Eine Schildkrötenherde, die den kompletten Flugverkehr lahmlegt oder ein Mann, der 18 Jahre lang am Pariser Flughafen lebt – Tag für Tag geschehen kuriose, spektakuläre, herzerwärmende und außergewöhnliche Dinge auf den Flughäfen dieser Welt. Hier stellen wir euch einige der besten Geschichten darunter vor.
1. Flugverspätung wegen Schildkröten
Auf den meisten Flughäfen ist eine verspätete Maschine nichts Besonderes und es kommt auch schon mal vor, dass wegen einer technischen Störung oder eines Streiks der komplette Flugbetrieb für einige Stunden ausfällt. Dass aber ausgerechnet eine Schildkrötenherde den Flugverkehr aufhält, das ist eher ungewöhnlich. Am JFK-Flughafen in New York ist dies allerdings gar nicht so unwahrscheinlich: Die Diamantschildkröten aus der nahe gelegenen Jamaica Bay halten das Airport Gelände nämlich für das ideale Gebiet, um dort ihre Eier abzulegen, und so strömen die gemütlichen Panzertiere alljährlich zu hunderten Richtung Start- und Landebahnen. Da der Flughafen sich der Angelegenheit mittlerweile natürlich bewusst ist, wurden auch schon diverse Maßnahmen gesetzt, um den Zustrom zu stoppen, besonders ein Zaun und Plastik-Verrohrungen am Boden, um das Gebiet für die werdenden Mama-Schildkröten möglichst unattraktiv zu machen, wurden so angebracht, einige der Tiere schaffen es aber dennoch regelmäßig auf das Flughafengebiet und sorgen dann für Verspätungen. So etwa im Juli 2009, als 78 Reptilien gemütlich über die Start- und Landebahnen des New Yorker Flughafens spazierten und in zweistündiger Handarbeit erst wieder umgesiedelt werden mussten, bevor weitere Flüge starten konnten. Na wenn „Sorry, die Schildkröten haben die Startbahn blockiert“ mal keine glaubhafte Ausrede für einen dank Flugverspätung versäumten Geschäftstermin ist.
Wenn der Flieger wegen wandernden Schildkrötenherden mal wieder später ankommt, stehen euch womöglich gewisse Wiedergutmachungen und andere Leistungen zu. Hier erfahrt ihr mehr dazu: Wann stehen mir Entschädigungen bei einer Flugreise zu?
2. Verhaftet aufgrund von illegalem Süßstoff-Schmuggel
Die Gepäcksregeln der meisten Airlines sind sehr eindeutig: Drogen haben im Handgepäck absolut nichts zu suchen – dumm nur, wenn man mit etwas fliegt, das genau wie Drogen aussieht, in Wirklichkeit aber einfach nur ein wenig Zuckerersatzstoff ist. So geschehen Ende der 80er Jahre bei einem Flug aus den USA nach Kanada: Ein kanadischer Wissenschaftler nahm hier an einer Konferenz in Washington D.C. teil, bei der es unter anderem um den neuen Süßstoff Aspartam ging – von dem er auch ein Probepäckchen zur näheren Analyse in seine Heimat mitnahm. Am Flughafen wurde er gefragt, ob es denn Lebensmittel zu deklarieren gebe und zeigte brav sein Paket. Danach benötigte es einiges an Überzeugungsarbeit, bis der Herr mit seinem Doch-nicht-Kokain-Päckchen weiterreisen durfte. Die letztendliche Schlussfolgerung der Zollbeamten: Wer Kokain mitführt, wird es wohl kaum freiwillig rausrücken, nur weil jemand fragt, ob es etwas zu deklarieren gebe – und süß war das weiße Pulver ja schließlich auch noch. Glücklicherweise.
Wo wir schon dabei sind: Wie gut kennt ihr euch mit den Transportregeln beim Handgepäck eigentlich wirklich aus? Hier könnt ihr euer Wissen auffrischen: 10 Dinge, die überraschenderweise an Bord verboten sind.
