Wir haben Bloggerin Angelika von Reisefreunde, die schon zum dritten Mal im „Motorhome“ unterwegs war, um die wichtigsten Tipps zum Fahren eines Wohnmobils in den USA gebeten.
© Angelika Schwaff & Nina Hüpen-Bestendonk
A wie Abholung des Wohnmobils
Die meisten Vermieter drücken einem die Schlüssel erst nach der ersten Nacht im Zielort in die Hand. Logisch – denn sie wollen, dass man sich ausgeschlafen und ohne Jetlag ans Steuer setzt. Für die Anmietung sonst noch nötig: natürlich ein Führerschein und eine Kreditkarte. Viele Wohnmobil-Vermieter verlangen zudem ein Mindestalter der Fahrer. Nach dem Papierkram folgt eine Einweisung, hier sollte man wirklich gut zuhören, denn die Technik ist ein wenig komplizierter als im Auto.
Soll es doch lieber ein Mietwagen werden, dann haben wir hierfür auch die Top-Tipps: So klappt alles mit dem Mietwagen.
B wie Benzinverbrauch
Hier kommt es auf die eigene Fahrweise, die Straßenbeschaffenheit und vor allem auf Größe des Wohnmobils an. Aber natürlich schluckt so ein großer Wagen deutlich mehr als ein Auto. Gerade in den USA ist der Benzin üblicherweise viel günstiger als in Deutschland. Damit schlägt sich der Verbrauch von ca. 27 Litern auf 100 Kilometern auch nicht so schlimm zu Buche.
C wie Campingplätze
Überall in den USA finden sich Campingplätze mit ordentlichen Stellplätzen für ein Wohnmobil; Strom und Wasseranschlüsse sind dort fast immer vorhanden. In den Natinonalparks gibt es oftmals keine Stellplätze mit individuellem Wasseranschluss, aber fast immer Strom. Freies Camping ist fast nirgends erlaubt.
D wie Dumping
So wird das Ablassen des Schmutzwassers in den USA genannt. Dieser Vorgang bereitet den Wohnmobil-Neulingen die größte Sorge. Aber keine Angst: es ist einfach und wirklich nicht schlimm.
E wie Einwegmieten
…bieten die meisten Wohnmobil-Vermieter an. Wer flexibel ist, kann bei Überführungsfahrten, die aus einer Einwegmiete entstanden ist, auch ein richtiges Schnäppchen schlagen.
F wie Fahren eines Wohnmobils
Man muss lediglich bedenken, dass man langsamer, länger und eben deutlich breiter als ein normales Auto ist. Obwohl die meisten Camper mittlerweile mit Park-Warnsystemen ausgestattet sind, sollte ein Begleiter beim Rückwärts-Einparken aussteigen und beim Einparken helfen. Beim Abbiegen sollte man darauf achten, dass das Heck des Wohnmobils ausschlagen kann – und entsprechend Abstand halten.
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G wie Generator
Fast jedes größere Wohnmobil verfügt über einen Generator, der auch ohne externen Stromanschluss Energie liefert. Allerdings wird dessen Betrieb von den Vermietern extra berechnet und ist nicht überall erlaubt.
H wie Haushaltsausrüstung
Bei den meisten Wohnmobilvermietern in den USA lohnt es sich, neben dem Campervan auch ein Haushaltskit (Convenience Kit) zu mieten. Darin sind Küchenutensilien, Bestecke sowie Kissen, Decken und Handtücher enthalten.
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I wie Interstate
Die Autobahn der USA – wer wirklich nur Strecke machen will, der sollte die Schnellstraße durchaus mal nehmen, ansonsten aber kommt man auf Highways oftmals ähnlich schnell voran und sieht deutlich mehr von der Umgebung.
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K wie Kochen im Wohnmobil
Auch Gourmets müssen in einem üblichen Wohnmobil in den USA auf nicht viel verzichten. Die meisten Wagen sind mit einem großen Kühlschrank, einem Gasherd und einer Mikrowelle ausgestattet. Wichtig allerdings ist, dass man am besten beim Kochen alle Fenster öffnet, die Dunstabzugshaube anstellt und nur mit Deckel auf Topf und Pfanne anbrät. Sonst kann unter Umständen der sehr empfindliche Feuermelder an (Angelika kann davon ein Lied singen).
