete Kopf einer Bronzestatue, von dem Archäologen annehmen, dass er einen thrakischen König darstellt. Auch zahlreiche Artefakte aus römischer Zeit sind hier zu bewundern, genauso wie Kunstschätze aus dem frühen Mittelalter, wie beispielsweise ein atemberaubend schöner Mosaikboden, der in der Sveta Sofia Kirche freigelegt und zur besseren Konservierung hierher gebracht wurde.
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3. Ruinen des römischen Serdica
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Beim Baubeginn der U-Bahn im Jahr 2010 stieß man im Bereich der heutigen Station Serdica auf Reste der antiken römischen Provinzhauptstadt. Bis 2012 wurden viele weitere Ruinen entdeckt und freigelegt. So ist bislang ein ganzer zusammenhängender archäologischer Komplex entstanden, der acht römische Straßenzüge mit Wohnhäusern, einem Badehaus (Therme) und sogar einer Basilika umfasst, die auf das 4. bis 6. Jahrhundert datiert werden. Die Ausgrabungen halten bis heute an; die einzelnen Überreste sind mit englischen Beschilderungen versehen, sodass auch der Laie nachvollziehen kann, auf was genau er gerade seinen Blick wirft.
4. Sveti Georgi Kirche (St. Georgskirche)
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Angrenzend an den archäologischen Ruinenkomplex des römischen Serdica befindet sich das älteste Gebäude der Stadt, die Sveti Georgi Kirche. Relativ bescheiden in seinen Ausmaßen gleicht der Bau mit seiner zentralen, auf einem quadratischen Unterbau ruhenden Rotunda eher einer Kapelle als einer ausgewachsenen Kirche. Erbaut im 4. Jahrhundert aus rotem Backstein, wurden seine Innenwände vom 10. bis zum 14. Jahrhundert wiederholt mit prächtigen Fresken bemalt. Das atemberaubendste an der Kirche ist das die Innenseite der Rotunda zierende Fresko, welches eine Galerie 22 biblischer Propheten darstellt, jeder von ihnen über zwei Meter groß.
5. Sveta Sofia Kirche (St. Sophienkirche)
Historiker sind sich aufgrund entsprechender Erwähnungen in alten Urkunden ziemlich sicher, dass der heutige Name der Stadt Sofia auf den Namen eben dieser Kirche basiert. Erbaut im 6. Jahrhundert in byzantinischem Stil, ist sie nach der St. Georgskirche das zweitälteste erhaltene Gebäude der Stadt – und dennoch nicht das erste Gotteshaus an exakt dieser Stelle. Im Untergeschoss der Kirche ist ein Museum eingerichtet, in dem neben einer antiken Nekropolis mit zahlreichen Steinsarkophagen auch die Grundmauern von gleich vier weiteren Kirchen besichtigt werden können, die vor Sveta Sofia nacheinander hier gestanden haben. Gleich vor der Kirche befinden sich zudem das Grabmal des Unbekannten Soldaten, an dem eine ewige Flamme brennt, sowie das Grab von Ivan Vazov, Bulgariens berühmtestem Schriftsteller.
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6. Iwan Vazov Nationaltheater

Das älteste westlich ausgerichtete Theater Bulgariens spielte eine wichtige Rolle bei der kulturellen Entwicklung des Landes. Es wurde von 1904 bis 1906 erbaut und nannte sich anfangs nur schlicht „Nationaltheater“. Erst nach dem Tod von Bulgariens berühmtestem Schriftsteller und Theaterautor Iwan Vazov wurde es ihm zu Ehren umgetauft. Im Übrigen war es auch ein Theaterstück Vazovs, „Die Ausgestoßenen“, mit dem das Schauspielhaus am 3. Januar 1907 offiziell eröffnet wurde. Im Jahr 1925 wurde dem Theater zudem eine Schauspielschule angeschlossen, aus der viele der bekanntesten bulgarischen Bühnendarsteller hervorgegangen sind.
7. Boyana Kirche
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In einem Außenbezirk Sofias liegt diese mittelalterliche Kirche, die 1979 von UNESCO zum denkmalgeschützten Kulturerbe erklärt wurde. Der heute noch erhaltene Ostteil des Bauwerks wurde entweder im späten 10. Jahrhundert oder im frühen 11. Jahrhundert errichtet; die vorhandenen historischen Quellen sind sich darüber nicht ganz einig. Sicher ist jedoch, dass der Mittelteil der Kirche aus dem 13. Jahrhundert stammt. Der Westflügel wiederum wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts angefügt. Berühmt ist die Kirche für ihre prächtigen, bis ins 12. Jahrhundert zurückreichenden Wandfresken, in denen in insgesamt 89 Szenen neben Darstellungen Christi und verschiedenen Heiligen auch bulgarische Herrscher abgebildet sind.
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8. Denkmal des Befreiers Zar Alexander II
Es gibt auf der ganzen Welt nur eine kleine Handvoll Denkmäler, die zu Ehren des Herrschers eines anderen Staates errichtet wurden. Sofias Denkmal für den russischen Zaren Alexander II entsprang der tiefen und ehrlichen Dankbarkeit für dessen militärische Hilfe bei der Befreiung des Landes von der jahrhundertelangen Dominanz durch das Osmanische Reich. Das prächtig anzusehende Reiterstandbild wurde nach Plänen des italienischen Bildhauers Arnoldo Zocchi geschaffen und am 30. August 1907 feierlich eingeweiht. Es erhebt sich in der Mitte des großen Platzes vor dem bulgarischen Parlamentsgebäude.
9. Militärgeschichtliches Museum
Als eines der größten Museen seiner Art auf der Welt, wurde Sofias Militärgeschichtliches Museum bereits am 1. August 1914 (dem Beginn des 1. Weltkrieges) auf Initiative des Verteidigungsministeriums hin eingerichtet. Die Innenräume umfassen 5.000 Quadratmeter, doch das Außengelände ist mit seinen 40.000 Quadratmetern (4 Hektar) wahrhaft gigantisch. Während bunte Uniformen des 19. Jahrhunderts, Handwaffen und Ausrüstungsgegenstände die Ausstellung im Inneren bestimmen, findet man auf dem weitläufige Freiluftgelände Panzer, Artilleriestücke, Flugzeuge und sogar unterschiedliche Typen strategischer Raketen aus den Beständen der bulgarischen Streitkräfte aus der Zeit des Kalten Kriegs.
10. Amphitheater von Serdica
Praktisch jede römische Stadt einer gewissen Größe besaß mindestens ein Amphitheater bzw. eine Arena. Das Amphitheater der römischen Serdica wurde erst 2004 bei Ausschachtungsarbeiten für ein neues Gebäude entdeckt. Erbaut wurde es im späten 3. bzw. frühen 4. Jahrhundert unter den Kaisern Diocletian und Konstantin dem Großen und diente offenbar auch der Veranstaltung von Gladiatorenkämpfen. In Gebrauch war es jedoch nur für wenig mehr als ein Jahrhundert, bevor es bei einem Einfall der Goten zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde. Laut archäologischer Untersuchungen war es im Durchmesser lediglich um zehn Meter kleiner als das Kolosseum in Rom und somit eines der größten des gesamten Ostteils des Imperiums. Der kuriose Aspekt des Amphitheaters ist, dass ein Teil von ihm in das ihn umgebende Arena di Serdica Hotel integriert ist. Die Ruinen können in der Lobby des Hotels im Erdgeschoss besichtigt werden.
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