3. Ihre Adresse? – Charles de Gaulle Flughafen, Paris!
Mehran Karimi Nasseri lebte von 1988 bis 2006 am Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Wie es dazu kam? Der Iraner wurde nach Protesten aus seinem Heimatland ausgewiesen und wollte deshalb nach London reisen. Nach eigenen Angaben wurden ihm bei einem Zwischenstopp in Paris jedoch seine Reisedokumente gestohlen, woraufhin ihm die Einreise nach England verweigert wurde, da er somit seine Identität nicht nachweisen konnte. Auch die französischen Behörden verweigerten Nasseri jedoch ohne Dokumente den langfristigen Aufenthalt, also richtete er sich eben am Flughafen Charles de Gaulle häuslich ein und verbrachte dort 18 Jahre seines Lebens. Erst als der Iraner im Jahr 2007 eine schwere Krankheit erlitt, begab er sich in ein Pariser Krankenhaus. Wo er danach untergekommen ist, weiß niemand ganz genau, jedoch fand er laut diversen Presseberichten in einem Pariser Obdachlosenheim eine neue Bleibe.
Ganze 18 Jahre muss von euch hoffentlich niemand am Flughafen verbleiben, aber auch, wer nur eine Nacht dort überbrücken muss, sollte vorbereitet sein. Hier haben wir 10 Tipps zum Übernachten auf dem Flughafen für euch!
4. Auch Gepäckboten haben Gefühle
Wer tagtäglich mit Kunden und Kollegen zu tun hat, der weiß, dass ein Lächeln und ein paar freundliche Worte oft all den Unterschied zwischen einem schrecklichen und einem tollen Arbeitstag ausmachen können – und auch bei Flughafenpersonal ist dies nicht anders. So erzählte ein Passagier, dass bei einer Reise mit Anschlussflug, auf dem auch er sich befand, einmal eine ganze Ladung Gepäck versehentlich zurückblieb und am folgenden Tag allen Passagieren nachgeliefert werden musste. Der Mann berichtete, dass einen Tag nach dem kleinen Gepäckunglück ein Mann mittleren Alters bei ihm zuhause anläutete, um den fehlenden Koffer zu bringen. Freundlich, wie der Herr war, bedankte er sich bei dem Kofferboten und gab ihm zudem ein kleines Trinkgeld, worauf hin der Kofferbote feuchte Augen bekam. Etwas erstaunt über die emotionale Reaktion fragt der Mann nach, was denn los sei, und der Bote erklärte, der Herr sei der erste gewesen, der an dem Tag freundliche Worte für ihn übrig gehabt hatten, alle anderen hätten ihn bloß wegen der verspäteten Koffer angeschrien. Na, wenn das mal keine schöne Geschichte ist!
Koffer weg, Pass weg, ein katastrophales Hotel erwischt – hier lest ihr mehr über 5 Urlaubsalbträume und wie man diese lösen kann!
5. First Class auf ärztliche Anweisung
Auf welche Tricks und Kniffe würdet ihr zurückgreifen, um einmal in den luxuriöseren Klassen fliegen zu dürfen? Ein Herr am Flughafen von Miami dachte, dass er sich das Ganze womöglich einfach ärztlich verschreiben lassen könnte, und fragte beim Check-in nach einem Update, da er laut Anweisung seines Hausarztes ausschließlich in der Business oder First Class fliegen dürfe. Als die Dame am Schalter ihm den Preis von knapp 400 Dollar für das gewünschte Upgrade nannte, wies er sie einfach nochmal darauf hin, dass er aber doch eine ärztliche Anordnung habe. Schließlich fragt die Schalterdame ob in dem Fall denn seine Versicherung die Kosten für das Upgrade übernehme, worauf hin sich der Herr verneinend letztendlich doch mit der Economy Klasse zufrieden gab. Na ja, versuchen kann man es schließlich.