L wie Levelling
Das Austarieren des Wohnmobils auf einem Campingplatz ist Gold wert. Denn ob man es glaubt oder nicht: selbst auf gut bewerteten Campingplätzen der USA werden Plätze angeboten, die eine enorme Schräglage haben. Das ist für eine Nacht erträglich, kann aber ungemütlich werden, vor allem beim Schlafen, Kochen oder Duschen. Am besten also schaut man sich den Platz vor der Miete an.
M wie Maßeinheiten
… werden in den USA in „Fuß“ angegeben. Man sollte genau die Breite und vor allem die Höhe des Wohnmobils kennen, damit man nicht zu spät merkt, dass die Brücke die man unterqueren wollte, doch zu niedrig war.
N wie Nachts im Wohnmobil
… will man natürlich seine Ruhe haben. Wer in südlichen Gefilden unterwegs ist, wird dabei gern gestört – von Mücken und von der Hitze. Gegen erstere sollte man die Fliegengittertür vorher wirklich immer geschlossen halten. Gegen die Hitze empfiehlt es sich, die Vorhänge nach dem Parken zu schließen und vor dem Zubettgehen die Klimaanlage anzustellen.
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P wie Pannen
Von allen Anbietern bekommt man für den Fall der Fälle aber genaue Instruktionen und eine ständig erreichbare Telefonnummer mit.
R wie Reisegepäck
Im Wohnmobil gibt es genügend Platz und Stauraum um seine Sachen nach Übernahme auszupacken, denn für Koffer gibt es im Wohnraum kaum Platz. Am besten nutzt man dafür die Tüte des Bettzeugs, um den Koffer darin geschützt vor Nässe oder Schmutz in den unteren Stauraum zu verfrachten.
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S wie Scenic Routes
… werden besonders schöne Fahrstrecken in den USA genannt. Da ja der Weg bekanntlich das Ziel sein sollte, lohnt sich die meist längere Fahrt. Allerdings sollte man beachten, dass viele dieser Strecken auch durch Berge und Täler fahren. Die meisten Wohnmobile haben zwar einen zuschaltbaren Bremsverstärker für Bergab-Fahrten, aber auf Dauer ist das kein Vergnügen.
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T wie Tempomat
… eine gute Erfindung, denn auf langen Strecken kann das Automatikfahren (alle Wohnmobile in den USA haben ein Automatik-Getriebe) relativ langweilig werden, wenn man auf schnurrgerader Strecke fährt. Der Tempomat bietet immerhin Komfort für den rechten Fuß!
U wie Unbedingt machen
Mal rüber zum Camping-Nachbarn gehen! Die meisten alten Wohnmobilhasen haben immer tolle Tipps parat und kennen die Gegend oftmals wie aus der eigenen Westentasche (oder bieten einem etwas Leckeres zum Essen an)!
V wie Verkehr in den USA
Leider müssen US-Amerikaner keine ausführliche Fahrschule wie wir absolvieren, um einen Führerschein zu bekommen. Das merkt man deutlich auf der Straße. Daher ist beim Wohnmobil-Fahren Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Viele scheren viel zu schnell beim Überholen ein – um gleich darauf zu bremsen und abzubiegen. Bei dem langen Bremsweg des Wohnmobils kann es daher auch mal knapp werden. Man sollte daher immer wachsam und übervorsichtig fahren.
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W wie Wohnmobil oder Camper?
In den USA werden Wohnmobile der größeren Art Motorhomes oder RV (Recreation Vehicle) genannt und durch Zahlen und Buchstaben nach Größe unterschieden. Modelle mit aufgesetzter Kabine und Alkoven gehören der C-Klasse an, die größeren Modelle gehören zu A-Klasse. Seine angemietete Klassierung und Wohnwagenlänge sollte man für die Stellplatz Reservierung im Kopf haben.
Wem dieses kleine ABC gefallen hat, der kann weitere Reiseweisheiten von Angelika auf ihrem Blog Reisefreunde lesen.
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