Hat euer Upgrade-Trick auch nicht geklappt? Dann könnt ihr euch hier zumindest ein paar Bilder der besseren Klassen ansehen: Luxuriös Fliegen: First und Business Class zum Staunen
6. Ein Fötus im Gepäck??
Die Leute bringen ja die schrägsten Dinge mit an Bord… Schnuller zur Beruhigung für Erwachsene, Windeln, damit sie bloß nicht auf die Bordtoilette gehen müssen, frittierte Vogelspinnen als Snack für zwischendurch… Als jedoch ein Mann in Las Vegas durch die Sicherheitskontrollen gehen wollte, fanden die Sicherheitsbeamten am Flughafen etwas noch viel kurioseres in seinem Handgepäck – oder zumindest dachten sie das. Die pflichtbewussten Sicherheitsleute hatten nämlich am Taschenscan etwas entdeckt, das verdächtig nach einem menschlichen Fötus aussah, und riefen den Taschenbesitzer auch sogleich zu sich herüber, um ihrer Empörung über den Zwischenfall Luft zu machen. Der Fluggast war klarerweise zunächst sehr verwundert, konnte sich aber schon Momente darauf vor Lachen kaum halten – nämlich, als ihm klar wurde, was die Herren da tatsächlich auf dem Scanner erspäht hatten: Der Reisende interessierte sich nämlich sehr für die Kultur der amerikanischen Ureinwohner und hatte sich deshalb eine Kokopelli-Figur als Andenken gekauft, ein Fruchtbarkeitssymbol in Form einer übergebeugten Menschenfigur aus Keramik – und diese hatte auf dem Taschenröntgen wohl ausgesehen, wie ein zusammengerollter Fötus. Wie hätte man das auch ahnen können …
Über Keramikfiguren, die wie Föten aussehen, kann man wohl streiten – einige Souvenirs haben aber tatsächlich absolut nichts im Gepäck verloren, beispielsweise diese hier: Ungeeignete Souvenirs: 10 Dinge, die man nicht mit nach Hause nehmen sollte
7. Star Wars Fan sein zahlt sich aus
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Wer hätte gedacht, dass einem die Liebe zu Luke Skywalker, Han Solo und Co. doch tatsächlich gratis Upgrades bescheren kann? So geschehen am Flughafen in Portland, Oregon: Ein gelangweilter Boardingbeauftragter kam hier auf die Idee, die Wartezeit bis zum Einstieg für alle etwas spannender zu gestalten, indem er dem ersten Gast, der ihm eine Star Wars Frage stellen würde, die er nicht korrekt beantworten könne, gratis Priority Boarding versprach. „Das schaff ich mich links!”, dachte sich eine „Krieg der Sterne”-begeisterte Passagierin und stellte ihre Frage – und verlor. Der Boardingbeauftragte war allerdings so begeistert von der wirklich schwierigen Frage, dass er die Dame samt Begleitung dennoch zum Priority Boarding ließ. Ein waschechter Nerd zu sein, zahlt sich manchmal also doch aus – und nicht nur, weil Nerds einfach generell cool sind!
Wenn auch ihr ein riesen Star Wars Fan seid, dann haben wir hier noch einen ganz besonderen Artikel für euch: Die 12 beeindruckendsten Star Wars Drehorte
8. Hilfreicher Glückskeks vor dem Flug?
Gehört ihr zu der Gruppe Reisender, die vor dem Flug einfach nur freudig aufgeregt sind, oder habt ihr doch ein klein wenig bis etwas sehr mit Flugangst zu kämpfen? Wenn ihr zu zweiterer Art Fluggast gehört, dann solltet ihr chinesisches Essen direkt vor dem Start wohl besser vermeiden – man weiß ja nie, auf welche unliebsamen Ideen einen das nicht noch bringt. Eine Frau aus Atlanta musste das am eigenen Leib erfahren, als sie während eines dreistündigen Zwischenstopps am Flughafen noch schnell ein paar Gebratene Nudeln mit Hühnerfleisch essen wollte. Die Speise war gut, aber dann geschah es: Das abschließende Glückskeks wurde serviert. Und was stand drinnen? „Manchmal ist es besser, hoffnungsvoll zu reisen, als am Ziel anzukommen.” Das mag sein, liebes Glückskeks, aber vor einer Flugreise hätte man dann doch lieber andere schlaue Sprüche zu lesen.
Glückskekse vor dem Flug mögen nicht die beste Idee sein, aber asiatisches Essen prinzipiell ist mehr als nur empfehlenswert! Lest hier mehr über 14 Gerichte aus Südostasien, die ihr unbedingt probieren müsst!
9. Lost and Found ein wenig anders …
Dass am Flughafen Dinge verloren gehen, soll ja schon mal vorkommen – von Kleidungsstücken, die man versehentlich irgendwo liegen lässt, über Reisepässe, die man in der Eile irgendwo hinsteckt und dann erst mal wieder suchen muss, bis hin zu Koffern, die es leider nicht gleichzeitig mit ihrem Besitzer an den Zielort schaffen. Dass jedoch Personen verlorengehen, ohne es auch nur zu bemerken, das geschieht zum Glück eher selten – selten, aber scheinbar doch. Eine ältere Dame am Flughafen in Zagreb erspähte so einen etwas verloren dreinblickenden Fluggast, der wie sie nach Split weiterflog, und wollte ihm helfen, indem sie ihm anbot, ihr einfach bis zum Gate zu folgen. Der andere Passagier tat das auch, verlor sie allerdings irgendwann zwischen Passkontrolle und Gate aus den Augen und ging daraufhin einfach selbst zu letzterem. Schließlich im Bus vom Gate zum Flugzeug angekommen, sah er sie wieder, während sie gerade dabei war, aufgeregt mit jemandem vom Bodenpersonal zu sprechen. Plötzlich bemerkte die Dame ihn auch und stellte, offensichtlich erleichtert, fest, dass er es sei – sie hätte ihn doch verloren und schon die ganze Zeit versucht, dem Mann vom Bodenpersonal genau das klarzumachen, aber nun sei ja alles gut. Na das ist ja grade nochmal gut gegangen.
Was tut man eigentlich, wenn wirklich mal etwas Wichtiges abhanden kommt – etwa das Gepäck? Erfahrt es hier: Koffer weg? So handelt man richtig bei Gepäckverlust!
10. Ein riesiger Strauß Blumen, um alle neidisch zu machen
Jeder, der ab und an mal Filme guckt, kennt die Szene: Jemand steigt aus einem ankommenden Flugzeug, betritt die Landehalle und da wartet jemand – mit einem Grinsen von einem Ohr zum anderen, mit sehnsuchtsvollem Blick oder gar auf einen losstürmend. Eine Frau aus Portland in den USA hatte ihre ganz eigene Traumvorstellung von ihrem persönlichen, filmreifen Flughafenempfang: Einmal von ihrem Freund mit einem riesigen Strauß Blumen begrüßt zu werden, sodass alle Leute ringsum neidisch werden. Diesen Traum verriet sie auch ihrem damaligen Liebsten, als sie das erste Mal in ihrer Beziehung alleine verreiste, und siehe da: Der Gentleman war seiner Herzensdame ergeben und empfing sie tatsächlich mit einem riesigen Bouquet aus exotischen Blumen. Und er legte sogar noch eines drauf, indem er all die Blicke der Leute ringsum genauestens beobachtete, um ihr dann zu berichten, wie viele neidisch und wie viel eifersüchtig gewirkt hatten. Laut der Dame wurde das Ganze sogar zu einer kleinen Tradition, die seitdem jedes Mal neu zelebriert wird, wenn sie alleine verreist. Kein Wunder, dass der damalige Freund später der Ehemann der romantisch veranlagten Dame wurde!
Umwerfend ist ein solcher Empfang allemal, aber ist er auch mit der allgemeinen Flughafen-Etiquette vereinbar? Wie ihr zum Liebling aller Flughafenangestellten, Bordcrew-Mitglieder und Mitfliegenden werdet, erfahrt ihr in unserer Serie „Der perfekte Fluggast”. Hier geht es direkt zu Teil 1: Die Flughafen Sicherheitskontrolle